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Vollfederung, ein 576-Wh-Wechselakku, bis zu 1.300 Watt Spitzenleistung und 150 Kilogramm Zuladung: Der SoFlow SO4 Pro MAX verbindet Eigenschaften, die in dieser Preisklasse selten zusammenkommen. Im Praxistest habe ich geprüft, ob daraus tatsächlich ein vielseitiger Alltags- und Tourenscooter für Stadt, längere Strecken und steile Wege wird.
Kurzfazit: Für wen lohnt sich der SO4 Pro MAX?
Mein Urteil: Der SO4 Pro MAX ist ein ungewöhnlich kompletter Allrounder für Fahrer, die starke Steigungen, wechselnde Fahrbahnen und hohe Zuladung mit einem einzigen E-Scooter abdecken möchten. Sein kraftvoller Getriebemotor, die Vollfederung und der entnehmbare Akku machen ihn besonders auf bergigen Arbeitswegen und längeren Alltagstouren praktisch. Ich empfehle ihn Fahrern, die Vielseitigkeit und Bergkraft höher gewichten als ein besonders leises oder leichtes Fahrzeug. Für die rund 24 Kilogramm ist ein möglichst ebenerdiger Stellplatz sinnvoll.
1.300 WSpitzenleistung
576 WhWechselakku
150 kgmax. Zuladung
24 kgFahrzeuggewicht
Technische Daten und HennTech-Messwerte
| Motor | 500 Watt Dauerleistung, bis 1.300 Watt Spitze |
| Drehmoment | bis zu 50 Nm laut Hersteller |
| Akku | 48 Volt, 12 Ah, 576 Wh, entnehmbar |
| Hersteller-Reichweite | bis zu 75 km unter Idealbedingungen |
| Federung | einstellbare Federgabel vorn, zwei Federelemente hinten |
| Reifen | 10 Zoll, schlauchlos, mit Pannenschutz |
| Bremsen | Trommelbremse vorn, Scheibenbremse hinten, unterstützende Rekuperation |
| Gewicht | ca. 24 kg |
| Zuladung | bis zu 150 kg |
| Maße | 117 × 56,8 × 126 cm (L × B × H) |
| Wasserschutz | IP65 |
Design und Verarbeitung
Der Farbverlauf am Lenkerrohr macht den SO4 Pro MAX sofort als SoFlow erkennbar. Blaugrüne Akzente treffen auf ein schwarzes, gummiertes Trittbrett und eine insgesamt funktionale Formensprache. Eigenständig wirkt das Design auf jeden Fall – zurückhaltend ist es nicht.
Rahmen und Lenker wirkten im Test solide und frei von Spiel. Fast alle Leitungen verlaufen verdeckt, Frontleuchte und Bedienelemente sind sauber integriert. Der für E-Scooter ungewöhnliche Gasdrehgriff braucht kurze Eingewöhnung, entlastet auf längeren Strecken aber den Daumen.
Verarbeitung eingeordnet: Der Gesamteindruck passt zur Preisklasse, ohne Premiumanspruch zu erheben. Nicht alle Spaltmaße sind perfekt, und das leicht vibrierende Frontschutzblech kündigte sich früh als mögliche Geräuschquelle an.
IP65 schützt den Scooter gegen Strahlwasser. Der tief sitzende Ladeanschluss ist zwar abgedeckt, die Position der Klappe macht das Ansetzen des dreipoligen Steckers jedoch unnötig fummelig.
Fahrverhalten: trotz 24 Kilogramm erstaunlich agil
Seine rund 24 Kilogramm kaschiert der SO4 Pro MAX erstaunlich gut. Gasannahme und Bremsen reagieren direkt, bleiben aber dosierbar; der überschaubare Wendekreis hält den schweren Allrounder auch bei engen Richtungswechseln berechenbar.
Das Trittbrett reicht mit leicht versetzter Fußstellung auch für Schuhgröße 45. Bei etwa 1,80 Meter Körpergröße passte die feste Lenkerhöhe gut. Viel Grip und ein sattes Gefühl auf Asphalt zeigen zugleich, dass die Straßenreifen trotz Federung befestigte Wege bevorzugen.
Vollfederung im Praxistest
Die einstellbare Federgabel lässt sich an Zuladung und Fahrstil anpassen, am Heck arbeiten zwei fest abgestimmte Federelemente. Gemeinsam mit den schlauchlosen 10-Zoll-Reifen entsteht spürbar mehr Komfort als bei ungefederten City-Scootern, ohne dass das Fahrgefühl schwammig wird.
