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Der VMAX NEW VX4 ist die konsequent weiterentwickelte Generation des großen Schweizer Touren-Scooters. Ein neuer 52-Volt-Antrieb, ein überarbeitetes Fahrwerk und das große TFT-Display sollen ihn kräftiger, komfortabler und moderner als seinen Vorgänger machen. Im Praxistest habe ich geprüft, ob die enorme Single-Motor-Leistung tatsächlich kontrolliert auf der Straße ankommt – und ob der NEW VX4 damit zum neuen Maßstab für lange und anspruchsvolle Touren wird.
Mein Urteil: Der NEW VX4 gehört zu den stärksten und vollständigsten Single-Motor-Tourern mit deutscher Straßenzulassung. Der fein dosierbare Antrieb, das kontrollierte Vollfederungsfahrwerk, 70 bis 80 Kilometer Praxisreichweite und das große TFT-Display ergeben ein außergewöhnlich souveränes Gesamtpaket. Ich empfehle ihn Vielfahrern, schweren Fahrern und Pendlern mit langen oder steilen Strecken. Der fest eingebaute Akku und 31,7 Kilogramm Gewicht sprechen für einen ebenerdigen Stellplatz; auch der Premiumpreis sollte zum eigenen Einsatzprofil passen. Wer überwiegend fährt und selten trägt, erhält einen der überzeugendsten Touren-Scooter seiner Klasse.
Technische Daten und HENNTECH-Messwerte
| Antrieb | 500 W Nenndauerleistung, bis 2.800 W Peak; V-Torque-R10-Heckmotor mit V-Core-Max-Steuerung |
| Akku | 52 V / 20,3 Ah / 1.055 Wh, fest eingebaut |
| Reichweite | etwa 70–80 km im HENNTECH-Alltagstest bei 82 kg Zuladung, über 20 °C und gemischtem Streckenprofil; Herstellerangabe aktuell bis 100 km |
| Ladezeit | rund 5 Stunden mit 58-V-Schnellladegerät |
| Bremsen | Trommelbremse vorn, mechanische Scheibenbremse hinten, elektronische Rekuperationsbremse |
| Bremsweg | hinten 5,2 m / vorn 5,8 m / kombiniert 3,9 m, jeweils aus 22 km/h |
| Federung | dosierbare Öldruckfedergabel vorn, nivellierende Elastomerfederung hinten |
| Reifen | 10 Zoll, 2,7 Zoll breit, schlauchloses Offroadprofil |
| Gewicht / Zuladung | 31,7 kg laut aktueller Herstellerangabe / maximal 150 kg |
| Abmessungen | 137,5 × 58,5 × 119,5 cm; Trittbrett 48,2 × 20,5 cm |
| Gefaltet | 119,5 × 58,5 × 60 cm; Lenkerenden nicht einklappbar |
| Licht / Schutz | 60-Lux-Frontlicht, Rück- und Bremslicht, Blinker vorn und hinten / IPX6 |
| Preis | 1.799 Euro (Herstellerpreis zum Redaktionsstand) |
Design, Verarbeitung und Ergonomie
VMAX bleibt seiner zurückhaltenden Formensprache treu. Der fast vollständig schwarze Aluminiumrahmen wirkt massiv, ohne mit Dekorelementen zu überladen. Scheinwerfer, Reflektoren und Leitungen sind sauber integriert, die Verschraubungen weitgehend versenkt. Anbauteile und Bedienelemente saßen am Testfahrzeug fest; störendes Klappern trat auch auf unruhigem Untergrund nicht auf.
Der 58,5 Zentimeter breite Lenker vermittelt viel Kontrolle. Auf dem 48,2 × 20,5 Zentimeter großen Trittbrett finden selbst große Schuhe bequem versetzt Platz. Die Lenkerhöhe beträgt laut Hersteller 102,9 Zentimeter über dem Deck. Mit 150 Kilogramm maximaler Zuladung eignet sich der VX4 außerdem für schwere Fahrer, ohne beim Platzangebot knapp zu wirken.
„Der VX4 wirkt beim Fahren deutlich leichter, als es sein Datenblatt vermuten lässt.“
Die direkte Lenkung und der tiefe Schwerpunkt verbinden überraschende Agilität mit der Ruhe eines großen Touren-Scooters.
