Testvideo vom Artikel aktualisiert am
Der ePowerFun ePF-PULSE+ kombiniert einen bis zu 1.600 Watt starken Heckmotor mit Vollfederung und einem 960-Wh-Akku. Damit soll er nicht nur viel Reichweite und Bergkraft bieten, sondern auch auf schlechten Wegen komfortabel und kontrolliert bleiben. Im Praxistest habe ich geprüft, ob diese Eigenschaften tatsächlich ein stimmiges Tourenpaket ergeben – und welchen Mehrwert das Plus-Modell gegenüber dem normalen PULSE bietet.
Mein Urteil: Der PULSE+ gehört zu meinen Favoriten unter den komfortablen Touren-Scootern. Entscheidend ist nicht ein einzelner Spitzenwert, sondern das sehr runde Zusammenspiel aus kräftigem Antrieb, weicher Vollfederung, fein dosierbarer Motorbremse und großer Reichweitenreserve. Ich empfehle ihn Pendlern und Tourenfahrern, die regelmäßig längere Strecken oder wechselnde Fahrbahnen bewältigen und über einen ebenerdigen Ladeplatz verfügen. Für häufiges Tragen sind rund 25,5 Kilogramm dagegen zu viel.
Fahrkomfort: weich, leise und sicher im Handling
Der Federungskomfort ist der wichtigste Grund, den PULSE+ näher anzusehen. Auf Plattenwegen, Schotter, Wiese und Kopfsteinpflaster arbeitet die Vollfederung angenehm weich. Beim Wechsel zwischen diesen Belägen bleibt das Fahren erstaunlich gelassen. Im direkten Eindruck fühlt sich das Plus-Modell geschmeidiger an als der Vorgänger.
Dazu trägt die Ruhe im Fahrzeug bei. Auf dem unebenen Testabschnitt höre ich weder klappernde Tasten noch störende Kabelgeräusche; auch der Motor läuft sehr leise. Das passt zu einem Tourenscooter: Auf längeren Strecken möchte ich mich auf den Weg konzentrieren und nicht ständig Geräusche aus dem Lenker wahrnehmen.
Die schlauchlosen 10-Zoll-Luftreifen von CST ergänzen das Fahrwerk. Ihr Straßenprofil passt besonders gut zu Asphalt, eine Geleinlage soll kleinere Einstiche in der Lauffläche abdichten. Wie Bereifung und Luftdruck das Fahrgefühl beeinflussen, erläutere ich im Ratgeber zu E-Scooter-Reifen.
Die vordere Federung lässt sich in drei Härtegraden abstimmen. Dafür werden Federungsteile getauscht; eine Verstellung per Drehknopf gibt es nicht. Die hinteren Federelemente sind nicht einstellbar.
Mit meinen rund 80 Kilogramm empfiehlt mir der Hersteller die mittlere Variante. Ich empfinde bereits die harte Ausführung am Testfahrzeug als komfortabel. Deshalb würde ich zunächst mit der vorhandenen Abstimmung fahren und erst danach entscheiden, ob ein weicheres Set zum eigenen Geschmack und den üblichen Wegen passt.
Trotz seiner Größe lässt sich der PULSE+ präzise führen. Gasannahme und Motorbremse reagieren ohne störende Verzögerung, sodass ich das Tempo auch in Kurven fein anpassen kann. Der breite Lenker vermittelt dabei gute Kontrolle. Im Hindernisparcours habe ich mich jederzeit sicher auf dem Trittbrett gefühlt.
Mit Schuhgröße 45 finde ich sowohl versetzt als auch nebeneinander Platz. Das ist auf längeren Fahrten angenehm, weil ich die Fußstellung wechseln kann. Der steil hochgezogene hintere Bereich ist dafür weniger bequem. Die feste Lenkerhöhe passt mir mit 1,80 Metern sehr gut; deutlich kleinere Fahrer sollten die Ergonomie bei einer Probefahrt prüfen.
Auf schlechten Wegen bleibt er angenehm weich und leise, am Berg liefert er kräftigen Vortrieb.
Mein Fahreindruck
Motor und Steigungen: kräftig am Berg, präzise am Gas
Der PULSE+ beschleunigt kräftig, ohne sich bei der Bedienung grob anzufühlen. Der Heckmotor liefert 500 Watt Nenndauerleistung und bis zu 1.600 Watt Spitze. Zusammen mit dem Hobbywing-Controller reagiert er direkt auf den Daumen. Gerade beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve gefällt mir, wie unmittelbar der Vortrieb einsetzt.
