RCB D7 MAX Test: Allrad-Scooter mit riesigem Akku und viel Bergleistung

RCB D7 MAX im Test: enorme Bergleistung, komfortables Fahrwerk und 1.404-Wh-Akku – aber 37 kg Gewicht. Für wen lohnt sich der Allrad-Scooter mit ABE?

Im RCB D7 MAX Test präsentiert sich der straßenzugelassene E-Scooter als Kraftpaket mit zwei Motoren, 52 Volt, fast 1,5 kWh Akkukapazität und 10 × 4 Zoll breiten Offroadreifen. Vor allem bergauf beeindruckt er – verlangt mit 37 Kilogramm aber eine klare Entscheidung gegen klassische Last-Mile-Mobilität.

Mein Urteil: Mich überzeugen die enorme Bergleistung, das sehr gute Fahrwerk, die starken Hydraulikbremsen und der riesige Akku zum erstaunlich fairen Preis. Für ebenerdige Garagen und lange, anspruchsvolle Strecken ist der D7 MAX hervorragend; für Treppen, Bahn und enge Innenstädte schlicht zu groß und schwer.

Kein Last-Mile-Scooter

Schon die Abmessungen und 37 Kilogramm machen die Zielgruppe klar. Der D7 MAX ist für lange Strecken, schwere Fahrer, steile Regionen und Ausflüge auf schlechten Wegen gebaut. Das große Trittbrett, der massive Rahmen und die breiten Reifen vermitteln Ruhe statt spielerischer Agilität. Wer einen Scooter täglich in den Zug hebt, sollte weitersuchen.

RCB D7 MAX Test – Dual-Motor E-Scooter in der Gesamtansicht
Der orangefarbene RCB D7 MAX im HennTech Praxistest.

RCB D7 MAX im Bergtest: Dual Motor

Vorn und hinten treiben Motoren mit zusammen bis zu 3.600 Watt Peak und 90 Nm an. Die legale Straßenversion regelt bei rund 22 km/h ab; die Leistung dient also nicht höherem Tempo, sondern Beschleunigung und Reserven. Eine 16-Prozent-Rampe war praktisch Formsache. Auch bei 25 bis 30 Prozent Steigung und schlechtem Untergrund blieb der D7 MAX außergewöhnlich souverän. Trotz der Wucht lässt sich die Leistung kontrolliert abrufen.

37-Kilo-Warnung vor dem Kauf

Der D7 MAX ist nur dann alltagstauglich, wenn er ebenerdig steht. Eine Garage, ein Aufzug oder ein sicherer Abstellraum sind praktisch Pflicht. Wer ihn täglich in Bahn oder Treppenhaus bewegt, kauft am eigentlichen Einsatzzweck vorbei.

RCB D7 MAX: Technische Daten im Überblick

Preis zum Testzeitpunktca. 1.150–1.300 €
MotorDual Motor, zusammen bis 3.600 W Peak / 90 Nm
System52 V
Akku27 Ah, knapp 1,5 kWh
Hersteller-Reichweite80–100 km
Praxis-Reichweiteca. 60–80 km
Gewicht37 kg
Reifen10 × 4 Zoll, schlauchlos, Offroadprofil
Bremsenvollhydraulische Zoom-Scheibenbremsen vorn und hinten
Maximale Zuladung180 kg laut Hersteller (ohne Fahrzeuggewicht)

Fahrwerk und Reifen

Einstellbare Federelemente vorn und hinten sind weich, harmonisch und leise abgestimmt. Zusammen mit den schlauchlosen 10 × 4-Zoll-Reifen schluckt der Scooter Kopfsteinpflaster, Waldwege und harte Kanten hervorragend. Im Test erwiesen sich ungefähr 2,5 bis 3 bar als guter Kompromiss aus Komfort, Reichweite und Pannenschutz. Das hohe Gewicht ist beim Rangieren spürbar, stabilisiert aber auf Tour.

RCB D7 MAX einstellbares hinteres Fahrwerk
Nahaufnahme der hinteren Federung des RCB D7 MAX.

Hydraulikbremsen und Sicherheit

Die vollhydraulischen Zoom-Scheibenbremsen an beiden Rädern überzeugten mit klarem Druckpunkt und sehr hoher, dennoch dosierbarer Leistung. Bei einer Gefahrenbremsung aus Höchstgeschwindigkeit lag der Bremsweg knapp über zwei Metern. Hydraulik und Scheiben benötigen allerdings mehr Pflege als eine gekapselte Trommelbremse. Der helle Scheinwerfer sitzt sinnvoll oben am Lenker. Lenkerendenblinker leuchten nach vorn und hinten; separate Heckblinker fehlen – bei einem so großen Fahrzeug ein unnötiger Sicherheitskompromiss.