Fahrwerk und Reifen: komfortabel, aber nicht schwammig
Vorn arbeitet eine dosierbare Öldruckfedergabel, deren Abstimmung sich an Fahrergewicht und Untergrund anpassen lässt. Hinten sitzt ein gekapseltes Elastomerelement. Diese Konstruktion schützt die Mechanik vor Schmutz und hält das Heck kompakt. Das Ergebnis ist keine weiche Schaukel, sondern ein kontrolliertes Tourenfahrwerk: kleine Kanten und Pflaster werden klar entschärft, auf schnellen Richtungswechseln bleibt der Scooter stabil.
Die 10 × 2,7 Zoll großen Tubeless-Reifen tragen mit ihrer breiten Aufstandsfläche zur ruhigen Straßenlage bei. Auf Asphalt bieten sie viel Führung, auf festem Schotter und Waldwegen greift das ausgeprägte Profil spürbar besser als ein schmaler Cityreifen. In tiefem Kies oder weichem Sand setzt das hohe Fahrzeuggewicht Grenzen. Eine selbstabdichtende Geleinlage fehlt; Reifendruck und regelmäßige Sichtkontrolle bleiben deshalb wichtig.
Fahrwerks-Check: ruhig und komfortabel auf Asphalt, Pflaster und festem Schotter; sportlich genug für präzise Kurven. Für häufiges Tragen oder tiefen Offroad-Untergrund ist das Konzept nicht gedacht.
Motorleistung: kontrollierte Kraft statt Showeffekt
Der im Hinterrad sitzende V-Torque-R10-Nabenmotor leistet 500 Watt dauerhaft und laut VMAX bis zu 2.800 Watt in der Spitze. Die V-Core-Max-Steuerung setzt Gasbefehle sauber um: Der Scooter fährt nicht ruppig an, baut den Schub aber sehr schnell auf und hält laut GPS nahezu die erlaubten 22 km/h. Gerade bei einem Fahrzeug dieser Leistungsklasse ist die gute Dosierbarkeit wichtiger als ein spektakulärer erster Meter.
Steigungstest: Die 16-Prozent-Parkhausrampe bewältigte der VX4 mühelos. Auch auf schwierigem Untergrund jenseits von 25 Prozent blieb genügend Vortrieb vorhanden. Mehrere Wiederholungen führten weder zur Überhitzung noch zur Abschaltung.
Am Testfahrzeug nahm die Steuerung auf Bodenwellen oder bei kurzer Entlastung zeitweise Leistung zurück. Dadurch wurde der Durchzug für einen Moment unterbrochen. VMAX kündigte hierfür eine Softwareoptimierung an; bei neueren Fahrzeugen kann der Stand daher abweichen. Unabhängig davon gehört die nutzbare Bergleistung zu den größten Stärken des VX4.
VMAX NEW VX4 Test: Akku, Reichweite und Laden
Der fest eingebaute Akku arbeitet mit 52 Volt, 20,3 Amperestunden und rund 1.055 Wattstunden. Im HENNTECH-Alltagstest waren bei 82 Kilogramm Zuladung, Temperaturen über 20 °C und einem gemischten Streckenprofil etwa 70 bis 80 Kilometer realistisch. VMAX nennt aktuell bis zu 100 Kilometer unter Idealbedingungen: 20 bis 25 °C, 75 Kilogramm Fahrergewicht, ebene Strecke, gleichmäßige Fahrt, wenig Stop-and-go, Eco-Modus und 3 bar Reifendruck.
Das 58-Volt-Schnellladegerät füllt den Akku in ungefähr fünf Stunden und blieb dabei angenehm leise, weil es ohne aktiven Lüfter auskommt. Für einen Akku dieser Größe ist das alltagstauglich. Weniger flexibel ist der feste Einbau: Wer keine Steckdose am Abstellplatz hat, muss den kompletten Scooter zum Laden bewegen.
Display, App und Navigation
Das vier Zoll große TFT-Farbdisplay zeigt Geschwindigkeit, Akkustand in Prozent, Batteriespannung, Fahrmodus, Kilometer, Leistungsaufnahme, Licht und Blinker. Es ist hell, kontrastreich und im Winkel verstellbar. Die Prozentanzeige ist auf langen Touren wesentlich hilfreicher als eine reine Balkengrafik.
