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Der Egret Unit kombiniert einen bis zu 1.890 Watt starken Heckmotor und einen 730-Wh-Akku mit Vollfederung und einem mittig integrierten Gepäckträger. Gerade die Verbindung aus kräftigem Antrieb und echtem Transportnutzen ist in dieser Klasse ungewöhnlich. Im mehrwöchigen Praxistest auf Asphalt, Kopfsteinpflaster, bei Nässe und an steilen Passagen habe ich geprüft, ob daraus tatsächlich ein besonders vielseitiger Alltags-Tourer entsteht.
Mein Urteil: Zum aktuellen Preis von 699 Euro ist der Egret Unit ein echter Preis-Leistungs-Sieger unter den vollgefederten Touren-Scootern. 75 Kilometer gemessene Reichweite, starke Bergreserven und der serienmäßige Gepäckträger ergeben ein ausgesprochen vielseitiges Gesamtpaket. Ich empfehle ihn Pendlern und Vielfahrern, die regelmäßig Gepäck transportieren, längere Strecken zurücklegen oder kräftige Steigungen bewältigen. Seine 27,7 Kilogramm und die rund acht Stunden Ladezeit passen am besten zu einem ebenerdigen Stellplatz mit Lademöglichkeit über Nacht. Unter diesen Voraussetzungen gehört der Unit zu den praktischsten E-Scootern seiner Preisklasse.
75 km
gemessen
3,5 m
Bremsweg
1.890 W
Peak
699 €
aktuell
Preisupdate: dauerhaft 699 Euro
Egret hat den Preis des Unit dauerhaft auf 699 Euro gesenkt. Damit ist das ohnehin starke Gesamtpaket noch attraktiver und der Unit für mich ein echter Preis-Leistungs-Sieger unter den vollgefederten E-Scootern.
Alltag statt Showgerät: Aufbau und Ergonomie
Schon beim Aufbau vermittelt der Egret Unit einen hochwertigen Eindruck. Der Rahmen ist sauber verarbeitet, die Anbauteile sitzen fest und auch nach mehreren Wochen klapperte im Test nichts. Der 62 Zentimeter breite Lenker, der tiefe Schwerpunkt und die ergonomischen Griffe vermitteln viel Kontrolle. Auf dem 51 × 16 Zentimeter großen Trittbrett fand ich auch mit Schuhgröße 45 ausreichend Platz.
Die Lenkerhöhe lässt sich nicht verstellen, passte bei meiner Körpergröße von 1,80 Meter aber gut. Mit acht Zentimetern Bodenfreiheit bleibt der Unit klar auf Stadtverkehr und befestigte Wege ausgerichtet. Positiv: Die Verpackung kommt ohne Styropor aus, und Spanngurte für den Gepäckträger gehören bereits zum Lieferumfang.
Antrieb: kultiviert und bergfest
500 Watt Nennleistung klingen gewöhnlich, 1.890 Watt Spitzenleistung und 38 Nm sind es nicht. Der Unit beschleunigt kräftig, bleibt dabei aber gut kontrollierbar. Auf ebener Strecke lag das reale Tempo in meinem Test meist zwischen 21 und 21,5 km/h. Alle Fahrmodi erreichen die volle Endgeschwindigkeit; sie verändern vor allem das Ansprechverhalten und damit den Verbrauch.
An meiner 16 Prozent steilen Parkhausrampe hatte der Unit keine erkennbaren Schwierigkeiten. Selbst fünf aufeinanderfolgende Fahrten über einen losen Abschnitt mit rund 25 Prozent Steigung absolvierte er ohne Überhitzung oder deutlichen Leistungseinbruch. In dieser Preisklasse ist das ein starkes Ergebnis.
