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Ein guter Touren-Scooter muss Motorleistung, Fahrkomfort und kontrollierbares Handling miteinander verbinden. Der Trittbrett Fritz 2.0 tritt dafür mit Vollfederung, 500 Watt Dauerleistung, bis zu 1.620 Watt Spitze und einem 864-Wh-Akku an. Im Test auf Asphalt, ausgewaschenen Wegen und steilen Rampen musste sich zeigen, wie ausgewogen dieses Paket im Alltag funktioniert.
Mein Urteil: Der Trittbrett Fritz 2.0 ist besonders für komfortorientierte Pendler und Tourenfahrer geeignet, die regelmäßig über schlechte Radwege, Schotter und starke Steigungen fahren und einen ebenerdigen Stellplatz nutzen können. Vollfederung, kräftiger Antrieb, geräumiges Trittbrett und 67 Kilometer Praxisreichweite ergeben ein überzeugendes Tourenpaket. Mit 27,4 Kilogramm und seiner sehr weichen Abstimmung ist er weniger für häufiges Tragen oder ein ausgesprochen sportlich-straffes Fahrgefühl gedacht.
1.620 W
Spitzenleistung im Testmodell
864 Wh
18-Ah-Akku
10 × 2,7 Zoll
schlauchlose Luftreifen
150 kg
aktuelle Herstellerangabe
Einordnung 2026: Der von mir getestete Fritz 2.0 wird von Trittbrett aktuell auch als „Der neue Fritz“ angeboten. Es handelt sich weiterhin um dasselbe Grundmodell mit 18-Ah-Akku, 864 Wh und Vollfederung. Trotz seines Modellalters gehört der Fritz 2.0 auch 2026 zu meinen Top-Empfehlungen für Fahrer, die hohen Komfort, starke Bergleistung und eine gute Ersatzteilversorgung suchen. Weniger geeignet bleibt er für häufiges Tragen.
Fahrverhalten: weich, direkt und erstaunlich handlich
Der Fritz 2.0 wirkt beim Fahren weder behäbig noch überdimensioniert. Der breite Lenker vermittelt viel Kontrolle, das lange Trittbrett bietet auch mit Schuhgröße 45 ausreichend Platz. Bei 1,80 Meter Körpergröße passt die Geometrie im Test gut, der hintere Aufbau gibt dem zweiten Fuß eine natürliche Position.
Gasannahme und elektronische Bremse reagieren dank Hobbywing-Controller unmittelbar. Richtungswechsel und kurze Beschleunigungsmanöver lassen sich präzise dosieren. Gleichzeitig überträgt die weich abgestimmte Vorderradfederung leichte Bewegungen in den Lenker. Der Fritz will Unebenheiten schlucken und lange Strecken bequem machen – nicht maximal straff durch schnelle Kurven zirkeln.
So fährt er sich: satt, komfortabel und überraschend wendig. Das Fahrwerk vermittelt viel Ruhe auf schlechten Wegen, wirkt bei schnellen Lenkimpulsen aber weniger verbindlich als eine straffere Abstimmung.
Vollfederung und Reifen: viel Komfort, hörbare Arbeit
Über dem Hinterrad arbeitet ein doppeltes Federelement, vorn eine einzelne, ebenfalls weich abgestimmte Einheit. Dazu kommen breite CST-Reifen im Format 10 × 2,7 Zoll mit Straßenprofil und Pannenschutz. Mit rund 13 bis 14 Zentimetern Bodenfreiheit bleibt genügend Reserve für Kanten, Waldwege und groben Schotter.
Auf Asphalt rollen die Reifen leise. Auf Waldweg und Schotter arbeitet das Fahrwerk sichtbar und hält viele Schläge vom Fahrer fern. Gleichzeitig entsteht eine deutlich wahrnehmbare Geräuschkulisse. Das Testfahrzeug war ein bereits stark beanspruchter Prototyp, weshalb das Geräuschniveau nicht ungeprüft auf jedes Serienfahrzeug übertragbar ist. Die sehr weiche Grundabstimmung und die fehlende Anpassung an das Fahrergewicht bleiben dennoch konstruktive Eigenschaften.
Antrieb und Bergtest: Die 1.620 Watt sind spürbar
Der 48-Volt-Heckmotor leistet 500 Watt dauerhaft und beim getesteten Fritz 2.0 bis zu 1.620 Watt in der Spitze. Er bleibt akustisch angenehm zurückhaltend und setzt Gasbefehle ohne störende Verzögerung um. Den Turbo-Modus kann man am Lenker oder in der App aktivieren. Dort lässt sich auch Zero Start freischalten, sodass der Scooter ohne vorheriges Ankicken beschleunigt. Im Turbo-Modus sollte das Gewicht beim Anfahren bewusst nach vorn verlagert werden.
Per GPS erreicht das Testfahrzeug rund 22 bis 23 km/h. Wichtiger als die Endgeschwindigkeit ist der direkte Durchzug: Zwischen Gasbefehl und Beschleunigung liegt kaum eine spürbare Pause.