RCB D7 MAX hydraulische Scheibenbremse am Hinterrad
Hydraulische Scheibenbremse am Hinterrad des RCB D7 MAX.

Akku, Laden, Display und App

Der 52-Volt-Akku mit 27 Ah fasst knapp 1,5 kWh. Je nach Fahrergewicht und Einsatz sind etwa 60 bis 80 Kilometer realistisch. Das serienmäßige 4,2-Ampere-Ladegerät füllt ihn in weniger als sieben Stunden – für diese Kapazität stark. Das LCD bietet genügend Informationen, ist in direkter Sonne aber schlecht ablesbar. Die überarbeitete Bluetooth-App liefert zusätzliche Fahrzeugdaten und ist für spätere Software-Updates vorbereitet.

RCB D7 MAX Display und Cockpit
Das große Display des RCB D7 MAX am Lenker.

Falten und Verstauen

Der massive Faltmechanismus hält die Lenkstange spielfrei. Beim Zusammenlegen liegt die Stange jedoch ungünstig am Display an, sodass beim Verladen Kratzer oder Schäden drohen. Selbst gefaltet bleibt der Scooter sperrig. Ohne Aufzug, ebenerdigen Abstellraum oder Garage wird der D7 MAX im Alltag schnell zur Belastung.

Was vor dem Kauf unbedingt geklärt sein sollte

Vor der Bestellung würde ich drei Dinge prüfen: den Stellplatz, die tatsächliche Tür- und Kofferraumbreite sowie die Möglichkeit zum Laden. 37 Kilogramm lassen sich nicht spontan in den Keller tragen, und die breiten Reifen brauchen mehr Platz, als Fotos vermuten lassen. Auch Wartung gehört zur ehrlichen Kalkulation. Hydraulische Bremsen, zwei Motoren und ein einstellbares Fahrwerk liefern klare Vorteile, bedeuten aber mehr Bauteile, die kontrolliert und bei Bedarf eingestellt werden müssen. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, erhält ein beeindruckend souveränes Langstreckenfahrzeug. Wer dagegen nur zwei Kilometer zur Bahn fährt, kauft Leistung, Gewicht und Reichweite, die im Alltag eher stören als helfen. Der D7 MAX ist deshalb kein universeller Testsieger, sondern ein sehr guter Spezialist.

Das spricht dafür

  • außergewöhnliche Bergleistung
  • sehr komfortables, ruhiges Fahrwerk
  • starke vollhydraulische Bremsen
  • großer Akku und schnelles Ladegerät

Das solltest du wissen

  • extreme 37 kg Eigengewicht
  • keine dedizierten Heckblinker
  • Display bei Sonne schwach
  • gefaltet weiterhin sperrig und Display gefährdet

Für wen lohnt sich das Modell?

Der D7 MAX lohnt sich für sehr bergige Gegenden, hohe Zuladung, lange Touren und schlechte Wege – idealerweise mit ebenerdigem Stellplatz. Für tägliche Zugfahrten, Treppen oder enge Stadtwohnungen ist er zu schwer, zu groß und zu spezialisiert. Auch die Diebstahlsicherung sollte vorab geplant werden: Ein Fahrzeug dieser Größe braucht einen stabilen Anschlusspunkt und ein entsprechend kräftiges Schloss. Wer Stellplatz, Ladezugang und Wartung geklärt hat, bekommt einen ungewöhnlich leistungsfähigen Tourenscooter; ohne diese Voraussetzungen wird die beeindruckende Technik schnell unpraktisch.

Weitere unabhängige Messungen und Vergleiche findest du bei den E-Scooter-Tests und in der HENNTECH E-Scooter-Bestenliste.

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Fazit zum RCB D7 MAX Test

RCB D7 MAX Test: Mich überzeugen die enorme Bergleistung, das sehr gute Fahrwerk, die starken Hydraulikbremsen und der riesige Akku zum erstaunlich fairen Preis. Für ebenerdige Garagen und lange, anspruchsvolle Strecken ist der D7 MAX hervorragend; für Treppen, Bahn und enge Innenstädte schlicht zu groß und schwer.

Grundlage dieses Artikels sind der oben eingebettete HENNTECH-Videotest und das dazugehörige Transkript. Messwerte beziehen sich auf die im Video genannten Testbedingungen.

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Henne

Ich bin Henne und bei HennTech dreht sich alles um E-Scooter, E-Bikes und das passende Zubehör. Ich probiere aus, wie sich die Fahrzeuge im Alltag schlagen und ob sie wirklich halten, was die Hersteller versprechen. Kommt mit!