„Der Unit liefert seine Kraft nicht ruppig, sondern überraschend kontrolliert – selbst an steilen Anstiegen.“
Technische Daten und Messwerte
| Aktueller Preis | 699 € |
|---|---|
| Motor | 500 W Nennleistung, bis 1.890 W Peak, 38 Nm |
| Akku | 46,8 V / 15,6 Ah / 730 Wh, EN 50604-1 zertifiziert |
| Hersteller-Reichweite | bis 100 km |
| Reichweite im HennTech-Test | 75 km |
| Bremsweg im HennTech-Test | ca. 3,5 m |
| Ladezeit | ca. 8 Stunden |
| Gewicht | 27,7 kg |
| Reifen | 10 Zoll, 2,7 Zoll breit, Gravel-Profil |
| Federung | Federgabel vorn, verdeckte Schwinge hinten |
| Bremsen | zwei mechanische Trommelbremsen plus E-Bremse über den Hinterradmotor |
| Zuladung | bis 130 kg |
| Mittig integrierter Gepäckträger | serienmäßig, bis 10 kg Gepäck |
| Schutz | Fahrzeug IPX5, Akku IPX7 |
| Abmessungen | 113 × 62 × 126 cm (L × B × H) |
| Faltmaß | 113 × 55 cm (L × H) |
So sind die HennTech-Messwerte einzuordnen: Die 75 Kilometer stammen aus einer vollständig gefahrenen Praxisrunde und nicht aus dem idealisierten Herstellerverfahren. Die Strecke war eben, die Zuladung betrug 82 Kilogramm und die Temperatur lag über 20 °C. Der Bremsweg von rund 3,5 Metern ist der Durchschnitt mehrerer Vollbremsungen auf Asphalt; der Reaktionsweg ist nicht enthalten. Fahrergewicht, Temperatur, Wind, Reifendruck und Untergrund beeinflussen beide Werte, deshalb sind sie als realistische Orientierung und nicht als Garantie zu verstehen. Egret ermittelt die Werksreichweite von bis zu 100 Kilometern dagegen bei 15 km/h, 25 °C, 75 Kilogramm Last und auf ebener Asphaltstrecke.
Fahrwerk: komfortabel, aber kein Offroad-Scooter
Vorn arbeitet eine klassische Federgabel mit 20 Millimetern Federweg, hinten eine verdeckte Schwinge mit 30 Millimetern. Das Setup ist eher straff: Kanaldeckel, Kanten und leichtes Kopfsteinpflaster werden sauber gefiltert, auf grobem Pflaster bleibt jedoch spürbares Feedback.
Die 2,7 Zoll breiten Gravel-Reifen tragen zur ruhigen Straßenlage bei und boten im Test auch bei Nässe guten Halt. Auf festem Schotter und den losen Abschnitten des Steigungstests vermittelt das Profil mehr Führung als ein schmaler Straßenreifen. In tiefem Kies oder auf weichem Boden machen sich Gewicht und begrenzter Federweg trotzdem bemerkbar. Wer schwebenden Offroad-Komfort erwartet, liegt falsch. Als leises, stabiles Stadtfahrwerk mit Reserven für befestigte Feld- und Schotterwege funktioniert die Kombination dagegen sehr gut.
Fahrwerks-Check: spürbar komfortabler als ein ungefedertes Heck, aber bewusst straffer abgestimmt als ein schwerer Offroad-Scooter.
75 km Reichweite: stark, aber langsam geladen
Egret nennt unter idealen Bedingungen bis zu 100 Kilometer Reichweite. In meinem vollständigen Praxistest kam der Unit auf 75 Kilometer. Damit liegt er 25 Prozent unter der Herstellerangabe, bietet aber weiterhin genug Reserven für lange Pendelstrecken und ausgedehnte Touren.
Der Wert passt zur Akkukapazität von 730 Wh. Das hohe Fahrzeuggewicht, der kräftige Motor und die breiten Gravel-Reifen kosten Reichweite. Je nach Fahrergewicht, Temperatur, Reifendruck, Steigungen und Fahrmodus sind im Alltag etwa 65 bis 75 Kilometer realistisch.
Reichweitentest: 75 km
Für einen 730-Wh-Akku und die breite Gravel-Bereifung ist das ein überzeugendes Praxisergebnis.
Der Akku erfüllt die EN 50604-1 und ist nach IPX7 gegen Wasser geschützt; für das Fahrzeug nennt Egret IPX5. Der Nachteil steckt im 2-Ampere-Ladegerät: Eine vollständige Ladung dauert ungefähr acht Stunden. Schnelles Zwischenladen ist kaum möglich, und weil der Akku fest verbaut ist, muss immer der komplette Scooter zur Steckdose.
