ePowerFun ePF-2 Pro Test: Vollgefederter Allrounder mit Wechselakku

Mit einstellbarer Hinterradfederung, optimierter Geometrie, mehr Drehmoment und optionalem Wechselakku soll der ePowerFun ePF-2 Pro den vielseitigen Vorgänger noch einmal übertreffen. Im ausführlichen Test kläre ich, wie komfortabel und kräftig er fährt – und für wen sich welche Akkuvariante lohnt.

ePowerFun ePF-2 Pro im Überblick

Antrieb500 Watt Dauerleistung, 1.200 Watt Spitzenleistung, Hinterradantrieb
Höchstgeschwindigkeitbis knapp 22 km/h im Test
FederungFedergabel vorn, einstellbare Stahlfederung hinten
Bereifung10 Zoll, schlauchlos, mit Pannenschutz-Geleinlage
BremsenTrommelbremse vorn und rekuperierende Motorbremse hinten
Gewichtje nach Akku etwa 22,2 bis 23 kg
Zuladung120 kg
WasserschutzIP65
Akkuje nach Modell fest integriert oder entnehmbar

Kurz eingeordnet

Der ePF-2 Pro ist ein vollgefederter City- und Touren-Scooter, kein schwerer Offroader. Seine Stärke liegt im ausgewogenen Gesamtpaket: komfortabel, stabil, ausreichend kräftig und in mehreren Akkuvarianten erhältlich.

ePowerFun ePF-2 Pro in vollständiger Seitenansicht
Der ePowerFun ePF-2 Pro kombiniert ein breites Trittbrett mit Front- und Hinterradfederung.

Design und Verarbeitung: Black Beauty mit kleinen Schwächen

Optisch tritt der ePF-2 Pro ausgesprochen zurückhaltend auf. Rahmen, Trittbrett und viele Anbauteile sind nahezu komplett schwarz. Die Logos sind dezent verteilt, das Trittbrett trägt ein eingearbeitetes Relief und am Heck steigt die Standfläche leicht an. Das wirkt unaufgeregt, aber durchaus hochwertig.

Die Verarbeitung hinterließ im Test einen soliden Eindruck. Schweißnähte und Spaltmaße wirkten sauber, die Schutzbleche sind stabil und das Kabelmanagement ist erfreulich ordentlich. Nur das Bremskabel bleibt sichtbar; die übrigen Leitungen verschwinden weitgehend im Rahmen und sind am Faltgelenk zusätzlich geschützt. Auch auf schlechtem Untergrund blieb der Scooter angenehm leise – kein störendes Klappern und kein Rasseln der innenliegenden Kabel.

Unauffällig, aber durchdacht: Der ePF-2 Pro will nicht mit Showeffekten überzeugen, sondern mit sauberer Verarbeitung und einem funktionalen Aufbau.

Ganz ohne Kritik bleibt das Design nicht. Das helle LCD ist zwar auch bei Sonne gut ablesbar, wirkt optisch aber etwas altbacken. Gleiches gilt für den extern montierten Frontscheinwerfer. Er funktioniert sehr gut, fügt sich jedoch weniger elegant ins Gesamtbild ein als eine integrierte Lösung.

Blinkertasten und Daumengas des ePowerFun ePF-2 Pro
Blinkertasten und Daumengas sind direkt mit dem linken Daumen erreichbar.
LCD-Display des ePowerFun ePF-2 Pro
Das helle LCD ist funktional und auch bei Tageslicht gut ablesbar.

Fahrverhalten: agil und gleichzeitig stabil

Im Hütchenparcours fährt sich der ePF-2 Pro sportlich und direkt. Gasannahme und Bremsen reagieren ohne störende Verzögerung, Hindernissen lässt sich kontrolliert ausweichen. Das moderate Gewicht ab rund 22,2 Kilogramm hilft dabei. Auf dem Trittbrett findet auch Schuhgröße 45 einen sicheren Stand, nur parallel nebeneinander wird es naturgemäß eng.

Spürbar ist die überarbeitete Geometrie. Lenkerwinkel, Nachlauf, Lenker- und Trittbretthöhe sowie Bodenfreiheit wurden angepasst. Das Ergebnis ist eine direkte Lenkung mit gutem Geradeauslauf. Selbst ein kurzer Einhand-Test zeigte, wie ruhig der Scooter seine Spur hält. Die schlauchlosen 10-Zoll-Reifen liefern auch bei zügigeren Kurvenfahrten zuverlässigen Halt.

Die neue Vollfederung macht den Unterschied

Der wichtigste Fortschritt gegenüber dem ePF-2 steckt am Hinterrad. Zur bekannten Federgabel vorn kommt eine Stahlfederung hinten, die sich mit dem beiliegenden Werkzeug auf Körpergewicht und persönliche Vorlieben abstimmen lässt. Damit werden nicht nur die Hände, sondern auch Füße und Rücken deutlich besser entlastet.

