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VMAX positioniert den VX2 Extreme zwischen agilem City-Scooter und schwerem Tourenmodell. Bis zu 1.600 Watt Peakleistung, drei Akkuvarianten und ein TFT-Farbdisplay mit Navigation versprechen große Reserven, ohne direkt in die Gewichtsklasse vollgefederter Modelle vorzustoßen. Im Test musste sich zeigen, wie souverän dieses Konzept an starken Steigungen fährt – und wie viel Komfort der ungefederte Aufbau im Alltag bietet.
VMAX VX2 Extreme: technische Daten und Varianten
| Motor | Hinterradmotor, 500 W Dauerleistung, bis 1.600 W Peak |
| Geschwindigkeit | 20 km/h Nenngeschwindigkeit; im GPS-Test rund 22 km/h im Eco- und Sport-Modus |
| Akkuvarianten | LT: 499 Wh · ST: 624 Wh · GT: 792 Wh |
| Reichweite laut Hersteller | LT: bis 45 km · ST: bis 55 km · GT: bis 70 km |
| Ladezeit | ca. 5 h (LT) · 6,5 h (ST) · 8,5 h (GT) |
| Reifen | 10 × 2,7 Zoll, schlauchlose Luftreifen mit Pannenschutzgel |
| Bremsen | Trommelbremse vorn, dosierbare Rekuperationsbremse hinten |
| Maße aufgebaut | 123,8 × 58,4 × 111,8 cm |
| Maße geklappt | 50 × 58,4 × 111,8 cm |
| Trittbrett | 56 × 19 cm |
| Gewicht | 20,5 kg (LT) · 21,2 kg (ST) · 21,3 kg (GT) |
| Zuladung | bis 150 kg |
| Wasserschutz | IPX6; Kabelverbindungen IPX7 |
| Beleuchtung | 60-Lux-Frontlicht, Rücklicht mit Bremslicht, Blinker vorn und hinten |
Die drei Versionen unterscheiden sich im Wesentlichen durch Akku, Reichweitenangabe, Ladezeit und wenige hundert Gramm Gewicht. Damit lässt sich der VX2 Extreme recht genau an den eigenen Einsatzzweck anpassen: LT für kürzere Pendelstrecken, ST als Mittelweg und GT für lange Touren. Die Reichweitenwerte stammen vom Hersteller und hängen in der Praxis stark von Fahrergewicht, Temperatur, Steigungen und Fahrweise ab.
Verarbeitung, Ergonomie und Fahrverhalten
Der Rahmen wirkt verwindungssteif, die matten Oberflächen sauber verarbeitet und auch das neu gestaltete Heck macht einen soliden Eindruck. Schutzblech und seitliche Streben bilden eine stabile Einheit. Die Blinker sind beweglich gelagert, sodass sie bei einem Rempler nachgeben können. Mit 56 × 19 Zentimetern bietet das Trittbrett spürbar mehr Platz als beim früheren VX2 Pro. Gerade größere Schuhe lassen sich dadurch entspannter positionieren.
Der 58,4 Zentimeter breite Lenker unterstützt die sichere Kontrolle, lässt sich aber nicht einklappen. Die Lenkerhöhe von 99 Zentimetern über dem Trittbrett passt gut zu einem ausgewachsenen Touren-Scooter. Positiv für die langfristige Nutzung: VMAX führt Ersatzteile für den VX2 Extreme direkt im eigenen Shop und unterhält ein eigenes Serviceangebot.
Trotz der hohen Motorleistung wirkt der VX2 Extreme nicht nervös. Das Gas lässt sich fein dosieren, Kurven und enge Passagen gelingen leichtfüßig. Im Eco-Modus baut der Scooter seine Leistung besonders sanft auf, während Sport deutlich direkter anspricht. Das breite Trittbrett, der stabile Lenker und der tiefe Schwerpunkt vermitteln dabei viel Kontrolle.