Die VMAX-App koppelt sich per Bluetooth und erweitert das Cockpit um Routenplanung, Fahrmodi und ein Fahrerprofil. Karten lassen sich offline speichern; Navigationshinweise erscheinen direkt auf dem TFT-Display. Die Routenplanung berücksichtigt Akkustand und hinterlegtes Fahrergewicht, um die verfügbare Reichweite einzuordnen. Außerdem lassen sich Licht sowie Kickstart beziehungsweise Zero Start steuern. Ein Passwortschutz ergänzt die mechanische Sicherung beim Abstellen, ersetzt aber kein hochwertiges Schloss.
- Turn-by-Turn-Navigation direkt im Fahrzeugdisplay
- Offline-Karten für Touren ohne stabile Datenverbindung
- Akkustand, Fahrerprofil und Reichweitenplanung
- Fahrmodi, Licht und Startverhalten per App steuerbar
- USB-C-Anschluss zum Nachladen des Smartphones
Verbesserungspotenzial bleibt bei der Konfiguration: Die Fahrstufen lassen sich nicht so individuell abstimmen wie bei manchen Konkurrenten. Die App ist damit vor allem eine sinnvolle Touren- und Verwaltungszentrale, nicht bloß ein digitales Datenblatt.
Bremsen, Licht und Blinker in der Praxis
Vorn arbeitet eine wartungsarme Trommelbremse, hinten eine große mechanische NUTT-Scheibenbremse. Zusätzlich verzögert die elektronische Rekuperationsbremse am Hinterrad. Bei leichtem Zug setzt zunächst die Motorbremse ein, stärkeres Betätigen ergänzt die mechanische Bremse. Das System lässt sich kontrolliert dosieren und bleibt bei einer Vollbremsung spurtreu.
HENNTECH-Bremsmessung aus 22 km/h
5,8 m
vorn
5,2 m
hinten
3,9 m
kombiniert
Der kombinierte Bremsweg von 3,9 Metern ist ein ordentliches Ergebnis, ohne die Klasse anzuführen. Die Trommelbremse punktet mit geringem Wartungsbedarf, während die hintere Scheibenbremse einen klaren Druckpunkt liefert. Für lange, steile Abfahrten bleibt eine saubere Einstellung besonders wichtig.
Blinker in der Praxis: Die Leuchten sitzen vorne und hinten, sind aus seitlichen Blickwinkeln gut wahrnehmbar und lassen sich über eine klar arbeitende Wippe bedienen. Ein akustischer Blinkhinweis fehlt.
Beleuchtung: Das 60-Lux-Frontlicht erzeugt einen breiten Doppelkegel. Hinten wird das Rücklicht beim Bremsen heller. Damit sind Frontlicht, Bremslicht und Blinker funktional klar voneinander getrennt.
Klappmechanismus und Transport
Das überarbeitete Faltgelenk passt zum hochwertigen Gesamteindruck. Es ist doppelt gesichert, schließt satt und zeigt im Fahrzustand kein auffälliges Spiel. Nach dem Öffnen lässt sich die Lenksäule kontrolliert ablegen und mit einem ausklappbaren Haken am Heck fixieren – eine saubere Lösung für einen Scooter, der zwar faltbar, aber nicht wirklich handlich ist.
Kompakt wird der VX4 trotzdem nicht. Gefaltet misst er rund 119,5 × 58,5 × 60 Zentimeter, die Lenkerenden bleiben ausgeklappt. Hinzu kommt das hohe Gewicht. Für den Kofferraum oder kurze Hebestrecken ist das machbar, für tägliche Treppen und häufige Zugwechsel gibt es passendere Modelle.
Service, Ersatzteile und Zubehör
Die Ersatzteilversorgung ist ein echter Langzeitvorteil. VMAX listet für den NEW VX4 zahlreiche Komponenten einzeln, darunter Elektronik, Display, Federgabel, Hinterradfederung, Bremskabel, Verkleidungsteile und Schraubensätze. Der Hersteller wirbt mit einer zehnjährigen Ersatzteilgarantie, einer eigenen Werkstatt in Deutschland und einem bundesweiten Händler- und Servicenetz.
Als Zubehör sind unter anderem Schnellladegerät, Schlösser, Transporttasche und elektrische Luftpumpe erhältlich. Der Akku ist zwar austauschbar, aber nicht als täglicher Wechselakku konstruiert. Für eine lange Nutzungsdauer ist entscheidender, dass zentrale Baugruppen repariert und einzeln ersetzt werden können.
