Viel Akku, ein krĂ€ftiger Heckmotor und auf Wunsch sogar Federgabel und Blinker: Der ePF-2 sollte die LĂŒcke zwischen gĂŒnstigem City-Scooter und reichweitenstarkem Tourer schlieĂen. Im ePowerFun ePF-2 Test muss die damalige Modellgeneration deshalb nicht nur auf glattem Asphalt bestehen. Bremsweg, Kopfsteinpflaster und Steigungen von mehr als 20 Prozent zeigen, wie viel Allrounder tatsĂ€chlich in dem E-Scooter steckt.
Der Testparcours
Aufbau
Slalom
Bremsen
Komfort
Steigung
Der ePF-2 im TestĂŒberblick
Spitzenleistung am Hinterrad
Akku je nach Variante
im GPS-Test erreicht
ePowerFun entwickelte den ePF-2 als deutlichen Schritt ĂŒber ePF-1 und ePF-1 Pro. Gemeinsam sind den Varianten der Heckantrieb, 10 Ă 2,5 Zoll groĂe schlauchlose Luftreifen, ein breites Trittbrett und der schnell bedienbare Klappmechanismus. Unterschiede gibt es vor allem bei Akku, Blinkern und Federgabel.
Das Testfahrzeug bringt je nach Ausstattung bis zu 20,5 Kilogramm auf die Waage. Das ist beim Tragen spĂŒrbar, sorgt auf der StraĂe aber fĂŒr einen ruhigen Stand. Der gemessene Radstand von rund 93 Zentimetern hĂ€lt den Scooter handlich genug fĂŒr enge Kurven und den Slalom.
Aufbau und Verarbeitung
Aus dem Karton verlangt der ePF-2 nur wenige Handgriffe. Der verpolungssichere Stecker wird am Lenker verbunden, die Kabel verschwinden im Rohr und der Lenkerkopf wird mit sechs bereits gesicherten Schrauben befestigt. Eine Ersatzschraube, Werkzeug, Anleitung und ein zusÀtzliches Griptape gehören zum Lieferumfang. Vor der ersten Fahrt bleibt die Kontrolle des Reifendrucks Pflicht.
Die sichtbaren SchweiĂnĂ€hte sind funktional statt filigran, wirken im Test aber sauber und belastbar. Gerade Schutzbleche, Klappgelenk und Kabelummantelung hinterlassen einen soliden Eindruck. Das breite Wechsel-Griptape gibt groĂen FĂŒĂen sicheren Halt und lĂ€sst sich in verschiedenen Designs ersetzen. Eine pflegeleichtere Gummimatte wĂ€re fĂŒr Regen- und Ganzjahresfahrer trotzdem eine interessante Alternative.
Mit IPX4 ist der Scooter gegen allseitiges Spritzwasser geschĂŒtzt. Regenfahrten sind damit grundsĂ€tzlich vorgesehen, eine höhere Schutzklasse wĂŒrde jedoch zusĂ€tzliche Reserve schaffen. Positiv fĂ€llt die seitliche Ladebuchsenabdeckung auf: Sie schlieĂt sauber und lĂ€sst sich ohne Fummelei bedienen.
Start, City oder XT: drei ePF-2-Varianten
ePF-2 Start
480 Wh, damals bis 58 Kilometer Herstellerreichweite, keine Blinker und keine Federgabel. Die Variante richtet sich an Preisbewusste mit ĂŒberwiegend guten Wegen.
ePF-2 City
Wahlweise 480 bis 835 Wh und damit bis zu 100 Kilometer Herstellerangabe. Helle Blinker sind serienmĂ€Ăig, eine Federgabel fehlt.
ePF-2 XT
600-Wh-Akku, bis zu 72 Kilometer, Blinker und Federgabel. Im Test ist das die ausgewogenste Kombination aus Reichweite und Komfort.
Einordnung zum Modelljahr: Der Test dokumentiert Preise und Ausstattung zum Videozeitpunkt 2022. Damals startete die Baureihe bei 739 Euro, der XT lag bei 929 Euro. Aktuelle Varianten, Preise und VerfĂŒgbarkeit können davon abweichen. FĂŒr neuere Modelle lohnt sich zusĂ€tzlich unser ePF-2-Pro-Test.
