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Zugelassene Dual-Motor-Scooter bieten enorme Leistungsreserven, wirken bei der Gasannahme aber nicht selten nervös. Der Teverun Fighter Mini Pro verfolgt einen anderen Ansatz: Sinuscontroller sollen die Kraft seiner beiden Bosch-Motoren fein dosieren, während das einstellbare KKE-Fahrwerk auch auf schlechten Wegen für Kontrolle sorgen soll. Ein rund 1.274 Wh großer Akku verspricht Tourenreichweite, das Gewicht von 34,6 Kilogramm verlangt jedoch einen passenden Alltag. Im Praxistest habe ich geprüft, wie überzeugend dieses Oberklassekonzept tatsächlich fährt.
Mein Urteil: Kaum ein zugelassener Allrad-E-Scooter bringt seine enorme Leistung so kontrolliert und gelassen auf die Straße wie der Fighter Mini Pro. Starke Bergreserven, 72 Kilometer Testreichweite und das ausgezeichnete Fahrwerk ergeben ein besonders souveränes Tourenpaket. Ich empfehle ihn anspruchsvollen Vielfahrern und Pendlern, die lange oder steile Strecken bewältigen und über einen ebenerdigen Stellplatz verfügen. Für regelmäßiges Tragen oder die Mitnahme in Bus und Bahn sind 34,6 Kilogramm dagegen schlicht zu viel.
Technische Daten des Fighter Mini Pro
| Testversion | Fighter Mini Pro eKFV, Modelljahr 2025 |
| Antrieb | zwei Bosch-Nabenmotoren mit je 250 Watt Nennleistung |
| Spitzenleistung | gemeinsam mehr als 2.600 Watt |
| Controller | zwei 25-Ampere-Sinuscontroller |
| Akku des Testmodells | Samsung, 52 Volt / 24,5 Ah, rund 1.274 Wh |
| Reichweite im Test | rund 72 km bei etwa 82 kg Fahrergewicht |
| Herstellerangabe | bis zu 90 km |
| Ladezeit | etwa 5 bis 6 Stunden mit 5-Ampere-Ladegerät |
| Federung | einstellbare hydraulische KKE-Dämpfer vorn und hinten |
| Reifen | breite 10-Zoll-Tubeless-Straßenreifen |
| Bremsen | hydraulische 140-mm-Scheibenbremsen vorn und hinten plus E-Bremse |
| Gewicht | rund 34,6 kg |
| Zuladung | bis zu 150 kg |
| Faltmaß | ca. 126 × 60 × 70 cm |
| Lenkerbreite | ca. 69 cm |
Modellhinweis 2026: Dieser Test beschreibt die 2025er Pro-Version mit 24,5-Ah-Akku. Die aktuelle eKFV-Ausführung wird vom Hersteller mit 30,8 Ah beziehungsweise 1.601,6 Wh, 6-Ampere-Ladegerät und 35,6 Kilogramm angegeben. Antriebskonzept und KKE-Fahrwerk bleiben die prägenden Merkmale.
Design und Verarbeitung: „Mini“ ist relativ
„Mini“ ist hier nur ein Familienname: 34,6 Kilogramm, das breite Deck und die offen sichtbaren Federbeine machen den Fighter Mini Pro zu einem ausgewachsenen Dual-Motor-Scooter. Die Gestaltung wirkt funktional und kraftvoll; Bosch-Logos an beiden Nabenmotoren und sparsame weiße Akzente setzen die technischen Schwerpunkte.
Rahmen, Schweißnähte und Materialübergänge hinterlassen einen soliden Eindruck; während des Tests blieb der Aufbau frei von Klappern und störendem Spiel. Elastisch gelagerte Blinker, stabile Schutzbleche und Metallbremshebel mit Sichtfenster passen zum hohen technischen Anspruch.
Im Detail erreicht die Verarbeitung das hohe Preisniveau nicht überall. Die sicher fixierte Kabelführung wirkt besonders am Cockpit unruhig, die Unterbodenschrauben sind nicht versenkt und der schmale Seitenständer besitzt keine breite Auflage. Zudem fehlt eine offiziell ausgewiesene Wasserschutz-Zertifizierung.
Aufbau: Zu montieren sind lediglich Lenker und hintere Blinker. Mit sauber verlegten Kabeln ist der Scooter nach etwa 10 bis 15 Minuten fahrbereit.