In Fahrstufe 3 steht die volle Beschleunigung zur Verfügung. Stufe 2 fährt sanfter an, erreicht aber ebenfalls die Höchstgeschwindigkeit; Stufe 1 ist mit sechs km/h als Schiebehilfe gedacht. Auf ebener Strecke pendelt sich mein Testgerät laut GPS bei rund 22 km/h ein.
An der 16 Prozent steilen Parkhausrampe beschleunigt der PULSE+ noch weiter, statt deutlich langsamer zu werden. Auch das Wiederanfahren am Hang gelingt ohne aktivierten Zero Start. Das spricht für nutzbare Reserven auf hügeligen Alltagsstrecken.
Der Steigungstest unter erschwerten Bedingungen mit bis zu 25 Prozent und schwierigem Untergrund verlangt ihm mehr ab. In den steilen Passagen fahre ich noch etwa 10 bis 11 km/h, obwohl das Display nur noch drei Akkubalken zeigt. Das Hinterrad verliert zwischenzeitlich etwas Traktion, der PULSE+ bewältigt den Abschnitt trotzdem. Für mich ist das ein überzeugender Beleg für die Bergleistung mit meinem Fahrergewicht.
Akku und Reichweite: Ausdauer für lange Touren
Nach 70 gefahrenen Kilometern ist der 960-Wh-Akku in meinem Test noch nicht leer. Diese Beobachtung passt zum ausdauernden Tourencharakter des PULSE+.
Gerade beim PULSE+ ergänzen sich Akku und Fahrwerk sinnvoll: Die Energiereserve eröffnet lange Ausfahrten, und die Vollfederung macht wechselnde Beläge unterwegs angenehmer. Wie weit eine einzelne Ladung reicht, hängt unter anderem von Strecke, Temperatur, Fahrergewicht und Fahrweise ab.
Das mitgelieferte Netzteil lädt mit 3 Ampere. Für eine vollständige Ladung rechne ich mit etwa sechs bis sieben Stunden – der PULSE+ lässt sich damit gut über Nacht laden. Hinweise zum Umgang mit dem Akku findest du im Akku-Ratgeber.
PULSE oder PULSE+: Was das Upgrade wirklich bringt
Den ursprünglichen PULSE kannte ich beim Test des Plus-Modells bereits seit fast einem Jahr. Entsprechend interessieren mich vor allem die Änderungen, die man unterwegs tatsächlich spürt. Drei davon stechen heraus:
Fahrwerk: Die überarbeitete Vorderachsaufhängung spricht weicher an. Auf unruhigen Wegen fühlt sich der PULSE+ geschmeidiger an, zugleich arbeitet das Fahrzeug leiser. Die früher auffälligen Bedienknöpfe klappern an meinem Testgerät nicht mehr.
Antrieb: Der größere Motor und der 30-A-Controller bringen mehr Druck beim Beschleunigen und am Berg. Die Spitzenleistung steigt von 1.200 auf 1.600 Watt. Für meinen Fahreindruck zählt besonders, dass die zusätzliche Kraft weiterhin fein dosierbar bleibt.
Bedienung und Alltag: Die Tasten sind besser erreichbar, der Klappmechanismus lässt sich einfacher bedienen, und der stabilere Ständer passt besser zum großen Fahrzeug. Das sind kleine Änderungen, die den Umgang mit dem Scooter angenehmer machen.
Für Besitzer des ersten PULSE ist deshalb nicht automatisch ein Neukauf nötig. Wenn dir dessen Antrieb ausreicht, lohnt sich eher ein Blick auf die Federungssets des Herstellers. Dort gibt es auch ein passendes Upgrade aus Motor und Controller. Ich würde zuerst klären, welche Verbesserung ich wirklich brauche: mehr Komfort, mehr Bergkraft oder das vollständige Plus-Modell.
Bremsen und Licht: fein dosierbar und gut sichtbar
Vorn und hinten sitzt jeweils eine mechanische Scheibenbremse, ergänzt durch die elektrische Motorbremse. Mit allen Bremsen steht der PULSE+ in meinem Test nach 3,2 Metern aus 22 km/h. Das ordne ich ins gute Mittelfeld ein. Die Messungen mit meinem Fahrergewicht von rund 80 Kilogramm zeigen zugleich, wie deutlich das Zusammenspiel der Bremsen den Bremsweg verkürzt:
Bremswege aus 22 km/h
- Alle Bremsen
- 3,2 m
- Vorne + Motorbremse
- 4,2 m
- Hinten + Motorbremse
- 4,5 m
- Nur Motorbremse
- 7,9 m
Eigene Messungen bis zum Stillstand · Fahrergewicht rund 80 kg
Für eine schnelle Vollbremsung lohnt es sich also, beide Bremshebel zu nutzen. Gegenüber der Motorbremse allein verkürzt sich der gemessene Bremsweg um 4,7 Meter. Die offenen Scheiben und Beläge benötigen nach Schmutzfahrten etwas Pflege.
