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Der ePowerFun ePF-2 war über mehrere Jahre einer der prägenden deutschen Touren-Scooter und ist inzwischen vor allem auf dem Gebrauchtmarkt interessant. Mein Testmodell ist der ePF-2 XT 600 mit Federgabel, Blinkern und 600-Wh-Akku. Im Praxistest musste sich zeigen, wie gut das ursprüngliche Konzept heute noch fährt – und ob der Abstand zum aktuellen ePF-2 Pro einen Neukauf zwingend erforderlich macht.
Mein Urteil: Der ePF-2 XT 600 ist auch heute ein überzeugender Touren-Scooter und als gepflegtes Gebrauchtmodell ein echter Preis-Leistungs-Tipp. Der leise und kräftige Heckmotor, konstant erreichte 22 km/h, der 600-Wh-Akku und die wirksame Federgabel ergeben ein ausgewogenes Gesamtpaket für Pendler und Tourenfahrer. Gegenüber dem ePF-2 Pro fehlen Hinterradfederung, moderner Wetterschutz und ein entnehmbarer Akku. Wer diese Neuerungen nicht benötigt und ein deutlich günstigeres Angebot findet, erhält mit dem ursprünglichen ePF-2 weiterhin einen ausgereiften und gut versorgten Allrounder.
- Spitzenleistung
- 1.200 WHeckmotor
- Akku des Testmodells
- 600 WhXT-Ausführung
- GPS im Test
- 22 km/hkonstant erreicht
- max. Zuladung
- 120 kgHerstellerangabe
Technische Daten und HennTech-Messwerte
| Antrieb | 500 W Nenndauerleistung, bis 1.200 W Peak; Heckmotor |
|---|---|
| Testmodell | ePF-2 XT 600 mit Blinkern und Federgabel |
| Akku | 600 Wh, fest eingebaut; 2-A-Ladegerät |
| Reichweite | bis 72 km laut Hersteller unter Idealbedingungen |
| Geschwindigkeit | 22 km/h laut GPS im Test |
| Steigungstest | 9–11 km/h an 15–16 %; 3–4 km/h an 25–30 % |
| Bremsen | Trommelbremse vorn, separat und kombiniert nutzbare Motorbremse hinten |
| Fahrwerk | Federgabel vorn; 10 × 2,5 Zoll Tubeless-Luftreifen |
| Beleuchtung | 50-Lux-Frontlicht, Rücklicht, Blinker an Lenker und Heck |
| Gewicht / Zuladung | 20,4 kg / maximal 120 kg |
| Abmessungen | 116,8 × 59,7 × 125,1 cm; geklappt 57 cm hoch |
| Schutzklasse | IPX4 |
Gegenüber ePF-1 und ePF-1 Pro brachte der ePF-2 mehr Reichweite, breitere Reifen und kräftigen Hinterradantrieb. Alle Varianten teilen das große Trittbrett und den schnell bedienbaren Klappmechanismus; Akku, Blinker und Federgabel bestimmen den jeweiligen Einsatzzweck.
Aufbau und Verarbeitung
Der Aufbau beschränkt sich auf Lenkerstecker und Lenkerkopf; Werkzeug, Ersatzschraube und zusätzliches Griptape liegen bei. Nach wenigen Minuten ist der Scooter einsatzbereit, sofern vor der ersten Fahrt der Reifendruck kontrolliert wird.
Die Schweißnähte wirken funktional statt filigran, aber sauber und belastbar. Schutzbleche, Klappgelenk und Kabelummantelung passen zum robusten Gesamteindruck. Das breite Wechsel-Griptape bietet sicheren Halt und lässt sich individualisieren; eine Gummimatte wäre im Ganzjahresbetrieb pflegeleichter.
IPX4 schützt gegen Spritzwasser, bietet aber weniger Reserve als heutige Tourenmodelle. Die seitliche Ladebuchsenabdeckung ist dagegen gut gelöst: Sie schließt sauber und bleibt leicht erreichbar.
Start, City oder XT: drei ePF-2-Varianten
ePF-2 Start
Die Basisversion mit 480 Wh, ohne Blinker und ohne Federgabel. Sie passt zu überwiegend guten Wegen und Fahrern, die Ausstattung zugunsten eines einfacheren Konzepts reduzieren.
ePF-2 City
Mit Blinkern und Akkus von 480 bis 835 Wh die tourenorientierte Straßenvariante. Komfort entsteht über die Luftreifen; eine Federgabel fehlt.
ePF-2 XT
600-Wh-Akku, Blinker und Federgabel machen den XT zur ausgewogensten Kombination aus Reichweite, Sicherheit und Komfort innerhalb der Baureihe.