In der Stadt

Kopfsteinpflaster, Fugen und schlechte Asphaltdecken verlieren spürbar ihren Schrecken. Das Fahrwerk arbeitet ausgewogen und blieb im Test frei von störenden Nebengeräuschen.

Auf Tour

Auch Wald- und Feldwege sind gut machbar. Für grobes Gelände reichen die Federwege irgendwann nicht mehr aus – als Offroad-Scooter ist der ePF-2 Pro aber auch nicht gedacht.

Zusätzliche Alltagssicherheit bringen die schlauchlosen Reifen mit Pannenschutz-Gel. Im Test dichtete sich selbst eine gezielte Verletzung des Reifens ab, ohne dass anschließend Luft hörbar austrat. Das ersetzt keine regelmäßige Kontrolle des Luftdrucks, reduziert aber das Risiko typischer kleiner Einstiche.

Vorderradfederung des ePowerFun ePF-2 Pro
Die Federgabel vorn fängt harte Kanten und schlechte Asphaltstellen ab.
Einstellbare Hinterradfederung des ePowerFun ePF-2 Pro
Die einstellbare Stahlfederung am Hinterrad ist der wichtigste Komfortgewinn.

Motor und Steigungstest

Der Hinterradmotor leistet die in Deutschland erlaubten 500 Watt dauerhaft und bis zu 1.200 Watt in der Spitze. Auf dem Papier entspricht die Spitzenleistung dem Vorgänger. Durch eine überarbeitete Wicklung und neue Magnete verspricht ePowerFun jedoch 20 Prozent mehr Drehmoment – und genau das war im Test spürbar.

Auf ebener Strecke beschleunigte der ePF-2 Pro direkt und erreichte im GPS-Test Werte sehr nah an der gesetzlichen Toleranzgrenze von 22 km/h. An der 16-Prozent-Steigung mit 80 Kilogramm Fahrergewicht hielt er etwa 13 bis 14 km/h. Auch das Anfahren am Berg gelang nach Aktivierung des Zero Starts in der App problemlos.

Im Härtetest bezwang der ePF-2 Pro sogar die mehr als 25 Prozent steilen „Hannover Alpen“ – langsam und kämpfend, aber ohne abzuschalten.

Für den Alltag ist das wichtiger als ein spektakulärer Spitzenwert: Steigungen zwischen 15 und 20 Prozent bewältigt der Scooter gut bis sehr gut und hält seine Leistung stabil. Einen Quantensprung gegenüber dem Vorgänger darf man trotzdem nicht erwarten. Bei hoher Zuladung in Verbindung mit langen, sehr steilen Anstiegen bleibt die 1.600-Watt-Klasse überlegen.

Hinterradmotor des ePowerFun ePF-2 Pro
Der 500-Watt-Hinterradmotor liefert bis zu 1.200 Watt Spitzenleistung.

Akkuvarianten: Welche Ausführung passt zu dir?

Die Modellvielfalt ist eines der stärksten Argumente für den ePF-2 Pro. Zum Testzeitpunkt gab es drei Ausführungen mit fest integriertem Akku und zwei Varianten mit Wechselakku. Preis, Fahrzeuggewicht und mögliche Reichweite unterscheiden sich entsprechend. Deshalb sollte nicht automatisch die größte Ausführung im Warenkorb landen.

FahrprofilSinnvolle WahlWarum?
Kurze tägliche WegeKleinere AkkuvarianteGünstiger und etwas leichter; unnötige Kapazitätsreserven müssen nicht mitgetragen werden.
Lange Pendelstrecken und TourenGrößerer AkkuMehr Reichweitenreserve und bei den größeren Varianten ein 3-Ampere-Ladegerät.
Wohnung ohne ebenerdigen LadeplatzWechselakkuDer Scooter kann unten bleiben, während nur der weniger als vier Kilogramm schwere Akku mitgenommen wird.
Sehr lange TourenWechselakku plus ZweitakkuUnterwegs lässt sich in wenigen Sekunden wechseln; so sind insgesamt über 100 Kilometer möglich.

Das Entnehmen gelingt unkompliziert: Schloss öffnen, den ausklappenden Griff greifen und den Akku aus dem Trittbrett heben. Vier Dämpfer halten ihn während der Fahrt ruhig, sodass im Test keine Klappergeräusche auftraten. Praktisch ist außerdem, dass der Akku mit deutlich unter vier Kilogramm noch gut im Rucksack transportiert werden kann.

Zwei Details sollte man kennen: Weil die Akkuoberseite zugleich Teil des Trittbretts ist, kann sie bei schlechtem Wetter verschmutzen. Auch das tief sitzende Akkuschloss ist Schmutz ausgesetzt; eine kleine Abdeckung wäre hier wünschenswert. Reichweitenwerte hängen zudem stark von Fahrergewicht, Temperatur, Strecke und Fahrweise ab und sollten nie als garantierte Praxiswerte verstanden werden.