Besonders gelungen ist die separate Motorbremse am linken Daumen. Sie verzögert so feinfühlig, dass ich das Tempo vor einer Kurve oder beim Zurollen auf eine Ampel gut abstimmen kann. Dabei arbeitet sie ohne verschleißende Bremsbeläge und gewinnt etwas Energie zurück. Mit ihrem Bremsweg von 7,9 Metern eignet sie sich vor allem zum dosierten Verzögern im Alltag; für einen möglichst kurzen Stopp ergänze ich sie durch die Scheibenbremsen.
Der 80-Lux-Scheinwerfer ist hell und lässt sich im Neigungswinkel einstellen. Rücklicht mit Bremslichtfunktion sowie Blinker an Lenkerenden und Heck ergeben ein umfangreiches Lichtpaket. Die Lenkerblinker strahlen nach vorn und hinten, die hinteren Leuchten sind auch bei Tageslicht gut erkennbar.
Ein durchdachtes Detail ist ihre bewegliche Lagerung: Bei versehentlichem Fußkontakt können sie nachgeben. Die Blinkertasten liegen näher am Daumen und sind gegenüber dem Vorgänger besser erreichbar. Eine Wippe oder einen Schieberegler würde ich persönlich noch intuitiver finden. Der begleitende Signalton lässt sich in der App abschalten.
Bedienung und Alltag: praktische Details, schlichtes Display
Das kleine Display ist der Bereich, in dem der PULSE+ aus meiner Sicht am wenigsten modern wirkt. Tempo, Fahrstufe, Licht- und Blinkerstatus sind vorhanden, der Akkustand bleibt auf fünf Balken beschränkt. Gerade auf langen Touren wünsche ich mir eine Prozentanzeige und mehr Streckeninformationen direkt am Lenker.
Die App ergänzt Leistungsdaten und erlaubt Firmware-Updates sowie Einstellungen für Gasannahme, E-Bremse, Blinkerton und Zero Start. Praktisch ist vor allem, dass sich der Charakter des Scooters anpassen lässt: sanfter für entspanntes Fahren oder direkter für kräftiges Anfahren. Die Oberfläche dürfte zeitgemäßer aussehen, die Einstellmöglichkeiten sind für den Alltag nützlich.
Zum Freischalten liegen NFC-Schlüsselkarten bei. Die elektronische Wegfahrsperre blockiert das Hinterrad; wer ohne Karte starten möchte, kann die Funktion deaktivieren. Der Alarmton ist mir zu leise, und gegen Wegtragen hilft die Elektronik nicht. Ein zusätzliches Schloss bleibt beim Abstellen sinnvoll.
Ein gut erreichbarer Ladeplatz passt zum PULSE+ besser als tägliches Treppentragen. Der Akku bleibt zum Laden im Fahrzeug. Mit rund 25,5 Kilogramm und nicht einklappbaren Lenkerenden ist er für kurze Tragewege oder den Transport im passenden Kofferraum geeignet; als täglicher Begleiter bei vielen Umstiegen wäre er mir zu sperrig.
Der Klappmechanismus erleichtert den Umgang immerhin spürbar: Er ist zweistufig gesichert, lässt sich einfach bedienen und rastet hinten automatisch ein. Auch der neue Ständer überzeugt. Er wirkt stabil, lässt sich in der Länge anpassen und schränkt eingeklappt die Bodenfreiheit nicht ein.
Verarbeitung: hochwertig und alltagstauglich
Die matte Lackierung in Silberanthrazit, schwarze Anbauteile und blaue Akzente geben dem PULSE+ einen zurückhaltenden, sportlichen Auftritt. Die Schweißnähte bleiben sichtbar, das Fahrzeug wirkt insgesamt solide und sauber zusammengesetzt. Kabel sind weitgehend verdeckt verlegt und treten erst kurz vor den Bremsen aus dem Rahmen aus.
Gut gefallen mir die abgestützten Schutzbleche und die bündigen Übergänge zwischen Metall- und Kunststoffteilen. Das weit zurückgezogene vordere Schutzblech schirmt auch das Federelement gegen Schmutz ab. Für das Fahrzeug gibt der Hersteller IP65 an.
