Testvideo vom Artikel aktualisiert am
Der Segway Ninebot MAX G3D kombiniert bis zu 2.000 Watt Spitzenleistung mit einem leisen Hydraulikfahrwerk und einem TFT-Display, das Navigation und Anrufhinweise direkt am Lenker anzeigt. AirLock, Apple Find My und die umfangreiche App machen ihn zugleich zu einem der technisch ambitioniertesten City-Scooter. Im Praxistest habe ich geprüft, ob diese Funktionen wirklich nützen – und ob Fahrkomfort, Bergleistung und knapp 50 Kilometer gemessene Reichweite den Premiumanspruch erfüllen.
2.000 Watt, 597 Wh und TFT: technische Daten
| Motor | 500 Watt Dauerleistung, bis zu 2.000 Watt Spitze |
| Geschwindigkeit | bis zu 22 km/h im deutschen Sportmodus |
| Akku | 46,8 Volt, 597 Wh, fest verbaut |
| Hersteller-Reichweite | bis zu 75 km bei 20 km/h; bis zu 80 km im Eco-Modus bei 15 km/h |
| Reichweite im HennTech-Test | knapp 50 km bei rund 20 °C und gemäßigtem Streckenprofil |
| Federung | doppelte Hydraulikfederung vorn; doppelte, einstellbare Hydraulikfederung hinten |
| Reifen | 11 Zoll, schlauchlos und selbstabdichtend |
| Bremsen | zwei Doppelkolben-Scheibenbremsen plus elektromagnetische Motorbremse |
| Bremsweg im HennTech-Test | 4,1 m nur mit der Vorderradbremse; 3,1 m mit beiden Bremsen, jeweils aus 22 km/h |
| Maße fahrbereit | ca. 1.218 × 590 × 1.299 mm |
| Maße gefaltet | ca. 1.218 × 590 × 592 mm |
| Gewicht | ca. 24,6 kg laut Hersteller |
| Zuladung | bis zu 130 kg |
| Wasserschutz | Fahrzeug IPX6, Akku IPX7 |
Design und Verarbeitung auf Premium-Niveau
Der MAX G3D wirkt moderner und technischer als seine Vorgänger, ohne optisch zu übertreiben. Schwarz und Dunkelgrau dominieren, rote Akzente an Federgabel, Trittbrett und Heck setzen gezielte Kontraste. Der markante Frontbügel und die gekapselte Federgabel verleihen ihm einen eigenständigen Auftritt.
Das Aluminiumgehäuse ist sauber verarbeitet. Schweißnähte, Übergänge zwischen Metall und Kunststoff sowie Spaltmaße überzeugten im Test. Die weit heruntergezogenen Schutzbleche sind stabil und zusätzlich abgestützt; am hinteren Kotflügel verwindet oder klappert nichts. Auch das Kabelmanagement wurde weitgehend ordentlich gelöst. Im Bereich des Vorbaus bleibt die Leitungsführung etwas unruhig, ein metallischer Knickschutz sichert jedoch die wichtigen Kabel am Faltmechanismus.
Gut für den Alltag: Das Fahrzeug ist nach IPX6 gegen Strahlwasser geschützt, der Akku sogar nach IPX7. Ladeanschlüsse sitzen hinter dicken Gummiabdeckungen. Regenfahrten stellen damit grundsätzlich kein Problem dar.
Am Lenker sitzen ein griffiges Bedienteil, ein farbiges TFT-Display und eine Kombination aus Daumen- und Drehgas. Die Frontleuchte ist teilweise in den Lenkerkopf integriert. Das international angebotene Tagfahrlicht beziehungsweise die „Smart Light Bar“ ist bei der deutschen Ausführung aus regulatorischen Gründen deaktiviert.
Fahrverhalten: stabil, souverän und pendlerfreundlich
Im Hütchenparcours lässt sich der MAX G3D trotz seiner Größe zügig und sicher bewegen. Der Wendekreis passt, das Trittbrett bietet auch mit Schuhgröße 45,5 ausreichend Platz und die Lenkermaße harmonierten im Test gut mit einer Körpergröße von 1,80 Meter. Einstellbar ist die Lenkerhöhe allerdings nicht.
Segways „SegRide“-Geometrie verschiebt die Achse leicht zum Fahrzeug und soll Geradeauslauf sowie Fahrstabilität verbessern. Genau diesen ruhigen Charakter vermittelt der Scooter: Er fühlt sich sicher an und bleibt bei Ausweichmanövern stabil. Für Wheelies und Tricks ist er weniger gedacht. Optional greift zudem eine elektronische Traktionskontrolle ein, wenn ein Rad durchzudrehen droht.