Cockpit, Licht und Blinker
Das mittig platzierte Display zeigt Geschwindigkeit, Akkustand in fĂŒnf Balken, Fahrstufe und Lichtstatus. Mehr Informationen liefert die Bluetooth-App; dort lassen sich unter anderem Updates einspielen und die elektronische Wegfahrsperre aktivieren. Das Display selbst bleibt bewusst ĂŒbersichtlich, eine genauere Prozentanzeige fĂŒr den Akku wĂ€re auf langen Touren dennoch hilfreich.
Der 50-Lux-Scheinwerfer hĂ€ngt unter dem Lenker und wird vom Fahrakku gespeist. Sein seitlicher Lichtring verbessert die Wahrnehmung. Das RĂŒcklicht wirkt ebenfalls hell, verzichtet aber auf eine Bremslichtfunktion. City und XT besitzen zusĂ€tzlich Blinker an Lenkerenden und Heck. Sie sind selbst bei Tageslicht auffĂ€llig und werden im Display bestĂ€tigt â ein echter Sicherheitsgewinn, weil Richtungswechsel nicht nur von vorn erkennbar sind.
Bremsentest: kontrolliert statt nervös
Vorn arbeitet eine wartungsarme Trommelbremse, hinten verzögert der Motor elektrisch und gewinnt dabei einen kleinen Teil der Energie zurĂŒck. Der rechte Bremshebel kombiniert beide Systeme; die separate linke Bedienung erlaubt den gezielten Einsatz der Motorbremse.
Bei der Gefahrenbremsung aus rund 22 km/h bleibt der Scooter stabil, ohne dass die RĂ€der blockieren. Der im Video vermessene Weg liegt im guten bis sehr guten Bereich. Die Kombibremse kann krĂ€ftig zupacken, lĂ€sst sich aber ĂŒber die Mechanik an Fahrergewicht und Vorlieben anpassen. Besonders gelungen ist die elektrische Bremse: Sie setzt weich ein und kann beim Heranrollen an Ampeln fein dosiert werden.
Fahrkomfort auf Asphalt, Schotter und Kopfsteinpflaster
Schon die 10-Zoll-Luftreifen nehmen kleinen Kanten die HĂ€rte. Weil sie schlauchlos ausgefĂŒhrt sind, entfĂ€llt das typische Risiko eines eingeklemmten Schlauchs; regelmĂ€Ăige Druckkontrollen bleiben trotzdem wichtig. Eine Hinterradfederung besitzt keine Variante.
Beim XT entlastet zusÀtzlich die Federgabel HÀnde und Handgelenke. Auf Schotter, Wiese und Kopfsteinpflaster arbeitet sie sichtbar und hÀlt das Vorderrad ruhig. Bordsteinkanten verlieren einen Teil ihres Schreckens. Dass hinten nur der Reifen federt, fÀllt im Test weniger stark auf als erwartet. Zum Offroad-Scooter wird der ePF-2 dadurch nicht, schlechte Radwege und leichte Naturpassagen meistert er aber souverÀn.
Motorleistung und SteigfÀhigkeit
Der Wechsel zum Hinterradantrieb prÀgt den Fahreindruck. Der Motor leistet dauerhaft 500 Watt und erreicht in der Spitze bis zu 1.200 Watt. Auf losem Untergrund und bergauf schiebt er das Fahrzeug, statt am Vorderrad zu ziehen. Gleichzeitig bleibt er im Betrieb angenehm leise.
Auf ebener Strecke beschleunigt der ePF-2 zĂŒgig bis 22 km/h. Entscheidend: Dieser Wert steht nicht nur auf dem Display, sondern wird im GPS bestĂ€tigt. Neben dem Sportmodus gibt es einen 15-km/h-Fahrmodus und eine 5-km/h-Stufe.
Die Parkhausrampe mit etwa 15 bis 16 Prozent bewÀltigt der Scooter mit rund 9 bis 11 km/h. Mit Anlauf bleiben bei der Auffahrt sogar höhere Geschwindigkeiten stehen. An Passagen von deutlich mehr als 20 Prozent sinkt das Tempo auf 3 bis 4 km/h, der Motor zieht den Test aber ohne Abbruch bis nach oben. Damit gehört die getestete Generation bei Steigungen zu den stÀrkeren legalen E-Scootern ihrer Zeit.
