VMAX VX5 Pro Test: Leichter City-Scooter mit starker Bremse

Der VMAX VX5 Pro kombiniert rund 17 Kilogramm Gewicht mit 800 Watt Peakleistung und außergewöhnlich kurzer Bremsstrecke. Der Test zeigt seine Stärken und Grenzen als leichter City-Scooter.

Testvideo vom Artikel aktualisiert am

Leichte City-Scooter müssen häufig zwischen handlichem Gewicht, vollständiger Ausstattung und ausreichenden Leistungsreserven vermitteln. Der VMAX VX5 Pro kombiniert rund 17 Kilogramm mit einem 400-Watt-Hinterradmotor, zwei Akkuvarianten und Blinkern an beiden Fahrzeugenden. Im Test musste sich zeigen, ob dieses kompakte Paket im Pendelalltag genügend Leistung, Sicherheit und Reichweite bietet.

Mein Urteil: Der VMAX VX5 Pro ist besonders für Stadtpendler geeignet, die ihren Scooter regelmäßig tragen, überwiegend auf Asphalt fahren und großen Wert auf eine kräftige Bremse legen. Rund 17 Kilogramm Gewicht, agiles Handling und das vollständige Lichtpaket ergeben ein hochwertiges und angenehm unkompliziertes Pendlerfahrzeug. Für häufiges Kopfsteinpflaster, sehr steile Strecken oder lange Touren bieten größere und gefederte Modelle jedoch mehr Komfort und Reserven.
800 WPeakleistung
16,7–17,2 kgje nach Akku
1,98 mBremsweg im Test
120 kgmax. Zuladung

VMAX VX5 Pro: technische Daten und Varianten

MotorHinterradmotor, 400 W Dauerleistung, bis 800 W Peak
Geschwindigkeit20 km/h Nenngeschwindigkeit; im Test knapp über 22 km/h laut Anzeige
AkkuvariantenST: 36 V / 7,8 Ah / 280,8 Wh · GT: 36 V / 10,4 Ah / 374,4 Wh
Reichweite laut HerstellerST: bis 30 km · GT: bis 40 km
Ladezeitca. 4 h (ST) · 5,5 h (GT)
Reifen9 Zoll, schlauchlose Luftreifen
BremsenTrommelbremse vorn, separat bedienbare Rekuperationsbremse hinten
Maße aufgebaut119 × 55,8 × 111 cm
Maße geklappt47 × 55,8 × 111 cm
Trittbrett48 × 16 cm
Gewicht16,7 kg (ST) · 17,2 kg (GT)
Zuladungbis 120 kg
WasserschutzIPX6
Beleuchtung60-Lux-Frontlicht, Rücklicht mit Bremslicht, Blinker vorn und hinten

Getestet wurde die große GT-Version. Der VX5 Pro wurde außerdem als ST-Version angeboten. Der Unterschied steckt im fest eingebauten Akku: 280,8 Wh beim ST und 374,4 Wh beim GT. Dadurch steigt die Herstellerreichweite von bis zu 30 auf bis zu 40 Kilometer, während das Gewicht nur um rund ein halbes Kilogramm zunimmt. Wer regelmäßig längere Strecken fährt, findet deshalb im GT die sinnvollere Variante.

VMAX VX5 Pro in vollständiger Seitenansicht
Das schlanke Chassis und die weitgehend verdeckte Kabelführung sorgen für einen aufgeräumten Auftritt.

Verarbeitung, Ergonomie und Alltagstauglichkeit

Obwohl der VX5 Pro innerhalb der damaligen VMAX-Baureihe den günstigen Einstieg markierte, wirkt er nicht billig. Das schmale Aluminiumchassis, die weitgehend verdeckte Kabelführung und der mittig integrierte Bildschirm ergeben einen aufgeräumten Auftritt. Tasten und Lenker sitzen fest, die Schweißnähte wirken sauber und auch die seitlich abgestützten Schutzbleche hinterlassen einen stabilen Eindruck.

Das 48 × 16 Zentimeter große Trittbrett bietet selbst mit Schuhgröße 45 ausreichend Platz. Bei 1,80 Meter Körpergröße passt die 98 Zentimeter hohe Lenkerposition gut. Verstellen lässt sich der Lenker jedoch nicht. Sehr große oder kleine Fahrer sollten die Ergonomie deshalb vor dem Kauf ausprobieren. Kritik verdient außerdem die fummelige Abdeckung der Ladebuchse: Sie erfüllt ihren Zweck, wirkt aber weniger hochwertig als der Rest des Fahrzeugs.