Fahrverhalten: souveräner Cruiser statt nervöses Kraftpaket
Langer Radstand und hohes Gewicht geben dem Fighter Mini Pro eine bemerkenswerte Ruhe. Auch bergab bleibt die Front stabil und frei von Lenkerflattern. Enge Kurven verlangen mehr Körpereinsatz als bei einem Kompaktmodell, die Lenkung arbeitet dabei jedoch präzise und berechenbar.
Der erhöhte Lenker des Testfahrzeugs unterstützt eine entspannte, ausbalancierte Haltung. Das griffige Deck hält beim Beschleunigen und Bremsen sicher; mit Schuhgröße 45 reicht seine Länge aus, für sehr große Füße oder einen breiten Stand dürfte es gern etwas länger sein.
Seine Stärke ist nicht bloß die Leistung, sondern die Gelassenheit, mit der er sie auf die Straße bringt.
KKE-Fahrwerk: das heimliche Highlight
Die hydraulischen KKE-Dämpfer lassen sich über Zugstufe und Federvorspannung an Zuladung und Fahrstil anpassen. Zusammen mit den breiten 10-Zoll-Tubeless-Reifen entsteht eine seltene Mischung aus Komfort und Kontrolle: Grober Asphalt, Gullideckel und Kopfsteinpflaster verlieren deutlich an Schärfe, ohne dass der Scooter schwammig wirkt.
Komfort
Kein Durchschlagen, keine schwammige Abstimmung und spürbar weniger Belastung für Handgelenke, Knie und Rücken.
Laufruhe
Die Federung arbeitet nahezu geräuschlos – ohne metallisches Nachschwingen oder störendes Klackern.
Einsatzgebiet
Am stärksten auf Asphalt und Pflaster, aber auch Schotter und feste Waldwege bringen das Fahrwerk nicht aus der Ruhe.
Die Straßenbereifung setzt im losen Gelände Grenzen, doch auf Asphalt, Pflaster und festen Wegen gehört die Dämpfung zur Spitze dieser Leistungsklasse. Gerade weil das Fahrwerk Komfort und präzise Rückmeldung verbindet, ist es das eigentliche Highlight des Scooters.
Dual-Bosch-Antrieb: viel Kraft, überraschend fein dosiert
Zwei Bosch-Nabenmotoren mit je 250 Watt Nennleistung stellen gemeinsam mehr als 2.600 Watt Spitzenleistung bereit. Die beiden 25-Ampere-Sinuscontroller dosieren diese Kraft erfreulich progressiv. Im Dual-Modus erreichte das Testfahrzeug nach etwa 3,5 Sekunden seine Höchstgeschwindigkeit und fuhr nahe an der gesetzlichen Toleranz von 22 km/h.
Steigungstest in zwei Stufen
- 16-Prozent-Rampe: nahezu 20 km/h mit beiden Motoren, knapp 16 km/h nur mit Hinterradantrieb.
- „Hannoversche Alpen“ mit 25 bis 30 Prozent: Auf Schotter, Gras und ausgewaschenem Untergrund zog der Dual-Antrieb stabil weiter und beschleunigte stellenweise sogar noch.
- Single-Motor im Härtetest: selbst nur mit Hinterradantrieb waren am steilen Anstieg noch ungefähr 7 km/h möglich.
Entscheidend ist die Beherrschbarkeit: Der Gashebel reagiert fein, die Motoren bleiben leise und die Begrenzung arbeitet ohne störendes Drosselpumpen. Heck- oder Allradantrieb sowie individuell konfigurierbare Fahrstufen machen aus der enormen Leistung ein alltagstaugliches System – mit besonders großen Reserven für Steigungen, hohe Zuladung und Gegenwind.
Akku und Reichweite: Pro oder Standard?
| Modell | Akku | Praxis-Reichweite |
|---|---|---|
| Fighter Mini Pro | 52 V / 24,5 Ah, ca. 1.274 Wh | rund 72 km im Test |
| Fighter Mini | 52 V / 19,2 Ah, ca. 998 Wh | etwa 50 km im Alltag |
Der Hersteller nennt für die Pro-Version bis zu 90 Kilometer. Im gemischten Alltag mit zügiger Fahrt um 20 km/h, Stop-and-go, kleineren Hügeln und etwa 82 Kilogramm Fahrergewicht erreichte das Testmodell 72 Kilometer bis in den roten Akkubereich. Das ist ein starkes Tourenergebnis und ein klares Argument für die größere Pro-Batterie.