Steigungstest: Auf der rund 15 Prozent steilen Parkhausrampe fährt der Fritz 2.0 mit 85 Kilogramm Fahrergewicht konstant etwa 11 bis 14 km/h. Auch das Anfahren aus dem Stand gelingt. Auf einer bis zu 25 Prozent steilen, losen und unebenen Auffahrt hält er meist rund 12 km/h und zieht ohne Abbruch bis zur Kuppe.
Damit bietet der Fritz 2.0 deutliche Reserven für schwere Fahrer und anspruchsvolle Alltagssteigungen. Im damaligen direkten Vergleich absolvierte er die schwere Auffahrt minimal schneller als der damalige VMAX VX4. Der Abstand war klein, aber reproduzierbar. Wer heute zwischen beiden Konzepten entscheidet, sollte zusätzlich den aktuellen VMAX VX4 Test heranziehen: Das neuere VX4-Modell ist technisch deutlich weiterentwickelt.
Akku, Laden und Reichweiten-Einordnung
Das Testmodell nutzt einen 48-Volt-Akku mit 18 Ah beziehungsweise 864 Wh. Mit dem 3-Ampere-Ladegerät dauerte eine vollständige Ladung rund 330 Minuten. Trittbrett nennt für das aktuelle 18-Ah-Modell bis zu 80 Kilometer Reichweite unter optimalen Bedingungen.
Reichweitentest: 67 km
Mit 85 Kilogramm Fahrergewicht, bei etwa 20 Grad Außentemperatur und auf einem gemischt-flachen Streckenprofil erreichte der Fritz 2.0 im Praxistest 67 Kilometer. Damit nutzt er einen großen Teil der angegebenen Reichweite auch unter realistischen Bedingungen.
Fahrergewicht, Temperatur, Steigungen, Reifendruck und der häufige Einsatz des Turbo-Modus können den Praxiswert deutlich verändern.
Der Akku ist als Ersatzteil erhältlich, im Alltag aber kein komfortabler Schnellwechselakku. Für regelmäßiges Laden sollte deshalb ein gut erreichbarer Stellplatz eingeplant werden. Hinweise zu realistischen Reichweiten und zur Akkupflege findest du im Akku-Ratgeber.
Cockpit, App und Blinker im Alltag
Das mittig integrierte Display bleibt eine Schwachstelle. Es ist kompakt, spiegelt bei heller Umgebung und zeigt den Akkustand nicht als Prozentwert. Die Hartplastiktasten besitzen einen klaren Druckpunkt, können auf schlechtem Untergrund aber klappern. Die lamellenartig strukturierten Griffe liegen angenehm in der Hand.
Blinker sitzen an den Lenkerenden und am Heck. Im Fahrbetrieb liegen Gas und Blinkertaste etwas zu nah beieinander: Mehrfach wird der Blinker versehentlich aktiviert, außerdem muss der Daumen zum Blinken vom Gas. Sichtbarkeit und Sicherheitsgewinn sind trotzdem klar besser als bei Modellen mit Blinkern nur am Lenker.
Die Trittbrett-App koppelte sich im Test stabil mit dem Fritz 2.0 und lief anschließend flüssig. Sie zeigt unter anderem Geschwindigkeit, Akkustand, Akkuspannung, Temperatur sowie Tages- und Gesamtkilometer an. Gerade die Spannungsanzeige hilft dabei, den tatsächlichen Ladezustand genauer einzuschätzen als die grobe Balkenanzeige des Displays.
Über das Einstellungsmenü lassen sich Fahrmodus, Turbo-Modus und die Antrittsart konfigurieren. Zero Start ermöglicht das Anfahren ohne vorheriges Ankicken. Außerdem können Firmware-Updates eingespielt, zurückgelegte Strecken eingesehen und der Scooter per Smartphone gesperrt beziehungsweise entsperrt werden. Die Sperrfunktion ist im Alltag praktisch, ersetzt aber kein mechanisches Schloss. Eine separat einstellbare Rekuperationsstufe bietet die App nicht.
Bremsen und Beleuchtung: wartungsarm und gut dosierbar
Vorn und hinten verzögern wartungsarme Trommelbremsen. Hinzu kommt eine fein dosierbare elektronische Motorbremse mit eigenem Hebel links am Lenker. Im Bremstest benötigte die vordere Trommelbremse 3,77 Meter, die hintere 6,83 Meter. Mit beiden Trommelbremsen kam der Fritz 2.0 nach 3,60 Metern zum Stillstand; allein mit der E-Bremse waren es 9,48 Meter. Die mechanischen Bremsen liegen damit im guten Mittelfeld, während sich die separat bedienbare Motorbremse vor allem zum kontrollierten Verzögern und Ausrollen eignet.
Der verstellbare Frontscheinwerfer liefert beim Fritz 2.0 20 Lux, hinten gibt es ein Rücklicht mit Bremslichtfunktion. Für normale Stadt- und Tourenfahrten reicht das aus. Angesichts des kräftigen Motors und des Tourenanspruchs wäre ein leistungsstärkerer Scheinwerfer dennoch wünschenswert.