Auf Asphalt
Die Luftreifen filtern kleine Unebenheiten, der Scooter liegt ruhig und vermittelt viel Sicherheit.
Auf schlechten Wegen
Auf Schotter, Waldwegen und Bodenwellen arbeitet die Federung spürbar. Harte Kanten verlieren deutlich an Schärfe.
Komfortfazit: Das Fahrwerk gehört zu den größten Stärken des SO4 Pro MAX. Es bleibt kontrolliert und erweitert den Einsatzbereich deutlich über glatten Asphalt hinaus.
Akustisch bleibt Luft nach oben. Bei stärkeren Schlägen vibriert das Frontschutzblech, gelegentlich kam ein Knacken aus dem hinteren Gelenkbereich hinzu. Funktional blieb das unauffällig, dem besonders satten Qualitätseindruck steht es dennoch im Weg.
Getriebemotor: laut, aber richtig kräftig
SoFlows Planetengetriebemotor leistet 500 Watt dauerhaft und bis zu 1.300 Watt in der Spitze. Anders als ein Direktläufer stellt er schon bei niedriger Drehzahl viel Kraft bereit. Das prägt den Charakter stärker als der reine Spitzenwert: Der SO4 Pro MAX zieht früh und an Steigungen ungewöhnlich souverän.
Der Drehgriff setzt die Leistung unmittelbar um. Laut GPS fuhr das Testmodell konstant etwas mehr als 21 km/h und blieb damit innerhalb der gesetzlichen Toleranz. Einen Zero Start gibt es nicht; nach dem kurzen Anschub gelingt selbst das Anfahren am Berg problemlos.
Steigungstest: Auf der 16-Prozent-Rampe erreichte der SO4 Pro MAX mit 80 Kilogramm Zuladung etwa 15 bis 16 km/h. Auch die 25 bis 30 Prozent steilen „Hannoverschen Alpen“ bewältigte er je nach Abschnitt mit rund 12 bis 13 km/h. Gemeint sind kurze Stresspassagen mit Schotter, Gras und Auswaschungen – kein echtes Gebirge, aber ein anspruchsvoller Härtetest für den Antrieb.
Die Kehrseite ist akustisch klar erkennbar: Gegenüber älteren SoFlow-Antrieben arbeitet der Motor kultivierter, bleibt aber deutlich hörbar. Wer die Ruhe eines Direktläufers gewohnt ist, muss das Getriebegeräusch bewusst akzeptieren.
Wechselakku und Reichweite
Der 576-Wh-Akku lässt sich nach elektronischer Entriegelung aus dem Trittbrett heben. Damit kann der 24-Kilogramm-Scooter im Keller oder Erdgeschoss bleiben, während nur die Batterie zum Ladeplatz kommt – im Alltag einer der größten Vorteile des gesamten Konzepts.
- Ladezustand direkt über eine farbige LED am Akku prüfbar
- Führungsschienen erleichtern das Wiedereinsetzen
- Ablauföffnung im Akkufach für eingedrungenes Wasser
- Mechanismus verhindert das Schließen ohne eingesetzten Akku
- zusätzlicher Akku kann die mögliche Tourenlänge deutlich erweitern
Bis zu 75 Kilometer nennt SoFlow unter Idealbedingungen; Zuladung, Temperatur, Steigungen, Reifendruck und Fahrmodus beeinflussen den Alltag deutlich. Das 3-Ampere-Netzteil benötigt ungefähr vier Stunden. Beim Bewegen der schweren Trittbrettabdeckung ist etwas Aufmerksamkeit nötig, damit keine Finger eingeklemmt werden.
Bremsen und Sicherheitsausstattung
Eine wartungsarme Trommelbremse vorn, die kräftige hintere Scheibe und die Rekuperation bilden ein gut kontrollierbares System mit kurzen Bremswegen. Die Mechanik lässt sich nachstellen; nach Schmutzfahrten verdient besonders die offen liegende Heckscheibe etwas Pflege.
| Ausstattung | Bewertung im Alltag |
|---|---|
| 60-Lux-Frontlicht | formschön integriert und ausreichend hell |
| Rücklicht | mit Bremslichtfunktion |
| Blinker | vorn an den Lenkerenden und zusätzlich hinten, auch tagsüber gut sichtbar |
| Reifenreflektoren | umlaufend integriert und seitlich auffällig |
| Wegfahrsperre | blockiert das Hinterrad und schützt zugleich die Akkuentnahme |
| Apple „Wo ist?“ | Ortung über Apple Find My möglich; Apple-Gerät erforderlich |
Die Blinkerwippe ist intuitiv, ein einzelner Ton bestätigt die Aktivierung ohne dauerhaftes Piepen. Separate Heckblinker verbessern die Sichtbarkeit, wenn Körper oder Kleidung die Lenkerenden verdecken. App-Sperre und Ortung ergänzen den Diebstahlschutz, ersetzen aber kein hochwertiges Schloss.