Bremsen, Licht und App

Gebremst wird vorn mechanisch per Trommelbremse und hinten elektrisch über den Motor. Ein Hallsensor im Bremshebel mischt die E-Bremse abhängig davon bei, wie weit der Hebel gezogen wird. Das macht das System feinfühliger als eine simple Ein-Aus-Lösung. Die Trommelbremse ist wartungsarm, die Motorbremse eignet sich besonders für das kontrollierte Zurollen und gewinnt dabei Energie zurück.

Im Test blieb der Scooter bei der Gefahrenbremsung stabil und brach nicht aus. Die Bremswege lagen im guten Mittelfeld und sind für das übliche Tempo um 20 km/h völlig ausreichend. Die Stärke der Motorbremse kann in der App angepasst werden.

  • 80-Lux-Frontlicht mit seitlicher Lichtleiste
  • helles Rücklicht mit Bremslichtfunktion
  • gut sichtbare Blinker vorn und hinten
  • Blinkerton lässt sich in der App deaktivieren
  • Wegfahrsperre blockiert das Hinterrad

Die App bietet die wichtigsten Einstellungen, darunter Fahrmodus, Zero Start, Bremscharakteristik und Wegfahrsperre. Funktional geht das in Ordnung, bei Darstellung und smarten Zusatzfunktionen besteht aber noch Luft nach oben. Die Wegfahrsperre ersetzt außerdem kein Schloss: Der Scooter kann weiterhin weggetragen werden, und der Alarmton dürfte gern lauter sein.

80-Lux-Frontscheinwerfer des ePowerFun ePF-2 Pro
Der extern montierte 80-Lux-Scheinwerfer bietet eine kräftige und breite Ausleuchtung.

Transport und Klappmechanismus

Der neu konstruierte Klappmechanismus wird per Knopfdruck bedient und ist zweistufig gesichert. Nach dem Einklappen rastet der Lenker automatisch am hinteren Schutzblech ein. Das funktioniert schnell, unkompliziert und ebenso zügig in Gegenrichtung.

Je nach Akku wiegt der ePF-2 Pro ungefähr 22,2 bis 23 Kilogramm. Damit ist er noch tragbar und grundsätzlich kofferraumtauglich, aber natürlich kein Leichtgewicht. In Bus und Bahn kommt man zurecht; die nicht einklappbaren Lenkergriffe benötigen seitlich etwas Platz.

Stärken und Schwächen

Das gefällt mir

  • komfortable, einstellbare Vollfederung
  • stabiles und zugleich agiles Fahrverhalten
  • spürbar mehr Drehmoment als beim Vorgänger
  • Wahl zwischen festem Akku und Wechselakku
  • schlauchlose Reifen mit Pannenschutz
  • saubere Verarbeitung ohne Klappergeräusche
  • gute Beleuchtung und Blinker vorn wie hinten

Das könnte besser sein

  • Display und App wirken nicht besonders modern
  • externes Frontlicht funktional, aber optisch wenig elegant
  • nur 120 Kilogramm Zuladung
  • Akkuschloss der Wechselakkuvarianten schmutzanfällig
  • 3-Ampere-Ladegerät nicht bei allen Varianten

Fazit: Der bessere Allrounder?

Der ePowerFun ePF-2 Pro erfindet den bekannten Allrounder nicht neu – und genau das ist seine Stärke. ePowerFun behält die guten Eigenschaften des Vorgängers bei und verbessert Fahrkomfort, Fahrstabilität und Drehmoment an den entscheidenden Stellen. Besonders die einstellbare Hinterradfederung macht im Alltag einen deutlich spürbaren Unterschied.

Für Pendler ist die Wechselakkuoption ausgesprochen praktisch, während Tourenfahrer von großen Akkus oder einem Zweitakku profitieren. Wer einen vollgefederten E-Scooter für Stadt, Arbeitsweg und Wochenendtouren sucht, bekommt hier ein sehr ausgewogenes Gesamtpaket. Ob dieses Profil zu deinem Alltag passt, hilft die E-Scooter-Kaufberatung einzuordnen. Nur bei extremen Steigungen, sehr hoher Zuladung oder dem Wunsch nach modernsten Smart-Funktionen sollte man sich in einer anderen Klasse umsehen. Den Vergleich mit den wichtigsten Konkurrenten zeigt unsere E-Scooter-Bestenliste.

Meine Empfehlung: Wähle nicht automatisch den größten Akku. Für kurze Pendelstrecken spart eine kleinere Variante Geld und Gewicht. Der Wechselakku lohnt sich besonders, wenn am Abstellort keine Steckdose vorhanden ist oder du mit einem Zweitakku sehr lange Touren planst. Hinweise zu Reichweite, Laden und Pflege findest du im Akku-Ratgeber.

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