Blinkertaster am linken Lenkergriff
Die separate Blinkerwippe lässt sich während der Fahrt sicher ertasten.
Gashebel sowie Licht- und Einschalttaste
Gashebel sowie Licht- und Einschalttaste liegen griffnah am Lenker.

Fahrverhalten und Komfort: leicht, agil, ungefedert

Mit 16,7 beziehungsweise 17,2 Kilogramm gehört der VX5 Pro zu den angenehm leichten Modellen seiner Klasse. Im Slalom lässt er sich präzise dirigieren, reagiert direkt und weicht Hindernissen ohne großen Körpereinsatz aus. Der Hobbywing-Controller baut die Leistung sauber auf, sodass der Scooter lebendig beschleunigt, ohne nervös zu wirken. Gerade im dichten Stadtverkehr ist diese Mischung aus Wendigkeit und Kontrolle ein echter Vorteil.

Die schlauchlosen 9-Zoll-Luftreifen bieten auf Asphalt und feinem Schotter sicheren Grip. Eine Federung ersetzen sie allerdings nicht. Auf grobem Kopfsteinpflaster gelangen harte Schläge über Trittbrett und Lenker bis zu Füßen und Handgelenken. Der VX5 Pro ist deshalb klar als City-Scooter einzuordnen. Wer regelmäßig schlechte Wege befährt, sollte zu einem gefederten Modell greifen.

Einordnung: Auf gutem Asphalt fährt sich der VX5 Pro angenehm direkt und auffallend handlich. Sein niedriges Gewicht ist im Pendleralltag wertvoller als zusätzliche Offroad-Reserven.

Motor und Steigung im VMAX VX5 Pro Test

Der Hinterradmotor arbeitet mit 36 Volt, leistet dauerhaft 400 Watt und erreicht in der Spitze bis zu 800 Watt. Im Sport-Modus setzt die Leistung zügig ein, Eco reduziert vor allem die Beschleunigung. Auf ebener Strecke nutzt das Testfahrzeug die gesetzliche Toleranz aus und zeigt knapp über 22 km/h an. Praktisch ist der per App aktivierbare Zero-Start, der das Anfahren ohne vorheriges Anschieben ermöglicht.

Steigungstest: Auf der 15-Prozent-Rampe fiel die Geschwindigkeit mit 85 Kilogramm Fahrergewicht auf rund 8 km/h. Beim Anfahren aus dem Stand waren etwa 4 bis 5 km/h möglich. Für einen leichten City-Scooter ist das ordentlich, für regelmäßig sehr steile Strecken fehlen jedoch die Reserven der stärkeren VMAX-Modelle.

Bremsen, Licht und Sicherheit

Vorn verzögert eine wartungsarme Trommelbremse, hinten eine separat bedienbare elektronische Motorbremse mit Rekuperation. Die E-Bremse eignet sich zum sanften Verzögern vor Ampeln oder auf längeren Gefällestrecken. Für eine kräftige Notbremsung werden beide Systeme gemeinsam genutzt. Die Trommelbremse sollte vor der ersten Fahrt passend zum Fahrergewicht eingestellt werden.

Bremsweg im Test: 1,98 MeterMit beiden Bremsen kam der VX5 Pro aus rund 22 km/h bei 23 °C und trockener Fahrbahn außergewöhnlich schnell zum Stillstand. Die elektronische Bremse allein benötigte etwa 7 bis 8 Meter und ist vor allem für vorausschauendes Verzögern gedacht.

Auch die übrige Sicherheitsausstattung ist für einen leichten Pendler-Scooter vollständig. Vorn und hinten sitzen gut sichtbare Blinker, das Rücklicht besitzt eine Bremslichtfunktion und der 60-Lux-Scheinwerfer lässt sich im Neigungswinkel einstellen. Die klar ertastbare Blinkerwippe gefällt während der Fahrt besser als einzelne weiche Drucktasten.

Hinterer Blinker, Rücklicht und Hinterrad des VMAX VX5 Pro
Am Heck kombiniert der VX5 Pro Blinker, Rücklicht mit Bremslichtfunktion und den Hinterradmotor.

Display und VMAX Connect App

Das zentral integrierte Display zeigt Geschwindigkeit, Kilometerstand, Fahrmodus, Blinkerrichtung und den Akkustand in Balken. Es ist funktional, spiegelt bei direkter Sonne aber etwas und besitzt keine Prozentanzeige. Deutlich mehr Detailwerte liefert die VMAX Connect App. Sie zeigt unter anderem Akkustand in Prozent, Batteriespannung, Stromstärke, Motorleistung, Controller-Temperatur sowie Tages- und Gesamtkilometer.