Das Smart BMS liefert neben Akkustand und Temperatur auch die Spannungen der einzelnen Zellgruppen – ungewöhnlich detaillierte Daten für diese Fahrzeugklasse. Das aktiv belüftete 5-Ampere-Ladegerät benötigt rund fünf bis sechs Stunden; nach drei Stunden standen bereits wieder ungefähr 60 Kilometer Reichweite bereit. Wechselakku und softwareseitige 80-Prozent-Ladegrenze fehlen.
TFT-Display und App: ungewöhnlich viele Einstellmöglichkeiten
Das farbige TFT bündelt die wichtigen Fahrdaten einschließlich aktivem Motor, Leistungsabgabe und Motortemperatur. Im Tageslicht bleibt es gut ablesbar, bei direkter Sonne erreicht die Helligkeit jedoch ihre Grenze; nachts hilft ein dunkleres Farbschema.
Die App greift tiefer ins Fahrverhalten ein als bei den meisten E-Scootern: Leistung, Drehmoment und Rekuperation lassen sich je Fahrstufe anpassen, Vorder- und Hinterrad sogar getrennt. Eine sanftere Vorderachse verändert die Balance spürbar. Der automatische Smart-Modus verteilt die Kraft selbstständig, wirkt aber weniger direkt als eine gute manuelle Abstimmung.
- separate Motorabstimmung für Vorder- und Hinterrad
- Leistung, Drehmoment und E-Bremse je Fahrstufe einstellbar
- detaillierte Zellinformationen des Smart BMS
- sämtliche wichtigen Optionen auch direkt am Scooter erreichbar
Die Funktionstiefe überzeugt mehr als die Oberfläche. Ortungsfunktionen fehlen in der deutschen Ausführung, Firmware-Updates laufen über Händler beziehungsweise Service, und das englische Displaymenü ist klein. Positiv: Die Werkseinstellung fährt bereits ausgewogen, sodass das umfangreiche Feintuning optional bleibt.
Bremsen und Sicherheitsausstattung
Hydraulische 140-Millimeter-Scheibenbremsen an beiden Rädern verzögern kräftig und gut dosierbar; die rekuperierende Hinterradbremse ergänzt sie. Die Reserven passen zur Leistungsklasse, verlangen bei einer Vollbremsung aber Gefühl, weil beide Räder blockieren können.
Die E-Bremse setzt ab Werk zu ruppig ein. Über Display oder App lässt sie sich deutlich abschwächen; Stufe 1 kommt einem nahezu deaktivierten Zustand nahe. Scheiben, Beläge und Hydraulik sollten angesichts von Gewicht und Leistung regelmäßig kontrolliert werden.
Sichtbarkeit
- höhenverstellbarer LED-Scheinwerfer
- Rücklicht mit Bremslicht
- helle Blinker vorn und hinten
- gut erreichbarer Blinkerschalter
Zugangsschutz
- NFC-Zündschloss mit zwei Karten
- deaktivierbarer automatischer Parkmodus
- kein Rahmenschloss
- kein integrierter GPS-Tracker
Die NFC-Freigabe schützt vor spontanem Losfahren, ersetzt bei längeren Pausen aber kein solides Fahrradschloss. Der automatische Parkmodus blockiert den Scooter nach kurzem Stillstand. Das kann praktisch sein, an der Ampel jedoch stören und lässt sich deshalb im Menü deaktivieren.
Transport: klappbar, aber kaum tragbar
Der doppelt gesicherte Klappmechanismus arbeitet zuverlässig, der Lenkerhaken rastet fest am Heck ein. Zusammengelegt misst der Scooter etwa 126 × 60 × 70 Zentimeter. Weil die 69 Zentimeter breiten Lenkerenden nicht einklappen, bleibt das Paket trotz kurzer Faltzeit sperrig.
Entscheidender als das Faltmaß sind die 34,6 Kilogramm. Eine einzelne Etage ist machbar, regelmäßiges Tragen jedoch kein realistischer Einsatzzweck. Der Fighter Mini Pro gehört in einen großen Kofferraum oder an einen festen, möglichst ebenerdigen Stellplatz.