Der Aufbau ist in meinem Test in weniger als zehn Minuten erledigt: Steckverbindungen herstellen, Lenker aufsetzen und mit sechs Schrauben befestigen. Werkzeug und Ladegerät liegen bei; die Verpackung kommt ohne Styropor aus.
ePF Pulse Plus Test: technische Daten im Überblick
| Motor | 500 Watt Dauerleistung, bis zu 1.600 Watt Spitze |
| Akku | 960 Wh |
| Reichweite im Test | 70 km gefahren, am Testende noch Restladung |
| Zuladung | bis zu 140 kg |
| Bereifung | 10 Zoll, schlauchlose CST-Luftreifen mit Gelschicht |
| Ladezeit | etwa 6–7 Stunden |
| Federung | Vollfederung, Frontfeder in drei Härtegraden erhältlich |
| Bremsen | mechanische Scheibenbremsen vorn und hinten plus elektrische Bremse |
| Gewicht | etwa 25,5 kg |
| Sicherheit | Blinker, Bremslicht und NFC-Wegfahrsperre |
Mein Testfahrzeug: PULSE+ mit 960-Wh-Akku. Ich bin 1,80 Meter groß und wog beim Test rund 80 Kilogramm. Den ergänzenden Videotest habe ich am 7. März 2025 veröffentlicht.
Vorteile und Nachteile des ePF-Pulse Plus
Vorteile
- Angenehm weiche Vollfederung und leises Fahrwerk auf wechselnden Belägen.
- Kräftiger, fein dosierbarer Antrieb; anspruchsvoller Steigungstest mit bis zu 25 % bewältigt.
- Großer 960-Wh-Akku: nach 70 gefahrenen Kilometern noch Restladung.
- Präzise separate Motorbremse, ergänzt durch zwei mechanische Scheibenbremsen.
- Viel Platz auf dem Trittbrett und gute Kontrolle über den breiten Lenker.
- Helles 80-Lux-Frontlicht, Blinker an Lenker und Heck sowie NFC-Freischaltung.
Nachteile
- Kleines Display mit wenigen Informationen und ohne Akku-Prozentanzeige.
- Rund 25,5 kg, sperriges Packmaß und fester Akku: ein gut erreichbarer Ladeplatz ist wichtig.
- Federhärte vorn nur durch Teiletausch anpassbar; hinten keine Einstellung.
Fazit: Warum der PULSE+ zu meinen Favoriten gehört
Der PULSE+ verdient seine hohe Bewertung mit dem Gesamtpaket aus Fahrkomfort, Antrieb und Bedienung. Auf schlechten Wegen bleibt er weich und leise, am Berg liefert er kräftigen Vortrieb, und Gas sowie Motorbremse lassen sich präzise dosieren. Großer Akku, viel Standfläche und umfangreiche Beleuchtung sind auf langen Touren tatsächlich nützlich.
Ich empfehle ihn besonders für längere Pendelstrecken und Ausfahrten, bei denen gute Radwege, Pflaster und unebene Abschnitte wechseln. Das schlichte Display ändert wenig an den überzeugenden Fahreigenschaften. Wichtiger für die Kaufentscheidung ist, ob sich das große Fahrzeug am eigenen Abstellplatz bequem laden lässt.
Im Vergleich zum ePF-3 liegt der Schwerpunkt stärker auf Federungskomfort. Beide bieten bis zu 1.600 Watt Spitzenleistung; der ePF-3 1200 hat mit 1.200 Wattstunden mehr Kapazität, verzichtet aber auf die Hinterradfederung. Für überwiegend gute Wege und besonders viel Akku ist der ePF-3 interessant. Auf regelmäßig rauem Untergrund würde ich den PULSE+ vorziehen.
Der ePF-2 Pro bietet ebenfalls Vollfederung und auf Wunsch einen Wechselakku. Das ist die praktischere Lösung, wenn nur in der Wohnung geladen werden kann. Der PULSE+ setzt dagegen auf mehr Antriebsleistung und zwei mechanische Scheibenbremsen.
Für Fahrer, die bequem und kraftvoll unterwegs sein möchten und den Scooter nur selten tragen, bleibt der PULSE+ eine klare Empfehlung. Bei der weiteren Auswahl helfen meine E-Scooter-Kaufberatung und die E-Scooter-Bestenliste.
Wo kaufen & sparen?
Den PULSE+ findest du direkt bei ePowerFun. Mit dem Gutscheincode HENNTECH kannst du beim Kauf sparen; es gelten die im Shop angezeigten Bedingungen.
Werbung – Affiliate-Links: Wenn du über einen der folgenden Angebotslinks einkaufst, kann ich eine Provision erhalten. Für dich ändert sich der Preis nicht. Meine Auswahl und Einschätzung bleiben davon unabhängig.
ePowerFun
Viel Leistung fürs Geld, Service vom Hersteller
Kommentar hinzufügen