Beim Komfort bleibt der VX2 Extreme jedoch seinem Grundkonzept treu: Eine Federung gibt es nicht. Die breiten 10-Zoll-Luftreifen filtern kleine Kanten und feinen Schotter ordentlich. Auf Kopfsteinpflaster, Waldwegen oder grobem Untergrund gelangen Schläge aber klar bis zum Fahrer. Der kräftige Motor besitzt genug Reserven für solche Passagen – das Fahrwerk fühlt sich auf Asphalt trotzdem deutlich wohler.
Motor und Steigung: hier spielt der Extreme seine Stärke aus
Der Hinterradmotor leistet dauerhaft 500 Watt und erreicht kurzzeitig bis zu 1.600 Watt. Dabei bleibt er selbst unter Last bemerkenswert leise. Im Sport-Modus liegt die Leistung fast unmittelbar an. Unerfahrene Fahrer sollten deshalb zunächst Eco wählen und beim Beschleunigen genug Gewicht auf dem Vorderrad lassen. Beide Modi erreichen im GPS-Test rund 22 km/h; der wesentliche Unterschied liegt in der Beschleunigung.
Seine stärkste Vorstellung liefert der VX2 Extreme in den „Hannoverschen Alpen“. Damit sind keine Berge gemeint, sondern kurze, mehr als 25 Prozent steile Testpassagen im Raum Hannover. Der Untergrund aus Sand, Gras und Schotter erschwert den Test zusätzlich. Mit 85 Kilogramm Fahrergewicht hält der Scooter meist 8 bis 13 km/h und erreicht die Kuppe souverän. Diese Reserven sind für schwere Fahrer und steile Alltagsstrecken ein echter Nutzwert – nicht bloß eine eindrucksvolle Datenblattzahl.
VMAX nennt eine maximale Steigfähigkeit von 33 Prozent. Solche Herstellerwerte sind allerdings nur eingeschränkt mit einem Praxistest vergleichbar, weil Anfahrt, Streckenlänge, Fahrergewicht und Untergrund das Ergebnis stark verändern. Aussagekräftiger ist deshalb die reproduzierbare Leistung auf derselben Testpassage.
Akku, Reichweitenoptionen und Ladezeit
Mit 499, 624 oder 792 Wh deckt der VX2 Extreme sehr unterschiedliche Fahrprofile ab. Die große GT-Version ist für lange Touren interessant, während LT und ST Gewicht und Kaufpreis etwas niedriger halten. Alle Akkus sind fest im Trittbrett verbaut. Das schützt die Konstruktion und hält den Schwerpunkt niedrig, verlangt aber einen Ladeplatz in Reichweite einer Steckdose.
Der größte Schwachpunkt liegt beim serienmäßigen 2-Ampere-Netzteil. Rund fünf Stunden beim LT sind noch vertretbar; etwa 6,5 Stunden beim ST und 8,5 Stunden beim GT erfordern Planung. Für ein leistungsstarkes Tourenmodell wäre ein schnelleres Ladegerät die passendere Serienausstattung.
TFT-Display, Bedienung und VMAX-App
Das zentral platzierte TFT-Display ist einer der größten Unterschiede zu älteren VX2-Varianten. Es startet schnell und zeigt Geschwindigkeit, Tageskilometer, Leistungsabgabe, Fahrmodus, Lichtstatus, Akkustand in Prozent und Batteriespannung. Bei aktivierter Beleuchtung dunkelt die Anzeige leicht ab. Ein USB-Anschluss an der Tastenleiste kann unterwegs das Smartphone versorgen.
In der VMAX-App lassen sich Fahrerprofil und Touren verwalten, Live-Daten anzeigen und Fahrten aufzeichnen. Den größten Mehrwert liefert die Routenführung: Abbiegehinweise werden direkt auf dem Scooter-Display gespiegelt. Dadurch muss das Smartphone nicht dauerhaft sichtbar am Lenker sitzen. Weniger gelungen sind die weichen einzelnen Blinkertasten; eine Wippe lässt sich während der Fahrt eindeutiger ertasten.