Der MAX G3D fährt nicht verspielt, sondern souverän. Er richtet sich klar an Pendler, die Stabilität und Kontrolle höher gewichten als maximale Nervosität.
Ein kleiner Kritikpunkt ist die konservative Gasannahme. Die volle Leistung steht erst ungefähr ab 10 km/h bereit. Dadurch lässt sich ein niedriges Tempo nicht immer so intuitiv halten, wie man es sich wünschen würde. Der kurzzeitig aktivierbare Boostmodus sorgt beim Anfahren für mehr Druck, schaltet sich nach wenigen Sekunden beziehungsweise beim Erreichen des Maximaltempos aber wieder ab.
Hydraulisches Fahrwerk: komfortabel und sehr leise
Die 11 Zoll großen, 60 bis 70 Millimeter breiten Luftreifen schaffen bereits eine gute Basis. Sie sind schlauchlos, besitzen ein selbstheilendes System und rollen mit ihrem Straßenprofil effizient auf Asphalt. Ergänzt werden sie durch ein vollgefedertes Fahrwerk: vorn gekapselt, hinten hydraulisch und auf Fahrergewicht oder persönliches Empfinden einstellbar.
Stadt und schlechter Asphalt
Schlaglöcher, Fugen und schlechte Asphaltdecken werden wirkungsvoll abgefedert. Der Scooter bleibt ruhig und vermittelt viel Kontrolle.
Tour und lose Wege
Sand, Schotter und leichte Waldwege bewältigt das Fahrwerk überzeugend. Für echtes Gelände ist der MAX G3D nicht gedacht, bietet aber deutliche Reserven.
Besonders positiv fiel die Geräuschkulisse auf. Das Fahrwerk arbeitet leiser als beim ebenfalls gefederten Z3 Pro, ohne Knarzen oder störendes Klappern. Dadurch passt der akustische Eindruck zur insgesamt hochwertigen Verarbeitung.
MAX G3 D im Vergleich mit MAX G2 D und ZT3 Pro D
Der MAX G3 D ersetzt den G2 D nicht nur mit mehr Leistung. Er schließt die Lücke zwischen klassischem Pendler und schwerem Allroad-Modell. Die wichtigsten Unterschiede lassen sich so einordnen:
MAX G2 D
900 Watt Spitze, 551 Wh, 10-Zoll-Reifen und rund 24,25 kg. Er bleibt die einfachere Wahl, wenn Preis und bewährte Pendlertechnik wichtiger sind als maximale Leistung, TFT-Navigation und schnelles Laden.
MAX G3 D
2.000 Watt Spitze, 597 Wh, 11-Zoll-Reifen und rund 24,6 kg. Er bietet das beste Gesamtpaket für Asphalt, längere Pendelstrecken und Nutzer, die Display, App und Komfort konsequent nutzen.
1.600 Watt Spitze, 597 Wh, grobe 11-Zoll-Allroad-Reifen und rund 29,7 kg. Er passt besser zu häufigen Schotter- und Waldwegen, ist im Alltag aber deutlich schwerer und sperriger.
2.000 Watt am Berg: starke Reserven für steile Wege
Der Hinterradmotor liefert 500 Watt dauerhaft und kann kurzzeitig bis zu 2.000 Watt abrufen. Auf ebener Strecke erreicht der MAX G3D im Sportmodus ziemlich genau 22 km/h und nutzt damit die deutsche Toleranzgrenze vollständig aus. Eco-, Drive- und Sportmodus begrenzen das Tempo auf 15, 20 beziehungsweise 22 km/h; hinzu kommt eine Schiebehilfe.
Steigungstest: Die 16-Prozent-Rampe bewältigte der Scooter mit 80 Kilogramm Zuladung bei rund 18 bis 19 km/h. Auch die mehr als 25 Prozent steilen „Hannoverschen Alpen“ schaffte er ohne Boostmodus – je nach Untergrund mit ungefähr 11 bis 16 km/h. Gemeint sind kurze, besonders steile Testpassagen im Raum Hannover, kein echtes Gebirge.
Das ist eine herausragende Bergleistung. Zehn Wiederholungen des Härtetests führten beim Testfahrzeug weder zu einer Leistungsreduzierung noch zu einer Abschaltung. Berichte anderer Tester über thermische Probleme sollte man trotzdem ernst nehmen: Bei sehr langen, steilen Anstiegen und mehr als 100 Kilogramm Zuladung kann die hohe Spitzenleistung viel Wärme erzeugen. Dann kann die Elektronik herunterregeln oder abschalten. Für solche Extremprofile kann ein geeignetes Dual-Motor-Modell die bessere Wahl sein.
