Der VMAX VX4 Offroad-Test führt den kräftigen Touren-Scooter dorthin, wo viele Straßenmodelle umkehren: auf nasse Wiesen, Schotter und Steigungen bis 25 Prozent. Vollfederung, 1.600 Watt Spitzenleistung und bis zu 100 Kilometer Herstellerreichweite klingen nach einem kompromisslosen Gesamtpaket. Allerdings zeigt sich im Alltag, dass so viel Substanz auch Gewicht und einige praktische Nachteile mitbringt.
Hinweis zur Modellgeneration: Dieser Erfahrungsbericht behandelt den ursprünglichen VMAX VX4 mit 1.600 Watt Spitzenleistung. Den später überarbeiteten Nachfolger mit stärkerem Motor findest du im aktuellen VMAX-VX4-Test.
Technische Daten im VMAX VX4 Offroad-Test
| Motor | 500 Watt Dauerleistung, bis 1.600 Watt Spitze |
| Akku | drei Varianten, bis 100 km Reichweite laut Hersteller |
| Reifen | 10 Zoll, schlauchlos, Offroad-Profil und Gelschicht |
| Federung | Federgabel vorn mit 5 cm Weg, Schwingfeder hinten |
| Gewicht | modellabhängig, knapp 30 kg beim Testfahrzeug |
| Zuladung | bis 150 kg |
| Bremsen | Trommelbremse vorn, elektronische Motorbremse hinten |
| Wasserschutz | IPX6 |
Die Akkuvarianten unterscheiden sich bei Preis, Gewicht und Reichweite. VMAX nennt für die größte Ausführung bis zu 100 Kilometer. Allerdings bleiben solche Werte in der Praxis von Temperatur, Fahrergewicht, Höhenprofil und Fahrstufe abhängig. Einen Vergleich mit leichteren und neueren Tourern bietet unsere E-Scooter-Bestenliste.
Design und Verarbeitung
Der VX4 wirkt groß, bleibt optisch aber angenehm zurückhaltend. Kabel verlaufen überwiegend im Rahmen und sind an beanspruchten Stellen gegen Knicken geschützt. Außerdem sitzen die Blinker beweglich, damit sie bei einem Kontakt nicht sofort abbrechen. Das gekapselte hintere Dämpfungselement ist gut vor Schmutz geschützt.
Im Test klappert und wackelt nichts. Schweißnähte, Schutzbleche und Verschraubungen hinterlassen einen soliden Eindruck; lediglich der schwarze Lack verlangt etwas Umsicht. Zudem fällt die Ladebuchsenabdeckung besser aus als bei älteren VMAX-Modellen. Dank IPX6 verträgt der Scooter kräftigen Regen und lässt sich nach einer Schmutzfahrt vorsichtig mit Wasser reinigen.
Fahrwerk und Komfort im VMAX VX4 Offroad-Test
Vorn arbeitet eine Federgabel mit fünf Zentimetern Federweg, hinten entkoppelt eine von VMAX als Schwingfeder bezeichnete Gummidämpfung das Trittbrett von der Achse. Beide Elemente sind nicht einstellbar. Ergänzt werden sie durch breite 10-Zoll-Reifen mit Offroad-Profil und selbstabdichtender Gelschicht.
Auf Schotter, Wiese und Kopfsteinpflaster bügelt der VX4 viele Schläge souverän weg. Dabei arbeitet die Federgabel sichtbar, während das hintere Element straffer und ruhiger bleibt. Trotz fast 30 Kilogramm lässt sich der Scooter kontrolliert durch enge Passagen führen. Außerdem bietet das breite Trittbrett auch mit Schuhgröße 45 viel Platz.
Motor und Steigung im VMAX VX4 Offroad-Test
Der leise Hinterradmotor liefert 500 Watt Dauer- und bis zu 1.600 Watt Spitzenleistung. Dennoch bleibt die Beschleunigung kontrollierbar; Fahrstufe zwei reagiert kräftiger, ohne den Fahrer abrupt zu überraschen. Beide Stufen erreichen im Test rund 22 km/h, unterscheiden sich aber bei Leistungsentfaltung und Verbrauch.
