Mit 2.000 Watt Spitzenleistung, hydraulischem Fahrwerk und außergewöhnlich vielen Smart-Funktionen ist der Segway Ninebot MAX G3D das bislang stärkste City-Modell der Marke. Im Ninebot MAX G3D Test zeigt sich, ob er die erfolgreiche MAX-Reihe überzeugend fortsetzt.
Ninebot MAX G3D Test: technische Daten im Überblick
| Motor | 500 Watt Dauerleistung, bis zu 2.000 Watt Spitze |
| Geschwindigkeit | bis zu 22 km/h im deutschen Sportmodus |
| Akku | 48 Volt, 12,75 Ah, 597 Wh, fest verbaut |
| Hersteller-Reichweite | bis zu 75 km unter Prüfbedingungen |
| Praxis-Einordnung | etwa 45 bis 55 km, abhängig von Bedingungen und Fahrweise |
| Federung | gekapselte Frontfederung und einstellbare hydraulische Hinterradfederung |
| Reifen | 11 Zoll, schlauchlos und selbstheilend |
| Bremsen | zwei Scheibenbremsen plus elektromagnetische Motorbremse |
| Gewicht | ca. 24,6 kg |
| Zuladung | bis zu 130 kg |
| Wasserschutz | Fahrzeug IPX6, Akku IPX7 |
Design und Verarbeitung auf Premium-Niveau
Der MAX G3D wirkt moderner und technischer als seine Vorgänger, ohne optisch zu übertreiben. Schwarz und Dunkelgrau dominieren, rote Akzente an Federgabel, Trittbrett und Heck setzen gezielte Kontraste. Der markante Frontbügel und die gekapselte Federgabel verleihen ihm einen eigenständigen Auftritt.
Das Aluminiumgehäuse ist sauber verarbeitet. Schweißnähte, Übergänge zwischen Metall und Kunststoff sowie Spaltmaße überzeugten im Test. Die weit heruntergezogenen Schutzbleche sind stabil und zusätzlich abgestützt; am hinteren Kotflügel verwindet oder klappert nichts. Auch das Kabelmanagement wurde weitgehend ordentlich gelöst. Im Bereich des Vorbaus bleibt die Leitungsführung etwas unruhig, ein metallischer Knickschutz sichert jedoch die wichtigen Kabel am Faltmechanismus.
Gut für den Alltag: Das Fahrzeug ist nach IPX6 gegen Strahlwasser geschützt, der Akku sogar nach IPX7. Ladeanschlüsse sitzen hinter dicken Gummiabdeckungen. Regenfahrten stellen damit grundsätzlich kein Problem dar.
Am Lenker sitzen ein griffiges Bedienteil, ein farbiges TFT-Display und eine Kombination aus Daumen- und Drehgas. Die Frontleuchte ist teilweise in den Lenkerkopf integriert. Das international angebotene Tagfahrlicht beziehungsweise die „Smart Light Bar“ ist bei der deutschen Ausführung aus regulatorischen Gründen deaktiviert.
Fahrverhalten: Sicherheit vor Spieltrieb
Im Hütchenparcours lässt sich der MAX G3D trotz seiner Größe zügig und sicher bewegen. Der Wendekreis passt, das Trittbrett bietet auch mit Schuhgröße 45,5 ausreichend Platz und die Lenkermaße harmonierten im Test gut mit einer Körpergröße von 1,80 Meter. Einstellbar ist die Lenkerhöhe allerdings nicht.
Segways „SegRide“-Geometrie verschiebt die Achse leicht zum Fahrzeug und soll Geradeauslauf sowie Fahrstabilität verbessern. Genau diesen ruhigen Charakter vermittelt der Scooter: Er fühlt sich sicher an und bleibt bei Ausweichmanövern stabil. Für Wheelies und Tricks ist er weniger gedacht. Optional greift zudem eine elektronische Traktionskontrolle ein, wenn ein Rad durchzudrehen droht.
Der MAX G3D fährt nicht verspielt, sondern souverän. Er richtet sich klar an Pendler, die Stabilität und Kontrolle höher gewichten als maximale Nervosität.
Ein kleiner Kritikpunkt ist die konservative Gasannahme. Die volle Leistung steht erst ungefähr ab 10 km/h bereit. Dadurch lässt sich ein niedriges Tempo nicht immer so intuitiv halten, wie man es sich wünschen würde. Der kurzzeitig aktivierbare Boostmodus sorgt beim Anfahren für mehr Druck, schaltet sich nach wenigen Sekunden beziehungsweise beim Erreichen des Maximaltempos aber wieder ab.