Einordnung zum Modelljahr: Dieser Test dokumentiert die ursprüngliche ePF-2-Generation. Ihr Nachfolger ist der ePF-2 Pro, der Vollfederung, stärkeren Wetterschutz und je nach Version einen entnehmbaren Akku ergänzt.
Cockpit, Licht und Blinker
Das zentrale Display beschränkt sich auf Tempo, fünfstufigen Akkubalken, Fahrstufe und Licht. In der App stehen zusätzlich Prozentwert, Spannung, Elektroniktemperatur, Leistung und Kilometerdaten bereit. Auch Höchstgeschwindigkeit, Updates und Wegfahrsperre lassen sich dort verwalten. Für lange Touren bleibt die grobe Anzeige am Scooter dennoch unbefriedigend.
Der 50-Lux-Scheinwerfer leuchtet ausreichend hell und verbessert mit seinem seitlichen Ring die Wahrnehmung. Am ebenfalls hellen Rücklicht fehlt eine Bremslichtfunktion. City und XT gleichen das teilweise mit gut sichtbaren Blinkern an Lenker und Heck aus – ein echter Sicherheitsgewinn gegenüber reinen Lenkerendenlösungen.
Was den ePF-2 auszeichnet: Nicht ein einzelner Rekord, sondern die stimmige Kombination aus kräftigem Antrieb, großer Akkuauswahl, wirksamen Bremsen und sinnvoller Alltagsausstattung.

Bremsentest: kontrolliert statt nervös
Eine wartungsarme Trommelbremse vorn und die rekuperierende Motorbremse hinten bilden ein vielseitiges System. Der rechte Hebel kombiniert beide, links lässt sich die elektrische Bremse separat und gezielt einsetzen.
Bei einer Gefahrenbremsung aus rund 22 km/h blieb der ePF-2 stabil und frei von blockierenden Rädern. Die kräftige Kombibremse lässt sich mechanisch anpassen; besonders überzeugend arbeitet die sanft einsetzende Motorbremse beim dosierten Heranrollen.
Fahrkomfort auf Asphalt, Schotter und Kopfsteinpflaster
Die breiten 10-Zoll-Luftreifen entschärfen kleine Kanten und vermeiden als Tubeless-Ausführung das Risiko eines eingeklemmten Schlauchs. Regelmäßige Druckkontrolle bleibt wichtig; eine Hinterradfederung besitzt keine Variante.
Beim XT hält die Federgabel das Vorderrad auf Kopfsteinpflaster, Schotter und Wiese ruhiger und entlastet die Handgelenke. Das ungefederten Heck setzt dem Komfort Grenzen, fällt dank der voluminösen Reifen aber weniger stark auf als erwartet. Für schlechte Radwege reicht das gut, zum Offroad-Scooter wird der ePF-2 nicht.

Motorleistung und Steigfähigkeit
Der leise Heckmotor prägt den Fahreindruck stärker als sein Datenblatt. 500 Watt Nenndauerleistung und bis zu 1.200 Watt Spitze sorgen besonders bergauf und auf losem Untergrund für kontrollierten Schub statt ziehender Front.
Auf ebener Strecke erreicht der ePF-2 zügig GPS-bestätigte 22 km/h. Neben dem Sportmodus stehen eine 15-km/h-Stufe und ein langsamer 5-km/h-Modus bereit.
Steigungstest: Die 15 bis 16 Prozent steile Parkhausrampe bewältigte der ePF-2 mit rund 9 bis 11 km/h. In den 25 bis 30 Prozent steilen „Hannoverschen Alpen“ sank das Tempo auf 3 bis 4 km/h, der Motor zog auf Schotter, Gras und ausgewaschenem Untergrund aber ohne Abbruch bis nach oben.
Für seine Generation ist das eine starke Bergleistung. Noch wichtiger: Der Hinterradantrieb bleibt auch unter hoher Last kontrollierbar und angenehm leise.