Auf der 15-Prozent-Parkhausrampe hält der VX4 mit einem 85 Kilogramm schweren Fahrer etwa 13 bis 14 km/h – ein Spitzenwert. Eine bis zu 25 Prozent steile, nasse Testpassage aus Matsch und Schotter schafft er ebenfalls. Dabei fällt die Geschwindigkeit zeitweise auf rund 6 km/h. Der Antrieb nähert sich der Bergleistung mancher Getriebemotoren, bleibt jedoch deutlich leiser.
Farbdisplay, Navigation und App im VX4 Test
Das knapp vier Zoll große TFT-Display zeigt Akkustand in Prozent, Geschwindigkeit, Tageskilometer, Fahrzeit, Leistungsabgabe, Fahrstufe und Blinkrichtung. Bei eingeschaltetem Licht dimmt es automatisch. Links am Lenker sitzt außerdem ein USB-Anschluss zum Laden des Smartphones.
Die VMAX-App konzentriert sich auf Tourenplanung und Navigation. Dabei berücksichtigt sie Standort, Akkustand und Fahrergewicht, warnt vor voraussichtlich unerreichbaren Zielen und funktioniert auch offline. Abbiegehinweise erscheinen direkt auf dem Scooter-Display. Zum Testzeitpunkt fehlten allerdings Funktionen wie eine App-Wegfahrsperre und Firmware-Updates.
Bremsen und Sicherheit
Vorn verzögert eine einstellbare Trommelbremse, hinten eine elektronische Motorbremse mit Energierückgewinnung. Zusammen bringen sie das schwere Fahrzeug sicher zum Stehen, die gemessenen Bremswege liegen jedoch eher im Mittelfeld. Bei voller Zuladung von 150 Kilogramm wäre eine zweite mechanische Bremse als zusätzliche Reserve wünschenswert.
Das Lichtpaket überzeugt: Der 60-Lux-Scheinwerfer lässt sich neigen, das Rücklicht besitzt eine helle Bremslichtfunktion und zwei Blinkerpaare sorgen vorn wie hinten für Sichtbarkeit. Weniger gelungen sind die weichen Blinkertasten, die sich während der Fahrt schlechter ertasten lassen als eine Wippe. Beim Diebstahlschutz bleibt lediglich eine PIN-Sperre im Display.
Transport und Alltagstauglichkeit
Der zweistufige Klappmechanismus lässt sich schnell bedienen. Allerdings löst sich die Arretierung am hinteren Schutzblech, sobald keine Spannung mehr auf der Lenkstange liegt. Zudem sind die Lenkerenden nicht einklappbar. Deshalb eignet sich der VX4 mit knapp 30 Kilogramm eher für Garage, Keller mit Rampe oder Fahrstuhl als für tägliches Treppentragen.
Stärken und Schwächen
Stärken
- sehr kräftiger und leiser Motor
- ausgewogenes Vollfederungs-Fahrwerk
- hohe Reichweitenoption
- saubere, robuste Verarbeitung
- helles Licht und vier Blinker
Schwächen
- knapp 30 kg beim Testfahrzeug
- Federelemente nicht einstellbar
- Bremsweg nur durchschnittlich
- ungünstige hintere Klapparretierung
- wenig Diebstahlschutz
Detailaufnahmen aus dem Praxistest
Fazit: Für wen lohnt sich der VMAX VX4?
Der VMAX VX4 Offroad-Test zeigt einen komfortablen Kraftprotz für lange und anspruchsvolle Strecken. Motor, Federung und Bereifung harmonieren gut; selbst schlechte Wege und starke Steigungen bringen den Scooter nicht schnell aus der Ruhe. Schwere Fahrer und Menschen in bergigen Regionen profitieren besonders von seinen Reserven.
Für die letzte Meile oder häufige Bahnfahrten ist er dagegen zu schwer und sperrig. Auch Bremsanlage, Klapparretierung und Diebstahlschutz lassen Raum für Verbesserungen. Wer seinen Scooter selten tragen muss und Fahrkomfort, Reichweite sowie Bergleistung priorisiert, erhält dennoch ein überzeugendes Tourenpaket. Weitere Modell- und Verfügbarkeitsangaben führt VMAX auf seiner Herstellerseite.
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