Während der vollständigen Reichweitenfahrt blieb der Unit bis weit in den unteren Anzeigebereich alltagstauglich. Erschwert wird die Einschätzung durch die grobe Balkenanzeige: Für längere Touren sollte man die Reserve konservativer planen, statt die letzten Balken wie eine genaue Prozentanzeige zu behandeln.
Gepäckträger: vom Gimmick zum Alltagsargument
Der mittig integrierte Gepäckträger, den Egret „Center-Rack“ nennt, unterscheidet den Egret Unit deutlich von fast allen Konkurrenten. Im offenen Mittelrahmen lassen sich Einkaufstaschen, Pakete oder ein schweres Schloss mit den beiliegenden Gurten befestigen. Bis zu zehn Kilogramm sind erlaubt.
Anders als bei einer Tasche am Lenker sitzt das Gewicht tief und nahe an der Fahrzeugmitte. Dadurch bleibt die Lenkung berechenbar und das Gepäck pendelt beim Bremsen nicht unkontrolliert. Das Rack ersetzt keinen geschlossenen Koffer und verlangt eine sorgfältige Sicherung. Für tägliche Besorgungen erwies es sich im Test trotzdem als eines der praktischsten Details des gesamten Scooters.
Bremsen, Licht und Bedienung
Zwei mechanische Trommelbremsen verzögern den Unit zuverlässig und fein dosierbar. Zusätzlich unterstützt eine E-Bremse über den Hinterradmotor; sie ist nicht separat ansteuerbar. In meinen Bremsversuchen kam der Scooter nach durchschnittlich rund 3,5 Metern zum Stillstand. Scheibenbremsen könnten bissiger zupacken, das geschützte und wartungsarme Trommelbremssystem passt aber gut zur Ausrichtung als Alltagsfahrzeug.
Das einstellbare Frontlicht leistet 40 Lux. Auf beleuchteten Straßen und Radwegen reicht das aus; auf komplett dunklen Strecken dürfte der Lichtkegel gern kräftiger sein. Hinten sitzt ein COB-LED-Rücklicht, das beim Bremsen deutlich heller wird und zugleich den Kennzeichenhalter integriert. Die zertifizierten Blinker befinden sich vorne an den Lenkerenden und hinten am Fahrzeug. Dadurch bleibt die Richtungsanzeige aus mehreren Blickwinkeln sichtbar, ohne dass zusätzliche Anbauteile weit aus dem Rahmen ragen.
Das Display bleibt bei Sonne ablesbar, zeigt den Akkustand während der Fahrt aber nur in Balken. Eine Prozentanzeige wäre genauer. Praktisch sind der USB-C-Anschluss und die elektronische Wegfahrsperre per PIN beziehungsweise App. Ein mechanisches Schloss ersetzt sie nicht.
App, Ersatzteile und My Style Kit
Die Egret-App ergänzt das schlichte Display um Verwaltungsfunktionen. Laut Hersteller lassen sich dort die verbleibende Ladezeit und die geschätzte Reichweite prüfen, der Fahrmodus wechseln und die elektronische Wegfahrsperre aktivieren. Außerdem führt die App zum Egret-Service. Sie ist damit eher Kontroll- und Servicezentrale als Navigationsdisplay.
Positiv für eine längere Nutzung ist die dokumentierte Ersatzteilversorgung. Egret stellt für den Unit Reparaturunterlagen unter anderem für Akku, Blinker, Bremsen, Controller, Display, Hinterradmotor, Rücklicht, Seitenständer und Vorderreifen bereit. Die Anleitungen richten sich teilweise an qualifizierte Werkstätten und sind kein Freibrief für jede Reparatur in Eigenregie. Sie zeigen aber, dass zentrale Baugruppen grundsätzlich einzeln ersetzt werden können.
Das My Style Kit verändert nur die Optik, ist aber ungewöhnlich umfangreich: Neun Designs gestalten Trittbrett und Lenker, die Aufkleber sind laut Egret UV- und wetterbeständig. In der aktuell angebotenen Ausstattung nennt der Hersteller acht zusätzliche Stickerbögen im Lieferumfang. Über den My Style Designer lässt sich alternativ ein eigenes Dekor erstellen.