Hydraulisches Fahrwerk: komfortabel und sehr leise
Die 11 Zoll großen, 60 bis 70 Millimeter breiten Luftreifen schaffen bereits eine gute Basis. Sie sind schlauchlos, besitzen ein selbstheilendes System und rollen mit ihrem Straßenprofil effizient auf Asphalt. Ergänzt werden sie durch ein vollgefedertes Fahrwerk: vorn gekapselt, hinten hydraulisch und auf Fahrergewicht oder persönliches Empfinden einstellbar.
Stadt
Schlaglöcher, Fugen und schlechte Asphaltdecken werden wirkungsvoll abgefedert. Der Scooter bleibt ruhig und vermittelt viel Kontrolle.
Tour
Sand, Schotter und leichte Waldwege bewältigt das Fahrwerk überzeugend. Für echtes Gelände ist der MAX G3D nicht gedacht, bietet aber deutliche Reserven.
Besonders positiv fiel die Geräuschkulisse auf. Das Fahrwerk arbeitet leiser als beim ebenfalls gefederten Z3 Pro, ohne Knarzen oder störendes Klappern. Dadurch passt der akustische Eindruck zur insgesamt hochwertigen Verarbeitung.
2.000 Watt am Berg: stark mit einer Einschränkung
Der Hinterradmotor liefert 500 Watt dauerhaft und kann kurzzeitig bis zu 2.000 Watt abrufen. Auf ebener Strecke erreicht der MAX G3D im Sportmodus ziemlich genau 22 km/h und nutzt damit die deutsche Toleranzgrenze vollständig aus. Eco-, Drive- und Sportmodus begrenzen das Tempo auf 15, 20 beziehungsweise 22 km/h; hinzu kommt eine Schiebehilfe.
Steigungstest: Die 16-Prozent-Rampe bewältigte der Scooter mit 80 Kilogramm Zuladung bei rund 18 bis 19 km/h. Auch die mehr als 25 Prozent steilen „Hannover Alpen“ schaffte er ohne Boostmodus – je nach Untergrund mit ungefähr 11 bis 16 km/h.
Das ist eine herausragende Bergleistung. Zehn Wiederholungen des Härtetests führten beim Testfahrzeug weder zu einer Leistungsreduzierung noch zu einer Abschaltung. Berichte anderer Tester über thermische Probleme sollte man trotzdem ernst nehmen: Bei sehr langen, steilen Anstiegen und mehr als 100 Kilogramm Zuladung kann die hohe Spitzenleistung viel Wärme erzeugen. Dann kann die Elektronik herunterregeln oder abschalten. Für solche Extremprofile kann ein geeignetes Dual-Motor-Modell die bessere Wahl sein.
Praktisch am Berg ist die Funktion „Parken am Hang“. Sie hält den Scooter elektronisch fest, wenn er beim Aktivieren möglichst ruhig steht. Einen Zero Start gibt es nicht; die geringe Anfahrgeschwindigkeit von etwa 3 km/h lässt sich aber auch an Steigungen noch erreichen.
Akku, Reichweite und schnelles Laden
Der fest verbaute 597-Wh-Akku arbeitet mit 48 Volt und 12,75 Ah. Segway nennt bis zu 75 Kilometer Reichweite unter Prüfbedingungen. Angesichts von Fahrzeuggewicht und Motorleistung ist in der Praxis eher mit ungefähr 45 bis 55 Kilometern zu rechnen. Fahrergewicht, Temperatur, Reifendruck, Steigungen und Fahrmodus beeinflussen das Ergebnis erheblich.
| Ladeoption | Dauer laut Test |
|---|---|
| Integriertes Ladegerät | etwa 3,5 Stunden |
| Integriertes Ladegerät plus Schnelllader | etwa 2,5 Stunden |
Die Restladezeit erscheint sowohl auf dem Display als auch in der App. Dort lässt sich außerdem ein Ladelimit von 80 Prozent setzen oder ein fester Ladezeitraum definieren – praktisch etwa in Verbindung mit einer Solaranlage oder günstigen Stromtarifen. Ein angekündigter Zusatzakku mit 413 Wh soll die Reichweite künftig erweitern; die Verfügbarkeit sollte vor dem Kauf aktuell geprüft werden.
Display und App: die eigentliche Besonderheit
Das helle 2,4-Zoll-TFT gehört zu den besten Displays im Testfeld. Es zeigt neben Geschwindigkeit, Fahrmodus und Kilometern auch Uhrzeit und berechnete Restreichweite. In Verbindung mit der Segway-App können sogar Navigationsanweisungen und eingehende Anrufe eingeblendet werden.
Direkt sichtbar
- Akkustand und Restreichweite
- verbleibende Ladezeit
- Fahrmodus und Beleuchtung
- Blinkrichtung
- Tages- und Gesamtkilometer
In der App
- Dashboard mit Leistungswerten
- konfigurierbare Multifunktionstaste
- Traktionskontrolle
- Code Unlock und AirLock
- Ladelimit und Ladezeiten
- Navigation und Servicebereich
Die Integration zwischen Scooter, Display und Smartphone ist hervorragend. Gleichzeitig zeigt sie, was bei der Motorabstimmung noch möglich wäre: Eine frei einstellbare Leistungskurve in der App könnte die zurückhaltende Gasannahme bei niedrigen Geschwindigkeiten verbessern.