VMAX VX4 oder ePowerFun ePF-3?
Der Vergleich mit dem ePowerFun ePF-3 zeigt, wofür der deutliche Aufpreis des VX4 steht. Der VMAX bietet mehr Spitzenleistung, Hinterradfederung, eine höhere Zuladung und Navigation direkt im Display. Der ePF-3 ist leichter und kostet selbst mit großem 1.200-Wh-Akku erheblich weniger.
| Merkmal | VMAX NEW VX4 | ePF-3 1200 |
|---|---|---|
| Preis | 1.799 € | 939 € |
| Akku | 1.055 Wh | 1.200 Wh |
| Peakleistung | 2.800 W | 1.600 W |
| Gewicht | 31,7 kg laut Hersteller | 24,9 kg |
| Zuladung | 150 kg | 140 kg |
| Federung | vorne und hinten | nur vorne |
| Navigation | im TFT-Display | per Smartphone |
Meine Einordnung: Der VX4 rechtfertigt sich über Fahrwerk, Bergreserven, Zuladung und das integrierte Tourencockpit. Wer vor allem maximale Akkukapazität pro Euro sucht und auf die Hinterradfederung verzichten kann, erhält mit dem ePF-3 das wirtschaftlichere Paket.
Stärken und Schwächen
Stärken
- sehr kräftiger und fein dosierbarer Single-Motor
- komfortables, anpassbares Fahrwerk vorne und hinten
- großer Akku und 70–80 km im Alltagstest
- helles TFT-Display mit integrierter Navigation
- 150 kg Zuladung und gute Ersatzteilversorgung
Schwächen
- hohes Gewicht und sperriges Faltmaß
- fest eingebauter Akku
- Bremsanlage solide, aber nicht klassenführend
- Leistungsrücknahme des Testfahrzeugs auf Bodenwellen
- hoher Preis von 1.799 Euro
Für wen lohnt sich der VMAX VX4?
Der VX4 passt besonders zu Pendlern und Tourenfahrern, die lange Strecken, kräftige Anstiege und wechselnde Beläge fahren. Auch große oder schwere Fahrer profitieren von der geräumigen Ergonomie, dem breiten Trittbrett und 150 Kilogramm Zuladung. Eine ebenerdige Garage oder ein gut erreichbarer Ladeplatz spielt dem Konzept in die Karten.
Weniger passend ist er für tägliches Treppentragen, häufige Mitnahme in Bus und Bahn oder sehr enge Abstellräume. Für kurze Stadtwege reichen leichtere Modelle aus; beim VX4 bezahlt und bewegt man bewusst zusätzliche Technik für Reichweite, Komfort und Bergleistung.
Fazit zum VMAX VX4 Test
Der VMAX NEW VX4 nutzt seine Größe sinnvoll. Der Antrieb verbindet kontrollierbare Kraft mit echten Bergreserven, während anpassbares Fahrwerk, breite Reifen und ruhiges Handling auch lange Strecken entspannt halten. Display, Navigation, Beleuchtung und 150 Kilogramm Zuladung wirken nicht wie Einzelmerkmale, sondern wie Teile eines konsequenten Tourenkonzepts.
Die Kehrseite ist ebenso klar: Das hohe Gewicht prägt jede Tragesituation, der Akku bleibt zum Laden im Fahrzeug und die gut dosierbare Bremsanlage erreicht keine Spitzenwerte. Das Preisniveau lohnt sich nur, wenn Kraft, Fahrkomfort und digitale Tourenfunktionen tatsächlich genutzt werden. Dann zählt der NEW VX4 zu den vollständigsten straßenzugelassenen Single-Motor-Scootern seiner Klasse.
Für mich ist der NEW VX4 deshalb kein universeller Allrounder, sondern ein ausgesprochen guter Spezialist: Er will gefahren, nicht getragen werden. Wer genau diesen Pendel- und Tourencharakter sucht, erhält viel Leistung, ein starkes Fahrwerk und eines der besten digitalen Cockpits seiner Klasse.
Preisliche Einordnung und Rabatt
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VMAX
Premium-E-Scooter aus eigener Produktion
Weitere unabhängige Messungen und Vergleiche findest du bei den E-Scooter-Tests und in der HENNTECH E-Scooter-Bestenliste. Technische Details und Ausstattungsvarianten dokumentiert der Hersteller.
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