Zentrales Display des VMAX VX5 Pro mit Geschwindigkeitsanzeige
Das Display zeigt die wichtigsten Fahrinformationen, bleibt bei der Akkuanzeige aber ungenauer als neuere TFT-Lösungen.

In der App lassen sich außerdem Fahrmodus, Beleuchtung, Kick- oder Zero-Start und die elektronische Wegfahrsperre steuern. Die Verbindung klappte im Test sehr schnell und blieb stabil. Zum Testzeitpunkt war die Bluetooth-Kopplung allerdings nicht fest an ein Benutzerkonto gebunden. Die elektronische Sperre ist deshalb nur eine Komfortfunktion und ersetzt kein mechanisches Schloss. Positiv: Der Scooter funktioniert auch ohne Smartphone vollständig.

Akku, Klappmechanismus, Transport und Service

Der Akku ist fest im Trittbrett verbaut. Das sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und eine geschlossene Konstruktion, verlangt beim Laden aber einen Stellplatz in Reichweite einer Steckdose. Das serienmäßige Ladegerät benötigt ungefähr vier Stunden beim ST und 5,5 Stunden beim GT.

Der zweistufig gesicherte Klappmechanismus lässt sich schnell bedienen und rastet klar ein. Zusammengeklappt wird die Lenksäule am hinteren Schutzblech fixiert. Die Lenkerenden bleiben jedoch ausgeklappt, weshalb der Scooter im Kofferraum seine volle Breite von 55,8 Zentimetern behält. Das niedrige Gewicht macht kurze Treppen, Bus und Bahn trotzdem deutlich angenehmer als bei großen Tourenmodellen.

Für die langfristige Nutzung spricht die Ersatzteilversorgung. VMAX bietet weiterhin Akkus sowie Reparaturanleitungen für den VX5 Pro an und betreibt einen eigenen Support. Das ist bei einem älteren Modell wichtiger als ein besonders langes Datenblatt.

VX5 Pro, VX2 Lite oder VX2 Extreme?

Der VX5 Pro bleibt vor allem dann interessant, wenn geringes Gewicht, saubere Verarbeitung und eine starke Bremse wichtiger sind als Federung oder maximale Reichweite. Innerhalb der VMAX-Familie setzen die Alternativen andere Schwerpunkte:

VX5 ProDie leichteste Wahl für kurze bis mittlere Stadtstrecken, häufiges Tragen und gute Asphaltwege.
VX2 LiteDer modernere Touren-Allrounder mit Vollfederung, mehr Reichweite und deutlich höherer Leistung.
VX2 ExtremeDie passende Alternative für schwere Fahrer und steile Strecken, aber ungefederter und deutlich schwerer.

Stärken und Schwächen im Überblick

Stärken

  • Nur 16,7 bis 17,2 kg und sehr wendig
  • Saubere, robuste Verarbeitung
  • Außergewöhnlich kurzer Bremsweg
  • Blinker vorn und hinten sowie helles Bremslicht
  • Fein dosierbarer Antrieb und Zero-Start
  • Gute Ersatzteil- und Serviceversorgung

Schwächen

  • Keine Federung für Kopfsteinpflaster und schlechte Wege
  • Einfaches, bei Sonne spiegelndes Display
  • Fest eingebauter Akku
  • Lenker weder höhenverstellbar noch einklappbar
  • Elektronische Wegfahrsperre ersetzt kein Schloss

Fazit: Für wen lohnt sich der VMAX VX5 Pro?

Mein Urteil: Der VX5 Pro ist ein durchdachter City-Scooter für Pendler, die ihr Fahrzeug regelmäßig tragen und hauptsächlich auf Asphalt fahren. Besonders die starke Bremse, das agile Fahrverhalten und die hochwertige Basis heben ihn von vielen günstigen Leichtmodellen ab.

Seine Grenzen liegen beim fehlenden Fahrwerk, dem fest eingebauten Akku und dem einfachen Display. Für kurze bis mittlere Stadtstrecken bleibt er dennoch interessant. Wer mehr Komfort und Reichweite benötigt, findet im VX2 Lite das rundere Gesamtpaket; für steile Strecken bietet der VX2 Extreme erheblich mehr Leistungsreserve.

Technische Informationen zum Modell dokumentiert die VMAX-Herstellerseite. Einen markenübergreifenden Überblick bietet außerdem unsere E-Scooter-Bestenliste.

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Henne

Ich bin Henne und bei HennTech dreht sich alles um E-Scooter, E-Bikes und das passende Zubehör. Ich probiere aus, wie sich die Fahrzeuge im Alltag schlagen und ob sie wirklich halten, was die Hersteller versprechen. Kommt mit!