Akku, Reichweite und Ladezeit
Die groĂe Auswahl an Akkus ist eine der StĂ€rken der Baureihe. Je nach Modell stehen 480, 600 oder 835 Wh zur VerfĂŒgung. Die damaligen Herstellerangaben reichen von 58 bis 100 Kilometern. Gemessen wurden sie laut Video bei 25 Grad, 75 Kilogramm Fahrergewicht, flachem Profil und sogar im Sportmodus.
Solche Werte bleiben Idealbedingungen. KĂ€lte, Steigungen, hĂ€ufiges Beschleunigen, Reifendruck und Zuladung können die reale Reichweite deutlich reduzieren. Das mitgelieferte Zwei-Ampere-LadegerĂ€t benötigt je nach Akku ungefĂ€hr fĂŒnf bis zehn Stunden. FĂŒr die gröĂten Varianten wĂ€re ein optionales SchnellladegerĂ€t deshalb praktisch.
StÀrken und SchwÀchen des ePF-2
StÀrken
- krÀftiger und leiser Heckmotor
- GPS-bestÀtigte 22 km/h
- groĂe Auswahl an Akkus
- sehr helle Blinker bei City und XT
- fein dosierbare elektrische Bremse
- guter Komfort mit 10-Zoll-Luftreifen
- XT zusÀtzlich mit wirksamer Federgabel
- solide Verarbeitung und breites Trittbrett
SchwÀchen
- je nach Variante mehr als 20 kg schwer
- keine Hinterradfederung
- Federgabel nur beim XT serienmĂ€Ăig
- RĂŒcklicht ohne Bremslichtfunktion
- Display zeigt den Akku nur in fĂŒnf Balken
- IPX4 bietet begrenzte Wasserreserve
- groĂe Akkus laden mit zwei Ampere langsam
- Griptape ist aufwendiger zu reinigen
FĂŒr wen eignet sich der ePowerFun-Tourer?
Der ePF-2 passt zu Fahrern, die einen legalen Allrounder fĂŒr Pendelstrecke, Tour und hĂŒgelige Regionen suchen. Start und City sind interessant, wenn gute Wege dominieren und Reichweite wichtiger als Federung ist. Der XT ist die rundere Wahl fĂŒr Kopfsteinpflaster, schlechte Radwege und empfindliche Handgelenke.
Wer den Scooter hĂ€ufig Treppen hochtragen oder in Bus und Bahn heben muss, sollte das Gewicht nicht unterschĂ€tzen. Auch maximale GelĂ€ndetauglichkeit ist trotz krĂ€ftigem Motor nicht sein Revier. FĂŒr noch mehr Komfort und einen Wechselakku bietet sich der neuere ePF-2 Pro an; der gröĂere ePF-Pulse Plus zielt stĂ€rker auf lange Touren.
Die ePF-2 Modellfamilie im Praxistest
Fazit zum ePowerFun ePF-2 Test
Im ePowerFun ePF-2 Test erweist sich der Scooter als ĂŒberzeugender Allrounder. Der Hinterradmotor liefert nicht nur auf dem Papier viel Leistung, sondern hĂ€lt auch an steilen Rampen durch. Dazu kommen stabile Bremsen, prĂ€zise 22 km/h, gute Reifen und bei City sowie XT sinnvoll platzierte Blinker.
Die XT-Variante trifft den besten Kompromiss: Ihr 600-Wh-Akku bleibt tourentauglich, wĂ€hrend die Federgabel den Komfort auf schlechten Wegen spĂŒrbar erhöht. Kritik verdienen das Gewicht, die langsame Ladung groĂer Akkus und Details wie das fehlende Bremslicht. Insgesamt liefert die Baureihe aber genau das, was der Hersteller damals versprach: viel Leistung und Reichweite zu einem nachvollziehbaren Preis. Wie der ePF-2 heute im Feld steht, zeigt unsere aktuelle E-Scooter-Bestenliste.
ePowerFun
Viel Leistung fĂŒrs Geld, Service vom Hersteller
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