Ersatzteile, Service und Garantie
Bei einem knapp 2.000 Euro teuren und technisch komplexen Scooter ist die Versorgung nach dem Kauf entscheidend. Der deutsche Teverun-Vertrieb führt für die Fighter-Mini-eKFV-Baureihe ein breites Ersatzteilsortiment – vom TFT-Display über Verkleidungsteile bis zu Komponenten für Fahrwerk und Antrieb. Das ist bei einem schweren Allradmodell ein echter Pluspunkt, weil Verschleiß- und Sturzschäden nicht automatisch zum wirtschaftlichen Totalschaden werden.
Der Hersteller nennt zwei Jahre Garantie auf den Scooter und den Akku; für einen reinen Kapazitätsverlust des Akkus gelten sechs Monate. Wartungsaufwand bleibt dennoch: Hydraulikbremsen, Reifen, Faltgelenk und die zahlreichen Schraubverbindungen sollten regelmäßig kontrolliert werden.
Fighter Mini Pro oder Blade Mini Ultra?
Fighter Mini Pro und Blade Mini Ultra teilen das Grundrezept aus zwei Bosch-Motoren, wählbarem Allrad, breiten 10-Zoll-Reifen und hoher Zuladung. Die Kaufentscheidung fällt deshalb vor allem über Fahrwerksanspruch, Elektronik und Budget.
Fighter Mini Pro
Die Premiumwahl für maximalen Federungskomfort, umfangreiches Feintuning und besonders detaillierte Akkudaten. Sein Mehrwert liegt weniger in zusätzlicher Kraft als in der kultivierteren Abstimmung.
Blade Mini Ultra
Die preisbewusstere Alternative auf ähnlicher Basis. Allrad-Bergleistung und großer Akku bleiben erhalten, KKE-Fahrwerk, TFT und einige Smart-Funktionen entfallen.
Meine Empfehlung: Der Fighter Mini Pro lohnt sich für Komfort- und Technikfans. Wer primär Reichweite und Allradleistung pro Euro sucht, erhält mit dem Blade Mini Ultra das stärkere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Stärken und Schwächen im Überblick
Vorteile
- Extrem steigfähiger Dual-Bosch-Antrieb mit fein dosierbarer Kraft.
- Einstellbares, sehr leises KKE-Fahrwerk mit hohem Komfort.
- 72 Kilometer Praxisreichweite mit dem getesteten Pro-Akku.
- Hydraulische Bremsen, helle Beleuchtung und vier Blinker.
- Umfangreiche App, Smart BMS und 150 Kilogramm Zuladung.
- Breites Ersatzteilangebot für die Fighter-Mini-Baureihe.
Nachteile
- Mit 34,6 Kilogramm kaum sinnvoll zu tragen.
- Hoher Preis und fest eingebauter Akku.
- Keine offiziell ausgewiesene Wasserschutz-Zertifizierung.
- Kabelführung, Seitenständer und Unterbodenschrauben wirken nicht ganz premium.
- E-Bremse ab Werk recht ruppig; App und Displaymenü teils unfertig.
Fazit: der beste zugelassene Allrad-Scooter?
Der Teverun Fighter Mini Pro löst den typischen Zielkonflikt starker Dual-Motor-Scooter bemerkenswert gut: Er verbindet extreme Bergreserven mit fein dosierbarer Kraft, stabilem Fahrverhalten und einem außergewöhnlich kultivierten Fahrwerk. 72 Kilometer Testreichweite, starke Hydraulikbremsen und tiefgehende Einstellmöglichkeiten ergänzen das überzeugende Tourenpaket.
Sein Gewicht, der Preis und nicht ganz konsequent ausgearbeitete Details verhindern eine Empfehlung für jeden Alltag. Wer häufig Treppen oder öffentliche Verkehrsmittel nutzt, ist mit einem leichteren Modell besser bedient. Für lange Strecken, hohe Zuladung und hügelige Regionen zählt der Fighter Mini Pro dagegen zu den überzeugendsten zugelassenen Allrad-Scootern.
Meine Einordnung: Kein Leichtgewicht für die letzte Meile, sondern ein luxuriöser Allrad-Tourer für lange Strecken und schwierige Steigungen. Mit passendem Stellplatz ist er ein ungewöhnlich vollständiges Gesamtpaket.
Wer vor allem maximale Leistung zum niedrigeren Preis sucht, sollte außerdem den RCB D7 MAX und den etwas kompakteren Hitway H11 vergleichen. Technische Details zum Fighter bietet die Teverun-Herstellerseite. Weitere leistungsstarke Tourer ordnet unsere E-Scooter-Bestenliste ein.
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