Gewicht und Transport
27,7 Kilogramm sind der Preis für Akku, Fahrwerk und Gepäcksystem. Der Klappmechanismus arbeitet stabil und unkompliziert: Nach dem Lösen der Sicherung lässt sich die Lenksäule kontrolliert absenken, das Gelenk schließt im Fahrzustand ohne auffälliges Spiel. Mit 113 × 62 × 126 Zentimetern ist der Unit ausgeklappt relativ kompakt. Gefaltet nennt Egret 113 Zentimeter Länge und 55 Zentimeter Höhe; die festen Lenkerenden begrenzen weiterhin den Platzbedarf in der Breite.
Im ausreichend großen Kofferraum lässt sich der Unit damit gut transportieren. Häufiges Heben bleibt wegen des hohen Gewichts und des offenen Gepäckträgers unhandlich. Für tägliche Zugfahrten, mehrere Stockwerke oder enge Kellertreppen gibt es passendere Modelle.
Während der Fahrt fällt die Masse deutlich weniger negativ auf. Der tiefe Schwerpunkt sorgt für eine ruhige Straßenlage und verhindert, dass sich der Unit kopflastig anfühlt.
Egret Unit oder ePowerFun ePF-3?
Der direkte Konkurrent ist der ePowerFun ePF-3. Für einen fairen Preisvergleich bietet sich dessen 864-Wh-Version an. Beide Modelle richten sich an Pendler und Tourenfahrer, setzen ihre Schwerpunkte aber unterschiedlich.
| Merkmal | Egret Unit | ePF-3 864 |
|---|---|---|
| Preis | 699 € | 799 € |
| Akku | 730 Wh | 864 Wh |
| Peak-Leistung | 1.890 W | 1.600 W |
| Gewicht | 27,7 kg | 23,8 kg |
| Zuladung | 130 kg | 140 kg |
| Federung | vorne und hinten | nur vorne |
| Ladezeit | ca. 8 h | ca. 6 h |
| Gepäckträger | serienmäßig, 10 kg | nicht vorhanden |
Der Unit bietet mehr Motorleistung, eine Hinterradfederung, den praktischen Gepäckträger und den niedrigeren Preis. Der ePF-3 besitzt den größeren Akku, wiegt rund vier Kilogramm weniger und lädt schneller. Wer Komfort, Gepäcktransport und Bergreserven priorisiert, ist beim Unit besser aufgehoben. Wer den Scooter häufiger tragen muss, findet im ePowerFun ePF-3 die passendere Alternative.
Das spricht dafür
- 75 km gemessene Reichweite
- enorme Bergreserven
- Federung vorne und hinten
- praktischer Gepäckträger
- hochwertige, leise Verarbeitung
Das solltest du wissen
- 27,7 kg Eigengewicht
- rund acht Stunden Ladezeit
- Akku nicht entnehmbar
- Display ohne Prozentanzeige
- Lenkerhöhe nicht verstellbar
Fazit zum Egret Unit Test
Der Egret Unit zählt zu den praktischsten Alltags-Scootern in seinem Umfeld. Der Motor besitzt reichlich Reserven, das straffe Fahrwerk filtert die wichtigsten Unebenheiten und 75 gemessene Kilometer schaffen auch für lange Pendelstrecken viel Spielraum.
Der Gepäckträger ist mehr als ein Design-Gag: Gepäck sitzt dort sicherer und deutlich ruhiger als an einem Lenkerhaken. Genau solche Lösungen entscheiden im Alltag darüber, ob ein Scooter regelmäßig genutzt wird.
Perfekt ist der Unit nicht. 27,7 Kilogramm sind beim Tragen eine echte Belastung, eine vollständige Ladung dauert rund acht Stunden und das Display könnte informativer sein. Wer einen kräftigen, vollgefederten E-Scooter mit sinnvoller Transportlösung sucht und ebenerdig laden kann, bekommt dennoch ein außergewöhnlich vollständiges Gesamtpaket.
Angebot und Rabatt
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Große Luftreifen und Federung, Service vor Ort
Weitere unabhängige Messungen und Vergleiche findest du bei den E-Scooter-Tests und in der HENNTECH E-Scooter-Bestenliste.
Grundlage dieses Artikels sind der oben eingebettete HENNTECH-Videotest, das dazugehörige Transkript und die ergänzenden HennTech-Messungen. Reichweite und Bremsweg beziehen sich auf die im Test ermittelten Werte.
Wow! Da bekommt man echt viel geboten fürs Geld. Starkes Teil!