Praktisch am Berg ist die Funktion „Parken am Hang“. Sie hält den Scooter elektronisch fest, wenn er beim Aktivieren möglichst ruhig steht. Einen Zero Start gibt es nicht; die geringe Anfahrgeschwindigkeit von etwa 3 km/h lässt sich aber auch an Steigungen noch erreichen.
Akku, Reichweite und schnelles Laden
Der fest verbaute 597-Wh-Akku arbeitet mit 46,8 Volt. Segway nennt bis zu 75 Kilometer bei konstant 20 km/h und bis zu 80 Kilometer im Eco-Modus bei 15 km/h. Diese Laborwerte entstehen mit 75 ± 5 Kilogramm Zuladung, rund 25 Grad, wenig Wind und ebener Asphaltstrecke. Im HennTech-Test waren bei rund 20 Grad und einem gemäßigten Streckenprofil knapp 50 Kilometer möglich. Fahrergewicht, Temperatur, Reifendruck, Höhenprofil und Fahrmodus können die tatsächlich erreichbare Distanz deutlich verändern.
| Ladeoption | Dauer laut Hersteller |
|---|---|
| Integriertes Ladegerät | etwa 3,5 Stunden |
| Integriertes Ladegerät plus Schnelllader | etwa 2,5 Stunden |
Die Restladezeit erscheint sowohl auf dem Display als auch in der App. Dort lässt sich außerdem ein Ladelimit setzen oder ein fester Ladezeitraum definieren – praktisch etwa in Verbindung mit einer Solaranlage oder günstigen Stromtarifen. Der inzwischen angebotene externe 468-Wh-Akku von Segway erweitert die vom Hersteller genannte Reichweite bei 20 km/h auf bis zu 120 Kilometer. Er sitzt außen am Fahrzeug, wird separat verkauft und erhöht Gewicht sowie Anschaffungspreis.
TFT, Navigation und AirLock: So smart ist der MAX G3D
Das helle 2,4-Zoll-TFT gehört zu den besten Displays im Testfeld. Es zeigt neben Geschwindigkeit, Fahrmodus und Kilometern auch Uhrzeit und berechnete Restreichweite. In Verbindung mit der Segway-App können sogar Navigationsanweisungen und eingehende Anrufe eingeblendet werden.
Direkt auf dem TFT sichtbar
- Akkustand und Restreichweite
- verbleibende Ladezeit
- Fahrmodus und Beleuchtung
- Blinkrichtung
- Tages- und Gesamtkilometer
Zusätzlich in der App
- Dashboard mit Leistungswerten
- konfigurierbare Multifunktionstaste
- Traktionskontrolle
- Code Unlock und AirLock
- Ladelimit und Ladezeiten
- Navigation und Servicebereich
Die Integration zwischen Scooter, Display und Smartphone ist hervorragend. Im Test koppelte sich die App schnell und hielt die Verbindung stabil. AirLock kann den Scooter abhängig von der Entfernung zum Smartphone automatisch freigeben; Apple Find My bindet ihn in das Apple-Ortungsnetz ein. Ladelimit, Ladefenster, Rekuperation, Traktionskontrolle und die Multifunktionstaste lassen sich zentral konfigurieren. Navigation und Anrufhinweise erscheinen anschließend direkt auf dem TFT. Damit gehören App und Smart-Funktionen zu den besten am Markt – vor allem, weil sie im Alltag tatsächlich nützlich sind. Gleichzeitig zeigt die App, was bei der Motorabstimmung noch möglich wäre: Eine frei einstellbare Leistungskurve könnte die zurückhaltende Gasannahme bei niedrigen Geschwindigkeiten verbessern.
Bremsen, Licht und Diebstahlschutz
Der MAX G3D kombiniert zwei mechanische 120-Millimeter-Scheibenbremsen mit einer elektromagnetischen Motorbremse am Hinterrad. Die Rekuperation greift beim Bremsen, Ausrollen und Bergabfahren ein und kann in zwei Stufen angepasst oder deaktiviert werden. Einen separaten Hebel ausschließlich für die E-Bremse gibt es nicht.
Nach dem nötigen Einbremsen ließ sich das Bremssystem fein dosieren. Aus 22 km/h kam der MAX G3D im HennTech-Test allein mit der Vorderradbremse nach 4,1 Metern zum Stillstand. Mit beiden Bremsen verkürzte sich der Weg auf sehr gute 3,1 Meter. Scheiben und Beläge brauchen Pflege: Nach Fahrten durch Schmutz sollten sie gereinigt und Verschleißteile bei Bedarf ersetzt werden. Die 6-Watt-Frontleuchte ist hell und im Winkel verstellbar, das Rücklicht bietet eine Bremslichtfunktion.