Display, App und Transport
Das Farbdisplay zeigt die wesentlichen Fahrdaten und bietet neben Komfort- und Sportmodus einen auf 15 km/h begrenzten Long-Drive- sowie einen Fußgängermodus. Eine Prozentanzeige für den Akku fehlt, und direkte Sonne bringt die Ablesbarkeit an ihre Grenzen.
In der App stehen Fahrstufenwechsel, Wegfahrsperre, Navigation und das SoFlow-Prämiensystem bereit. Firmware-Updates und eine prozentgenaue Akkuanzeige fehlten beim Test. Der doppelt gesicherte Klappmechanismus funktioniert unkompliziert und rastet die Lenkerstange sicher am Heck ein.
Mit rund 24 Kilogramm eignet sich der SO4 Pro MAX nicht für tägliche Treppen. Zusammengeklappt passt er in einen ausreichend großen Kofferraum oder in die Bahn, bleibt wegen der festen Lenkerenden aber breit. Der Wechselakku entschärft das Gewichtsproblem beim Laden, nicht beim eigentlichen Transport.
SO4 Pro MAX oder SO4 Pro MAX 2?
Der SO4 Pro MAX 2 führt das Grundkonzept mit 1.300 Watt Spitzenleistung, 576-Wh-Wechselakku, Vollfederung, 24 Kilogramm Gewicht und 150 Kilogramm Zuladung fort. Für die Kaufentscheidung zählen deshalb vor allem die Detailverbesserungen.
SO4 Pro MAX im Test
- Trommelbremse vorn, Scheibenbremse hinten
- Apple „Wo ist?“
- Hersteller-Ladezeit etwa 4 Stunden
- erste Generation des vielseitigen MAX-Konzepts
Aktueller SO4 Pro MAX 2
- Scheibenbremsen vorn und hinten
- Apple „Wo ist?“ und Android Find Hub
- überarbeitete Frontfederung
- Hersteller-Ladezeit etwa 6 bis 7 Stunden
Für Besitzer der ersten Generation ist der MAX 2 kein grundlegender Technologiesprung. Bei einer Neuanschaffung sprechen doppelte Scheibenbremsen, überarbeitete Frontfederung und breitere Ortungsunterstützung für den Nachfolger; das ursprüngliche Modell bleibt technisch nah am gleichen Allrounder-Konzept.
Stärken und Schwächen im Überblick
Stärken
- kräftiger Getriebemotor und sehr gute Bergleistung
- komfortable Vollfederung
- praktischer 576-Wh-Wechselakku
- hohe Zuladung bis 150 Kilogramm
- gut dosierbare, kräftige Bremsanlage
- Blinker vorn und hinten
- Apple-„Wo ist?“-Unterstützung
Schwächen
- Getriebemotor deutlich hörbar
- Geräusche von Schutzblech und Fahrwerk
- Ladeport und Stecker etwas fummelig
- keine Akkuanzeige in Prozent
- Display bei direkter Sonne nur mäßig ablesbar
- mit rund 24 Kilogramm relativ schwer
Fazit: Einer der vielseitigsten SoFlow-Scooter
Die Vielseitigkeit bleibt das stärkste Argument des SO4 Pro MAX. Fahrwerk, 150 Kilogramm Zuladung und starke Bergreserven decken Stadt, Tour und anspruchsvolle Topografie ab. Der Wechselakku macht das hohe Fahrzeuggewicht zumindest beim Laden deutlich weniger problematisch.
Motor, Fahrwerk und Frontschutzblech sind hörbar, Display und Ladeanschluss wirken weniger ausgereift. Wer leise oder leicht sucht, ist hier falsch. Für hohe Zuladung, längere Alltagsstrecken und bergige Regionen bietet der SO4 Pro MAX dagegen ein selten vollständiges Paket.
Für wen passt er? Für Fahrer, die Komfort, hohe Zuladung und kräftige Bergleistung benötigen – und den 24-Kilogramm-Scooter dank Wechselakku an einem ebenerdigen Stellplatz laden können.
Hinweise zu Reichweite, Laden und Akkupflege findest du in unserem Akku-Ratgeber. Weitere Allrounder und Tourer vergleicht die E-Scooter-Bestenliste.
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SoFlow SO4 Pro MAX 2
Nachfolger mit Getriebemotor, Vollfederung und Wechselakku
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