Sicherheit, Klappmechanismus und Transport
Vorn arbeitet eine wartungsarme Trommelbremse, hinten eine elektronische Motorbremse mit Rekuperation. Beide besitzen einen eigenen Bremshebel und lassen sich getrennt dosieren. Die Motorbremse greift gut kontrollierbar ein und gewinnt beim Verzögern Energie zurück. Für eine kräftige Notbremsung werden beide Systeme gemeinsam genutzt.
Der 60-Lux-Scheinwerfer sorgt für eine breite Ausleuchtung, während das helle Bremslicht nachfolgende Verkehrsteilnehmer deutlich informiert. Blinker sitzen vorn und hinten. Ihre bewegliche Lagerung schützt sie im Alltag vor kleineren Remplern; ein akustisches Blinksignal gibt es nicht.
Der zweistufige Klappmechanismus besitzt zwei definierte Rastpunkte und kommt ohne zusätzliche Sicherung aus. Er lässt sich schnell öffnen und schließen. Zusammengeklappt wird die Lenksäule am hinteren Schutzblech eingehakt. Der obere Haken wirkt jedoch vergleichsweise filigran und ist nicht als Gepäckhalter gedacht.
Mit 20,5 bis 21,3 Kilogramm bleibt der VX2 Extreme für kurze Wege zu Bus, Bahn oder Kofferraum tragbar. Für tägliche Treppen ist er dennoch zu schwer. Zudem bleiben die 58,4 Zentimeter breiten Lenkerenden ausgeklappt. Das kostet im Kofferraum oder in engen Abstellräumen mehr Platz, als die kompakte Länge von 50 Zentimetern zunächst vermuten lässt.
VX2 Extreme, VX2 Lite, VX2 Hub oder VX4?
Der VX2 Extreme bleibt die interessante Wahl für Fahrer, die viel Bergleistung bei rund 21 Kilogramm Gewicht suchen. Die neueren VMAX-Modelle setzen andere Schwerpunkte:
Direktes, leichtes Power-Paket für guten Asphalt, hohe Zuladung und steile Strecken.
Der ausgewogenere Touren-Allrounder, wenn Komfort, Reichweite und moderates Gewicht wichtiger sind.
Die modernere Leistungsalternative mit stärkerem Antrieb und erweitertem Tourenanspruch.
Die bessere Wahl für schlechte Wege, maximale Federung und deutlich mehr Komfort – allerdings schwerer.
Stärken und Schwächen im Überblick
Stärken
- Außergewöhnlich kräftiger und zugleich sehr leiser Hinterradmotor
- Souveräne Bergleistung auch mit 85 kg Fahrergewicht
- Fein dosierbares, agiles Fahrverhalten
- TFT-Display mit Prozentanzeige und Turn-by-Turn-Navigation
- Drei Akkuvarianten und bis zu 150 kg Zuladung
- Vollständiges Lichtpaket mit Blinkern und Bremslicht
Schwächen
- Keine Federung für Kopfsteinpflaster und schlechte Wege
- Lange Ladezeiten mit dem serienmäßigen 2-Ampere-Netzteil
- Über 20 kg und nicht einklappbare Lenkerenden
- Fest eingebauter Akku
- Einzelne Blinkertasten schlechter ertastbar als eine Wippe
Fazit: Für wen lohnt sich der VMAX VX2 Extreme?
Der Name sollte nicht mit Geländekomfort verwechselt werden. Ohne Federung bleibt der VX2 Extreme ein Asphalt-Spezialist, und die große GT-Batterie verlangt beim Laden Geduld. Wer diese Grenzen akzeptiert, erhält einen der kräftigsten straßenzugelassenen E-Scooter seiner Gewichtsklasse. Für schlechte Wege ist der VX4 überzeugender; innerhalb der VX2-Familie setzen VX2 Lite und VX2 Hub modernere Schwerpunkte.
Technische Informationen zum Modell dokumentiert die VMAX-Herstellerseite. Einen markenübergreifenden Überblick bietet außerdem unsere E-Scooter-Bestenliste.
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