Die Lenkerendenblinker strahlen nach vorn und hinten und sind auch tagsüber sichtbar. Ein zusätzliches hinteres Blinkerpaar fehlt jedoch. Breite Kleidung kann die Lenkerblinker verdecken – für ein Premium-Modell ist das ein unnötiger Schwachpunkt. Die Unterbodenbeleuchtung bleibt in Deutschland deaktiviert.
- Code Unlock: vierstellige Freigabe direkt über die Bedienelemente
- AirLock: automatische Erkennung über das Bluetooth-Signal des Smartphones
- Alarm und Motorsperre: sinnvoll für kurze Stopps, aber kein Schlossersatz
- Apple Find My: Ortung im Apple-Netzwerk; ein Apple-Gerät wird vorausgesetzt
Transport: faltbar, aber kein Leichtgewicht
Der zweistufige Klappmechanismus ist sicher, anfangs allerdings etwas schwergängig. Eine Lasche verbindet die eingeklappte Lenkerstange mit dem Heck. Fahrbereit misst der Scooter rund 1.218 × 590 × 1.299 Millimeter, gefaltet etwa 1.218 × 590 × 592 Millimeter. Mit 24,6 Kilogramm laut Hersteller und nicht faltbaren Lenkergriffen ist der MAX G3D weder besonders leicht noch besonders kompakt. Für kurze Wege in Bus und Bahn oder in den Kofferraum reicht die Faltbarkeit, regelmäßiges Treppentragen wird schnell anstrengend.
Wenn ein niedrigerer Preis, kompaktere Abmessungen und kurze überwiegend flache Stadtwege wichtiger sind als Vollfederung und große Reichweite, ist der Ninebot E2 Pro D für Einsteiger die handlichere Alternative.
Praktisch sind der stabile Metallständer, ein Transporthaken für bis zu fünf Kilogramm und die Option, den Scooter beim Einklappen automatisch auszuschalten.
Stärken und Schwächen im Überblick
Stärken
- sehr starke Bergleistung und echte 22 km/h
- komfortables, leises Hydraulikfahrwerk
- stabiles Fahrverhalten und große 11-Zoll-Reifen
- hervorragendes TFT mit Navigation
- umfangreiche App und digitale Sicherheitsfunktionen
- schnelles Laden über das integrierte Ladegerät
Schwächen
- Gasannahme bei niedrigem Tempo zu defensiv
- keine separaten Heckblinker
- 24,6 kg Gewicht und sperrige Faltmaße
- fest verbauter Hauptakku
- nur 130 kg maximale Zuladung
Fazit: Segways bislang bester City-Scooter?
Der Ninebot MAX G3D gehört zu den überzeugendsten City-Scootern für Pendler, die hohen Fahrkomfort und sinnvoll integrierte Technik gleichermaßen schätzen. Besonders das leise hydraulische Fahrwerk, der kräftige Antrieb, das informative TFT und die ausgereifte Segway-App ergeben ein hochwertiges Gesamtpaket, das sich im Alltag deutlich von einfacheren Modellen abhebt.
Ich empfehle ihn vor allem für längere Pendelstrecken auf Asphalt und wechselnden Stadtwegen, wenn ein ebenerdiger Stellplatz vorhanden ist und Navigation, AirLock, Apple Find My sowie schnelles Laden tatsächlich genutzt werden. Der fest verbaute Akku, 24,6 Kilogramm Gewicht und die zurückhaltende Leistungsfreigabe bei niedrigem Tempo bleiben Punkte für die persönliche Abwägung. Wer dagegen häufiger auf losem Untergrund fährt, findet im ZT3 Pro D die passendere Alternative. Für besonders schlechten Stadtasphalt bietet der Navee ST3 Pro mit Damping-Arm-Federung einen interessanten, stärker komfortorientierten Gegenentwurf.
Meine Einordnung: Der MAX G3D ist vor allem ein komfortabler Premium-Pendler. Wer regelmäßig extrem lange Steigungen mit sehr hoher Zuladung fährt oder einen leicht tragbaren Scooter benötigt, sollte gezielter vergleichen.
Mehr zu Reichweite, Laden und Akkupflege erklärt unser Akku-Ratgeber. Den MAX G3D im Vergleich mit anderen Allroundern findest du in der E-Scooter-Bestenliste. Mehr Geländefokus bietet der Segway Ninebot ZT3 Pro D Test.
Werbung – Affiliate-Links: Wenn du über einen der folgenden Angebotslinks einkaufst, kann ich eine Provision erhalten. Für dich ändert sich der Preis nicht. Meine Auswahl und Einschätzung bleiben davon unabhängig.
Segway-Ninebot
Ninebot MAX G3 D mit 5 % Rabatt bei Mein E-Scooter Shop
Kommentar hinzufügen