Bremsen, Licht und Diebstahlschutz
Der MAX G3D kombiniert zwei mechanische 120-Millimeter-Scheibenbremsen mit einer elektromagnetischen Motorbremse am Hinterrad. Die Rekuperation greift beim Bremsen, Ausrollen und Bergabfahren ein und kann in zwei Stufen angepasst oder deaktiviert werden. Einen separaten Hebel ausschließlich für die E-Bremse gibt es nicht.
Nach dem nötigen Einbremsen erzielte das System ordentliche Bremswege. Scheiben und Beläge brauchen Pflege: Nach Fahrten durch Schmutz sollten sie gereinigt und Verschleißteile bei Bedarf ersetzt werden. Die 6-Watt-Frontleuchte ist hell und im Winkel verstellbar, das Rücklicht bietet eine Bremslichtfunktion.
Die Lenkerendenblinker strahlen nach vorn und hinten und sind auch tagsüber sichtbar. Ein zusätzliches hinteres Blinkerpaar fehlt jedoch. Breite Kleidung kann die Lenkerblinker verdecken – für ein Premium-Modell ist das ein unnötiger Schwachpunkt. Die Unterbodenbeleuchtung bleibt in Deutschland deaktiviert.
- Code Unlock: vierstellige Freigabe direkt über die Bedienelemente
- AirLock: automatische Erkennung über das Bluetooth-Signal des Smartphones
- Alarm und Motorsperre: sinnvoll für kurze Stopps, aber kein Schlossersatz
- Apple Find My: Ortung im Apple-Netzwerk; ein Apple-Gerät wird vorausgesetzt
Transport: faltbar, aber kein Leichtgewicht
Der zweistufige Klappmechanismus ist sicher, anfangs allerdings etwas schwergängig. Eine Lasche verbindet die eingeklappte Lenkerstange mit dem Heck. Mit 24,6 Kilogramm und nicht faltbaren Lenkergriffen ist der MAX G3D weder besonders leicht noch besonders kompakt. Für kurze Wege in Bus und Bahn oder in den Kofferraum reicht die Faltbarkeit, regelmäßiges Treppentragen wird schnell anstrengend.
Praktisch sind der stabile Metallständer, ein Transporthaken für bis zu fünf Kilogramm und die Option, den Scooter beim Einklappen automatisch auszuschalten.
Stärken und Schwächen
Stärken
- sehr starke Bergleistung
- hochwertige Verarbeitung
- komfortables, leises Fahrwerk
- stabiles und sicheres Fahrverhalten
- hervorragendes TFT-Display
- umfangreiche, gut integrierte App
- schnelles Laden
- viele digitale Sicherheitsfunktionen
Schwächen
- Gasannahme bei niedrigem Tempo zu defensiv
- keine zusätzlichen Heckblinker
- hohes Gewicht
- fest verbauter Akku
- Reichweite kein Touren-Spitzenwert
- mögliche thermische Grenzen bei extrem langen Anstiegen und hoher Zuladung
Fazit: Segways bislang bester City-Scooter?
Der Ninebot MAX G3D verbindet erstklassigen Fahrkomfort mit sehr hoher Motorleistung und einer Smart-Ausstattung, die in dieser Konsequenz kaum ein Konkurrent bietet. Besonders das leise hydraulische Fahrwerk, das informative TFT und die Segway-App sorgen für einen hochwertigen Gesamteindruck.
Er ist jedoch kein perfekter Touren-Scooter und kein Preis-Leistungs-Schnäppchen. Reichweite, Gewicht und die konservative Motorsteuerung bei niedrigem Tempo sollte man vor dem Kauf berücksichtigen. Für urbane Pendler, die längere Strecken zurücklegen, Wert auf Komfort und smarte Funktionen legen und den Scooter nicht täglich tragen müssen, ist der MAX G3D trotzdem eines der spannendsten Segway-Modelle.
Meine Einordnung: Der MAX G3D ist vor allem ein komfortabler Premium-Pendler. Wer regelmäßig extrem lange Steigungen mit sehr hoher Zuladung fährt oder einen leicht tragbaren Scooter benötigt, sollte gezielter vergleichen.
Mehr zu Reichweite, Laden und Akkupflege erklärt unser Akku-Ratgeber. Den MAX G3D im Vergleich mit anderen Allroundern findest du in der E-Scooter-Bestenliste. Mehr Geländefokus bietet der Segway Ninebot ZT3 Pro D Test.
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