Akku, Reichweite und Ladezeit
Mit 480, 600 oder 835 Wh deckte die Baureihe unterschiedliche Tourenprofile ab. Die damaligen Herstellerangaben reichen unter günstigen Bedingungen von 58 bis 100 Kilometern. Wichtiger als der Idealwert ist die große Auswahl: vom kompakten Alltagsakku bis zur ausgesprochen tourentauglichen Variante.
Kälte, Steigungen, häufiges Beschleunigen, Reifendruck und Zuladung verkürzen die Reichweite. Mit dem 2-Ampere-Ladegerät dauert eine Ladung je nach Akku ungefähr fünf bis zehn Stunden; besonders bei 835 Wh wäre eine schnellere Option sinnvoll.
Stärken und Schwächen des ePF-2
Stärken
- Kräftiger, leiser Heckmotor mit 1.200 Watt Peak
- GPS-bestätigte 22 km/h
- Tourentauglicher 600-Wh-Akku im XT
- Helle Blinker an Lenker und Heck
- Fein dosierbare, separat nutzbare Motorbremse
- Guter Komfort durch Tubeless-Reifen und Federgabel
- Solide Verarbeitung und breites Trittbrett
- Langfristige Ersatzteilversorgung durch den Hersteller
Schwächen
- Keine Hinterradfederung
- Federgabel nur beim XT serienmäßig
- Fest eingebauter Akku
- Rücklicht ohne Bremslichtfunktion
- Nur fünf Balken am Display statt Prozentanzeige
- IPX4 bietet weniger Wasserreserve als aktuelle Modelle
- Lange Ladezeit mit dem 2-A-Ladegerät
- Griptape ist aufwendiger zu reinigen
Für wen eignet sich der ePowerFun-Tourer?
Der ePF-2 passt zu Pendelstrecken, Touren und hügeligen Regionen. Start und City richten sich an überwiegend gute Wege und einen stärkeren Reichweitenfokus; der XT ist mit Federgabel die rundere Wahl für Kopfsteinpflaster, schlechte Radwege und empfindliche Handgelenke.
Für häufige Treppen ist der Scooter zu schwer, für echtes Gelände trotz kräftigem Motor nicht ausgelegt. Mehr Komfort und einen entnehmbaren Akku bietet der ePF-2 Pro; der größere ePF-Pulse Plus setzt den stärkeren Schwerpunkt auf lange Touren.
ePF-2 oder ePF-2 Pro: Was hat sich verbessert?
Fahrerisch bleibt der ursprüngliche ePF-2 überzeugend. Der ePF-2 Pro setzt jedoch genau an seinen Schwächen an: Hinterradfederung, stärkeres Licht, besserer Wetterschutz und entnehmbare Akkuvarianten modernisieren das Konzept spürbar.
ePF-2 XT 600
- Federgabel vorn
- 600 Wh fest eingebaut
- 50-Lux-Licht ohne Bremslicht
- 20,4 kg und IPX4
- 1.200 W Peak
ePF-2 Pro
- Vollfederung mit einstellbarer Hinterradfederung
- 490 oder 653 Wh, je nach Version entnehmbar
- 80-Lux-Licht und Bremslicht
- 22,2 bis 23 kg und IP65
- Mehr Drehmoment, anpassbares Gas und optionale Zero-Start-Funktion
Kaufentscheidung: Der ePF-2 XT 600 bleibt als gepflegtes Gebrauchtmodell attraktiv. Für schlechte Wege, separaten Akkutransport und den Neukauf ist der ePF-2 Pro die klar vollständigere Wahl.
Fazit zum ePowerFun ePF-2 Test
Der ePF-2 besitzt weiterhin die Substanz eines guten Allrounders. Sein leiser Heckmotor hält auch an steilen Rampen durch; stabile Bremsen, GPS-bestätigte 22 km/h, breite Reifen und die Blinker von City und XT ergänzen den stimmigen Fahreindruck.
Innerhalb der ursprünglichen Baureihe bietet der XT 600 den besten Kompromiss aus Reichweite, Komfort und Ausstattung. Hinterradfederung, Bremslicht, Prozentanzeige und Wechselakku fehlen ihm im Vergleich zu aktuellen Modellen jedoch sichtbar.
Unterm Strich: Als gepflegtes Gebrauchtmodell bleibt der ePF-2 XT 600 empfehlenswert. Beim Neukauf ist der ePF-2 Pro die modernere Wahl; weitere Alternativen bündelt die E-Scooter-Bestenliste.
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