Klappmechanismus und Transport
Der zweistufige Klappmechanismus arbeitet zuverlässig. Ein Haken mit Sicherheitslasche verhindert, dass sich der gefaltete Scooter unbeabsichtigt öffnet. Kompakt wird der Fritz 2.0 dadurch nicht: Der Lenker lässt sich nicht einklappen, und das aktuelle 18-Ah-Modell wiegt laut Hersteller 27,4 Kilogramm. Mit 122 × 62 × 55 Zentimetern bleibt es auch gefaltet ein großes Fahrzeug.
Für Garage, ebenerdigen Keller oder Kofferraum ist das gut handhabbar. Wer täglich in die Bahn umsteigt oder mehrere Stockwerke überwinden muss, findet in der E-Scooter-Bestenliste leichtere Alternativen. Einen kompakteren Ansatz innerhalb der Marke zeigt der Trittbrett Sultan+ Test.
Fritz 2.0, ePF-2 Pro oder VMAX VX4?
Trittbrett Fritz 2.0
Die komfortorientierte Wahl mit sehr weichem Fahrwerk, starkem Heckmotor und 864-Wh-Akku. Gut für schlechte Wege und Steigungen, weniger für häufiges Tragen.
ePowerFun ePF-2 Pro
Der praktischere Allrounder, wenn Wechselakku, niedrigeres Gewicht und ein handlicheres Format wichtiger sind als maximale Motorreserven.
VMAX VX4
Der modernere Premium-Tourer mit stärkerem Gesamtpaket aus Display, Fahrwerk und Reichweitenoptionen – aber ebenfalls groß, schwer und deutlich teurer.
Technische Daten und HennTech-Messwerte
| Testgrundlage | Fritz 2.0, Modelljahr 2024, 18-Ah-Akku; Fahrergewicht 85 kg |
|---|---|
| Antrieb im Test | 48-V-Heckmotor; 500 W Nenndauerleistung, bis 1.620 W Spitze |
| Akku | 48 V / 18 Ah / 864 Wh; rund 330 Minuten mit 3-A-Ladegerät |
| Reichweite | 67 km im HennTech-Test bei 85 kg, etwa 20 °C und gemischt-flachem Profil; bis 80 km laut Hersteller |
| Aktueller Fritz 2.0: Gewicht / Zuladung | 27,4 kg / maximal 150 kg laut Hersteller |
| Aktueller Fritz 2.0: Maße | 122 × 62 × 125 cm; gefaltet 122 × 62 × 55 cm |
| Reifen / Federung | 10 × 2,7 Zoll, schlauchlose Luftreifen; Federung vorn und hinten |
| GPS-Tempo im Test | Etwa 22–23 km/h |
| 15-Prozent-Rampe | Etwa 11–14 km/h bei 85 kg Fahrergewicht |
| Bremswege im Test | Vorn 3,77 m; hinten 6,83 m; beide Trommelbremsen 3,60 m; E-Bremse 9,48 m |
| Licht / Blinker | 20-Lux-Frontlicht, Rücklicht mit Bremslicht, Blinker an Lenker und Heck |
| Aktueller Fritz 2.0: Schutzklasse | IP56 laut Hersteller |
| Fritz 2.0: Versionen | 20-km/h-Ausführung mit deutscher Straßenzulassung; 25-km/h-Version nur für Privatgelände |
Service und Ersatzteile
Trittbrett führt für den Fritz zahlreiche Ersatzteile, darunter Akkus, Motoren, Controller, Platinen, Bremskomponenten und Fahrwerksteile. Bei der Bestellung ist das Baujahr wichtig, weil einzelne Komponenten für verschiedene Modellstände getrennt angeboten werden. Deutscher Support und die breite Teileversorgung sind gerade bei einem langfristig genutzten Touren-Scooter ein echter Vorteil.
Stärken und Schwächen im Überblick
Vorteile des Trittbrett Fritz 2.0
- Kräftiger, leiser Heckmotor mit sehr guter Leistung an Steigungen
- Sehr komfortable Vollfederung und breite 10-Zoll-Reifen
- 67 km gemessene Reichweite mit dem großen 864-Wh-Akku
- Wartungsarme Trommelbremsen plus separat dosierbare E-Bremse
- Blinker vorn und hinten sowie langfristig breite Ersatzteilversorgung
Nachteile des Trittbrett Fritz 2.0
- Sehr weiche Federung nicht auf das Fahrergewicht einstellbar
- Spiegelndes Display ohne präzise Prozentanzeige
- Hohe 27,4 kg beim aktuellen 18-Ah-Modell und breiter Lenker
- Nur 20 Lux starkes Frontlicht und unpraktisch platzierte Blinkertaste
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Trittbrett Fritz 2.0 – 18 Ah
Aktueller Fritz 2.0 mit Vollfederung und 864-Wh-Akku
Fazit: Für wen lohnt sich der Trittbrett Fritz 2.0?
Der Trittbrett Fritz 2.0 ist ein komfortabler und kräftiger Tourer für schlechte Radwege, längere Strecken und anspruchsvolle Steigungen. Der Hinterradmotor liefert seine Leistung nicht nur auf dem Papier; weiches Fahrwerk und breite Reifen entschärfen zugleich viele Unebenheiten wirksam.
Mein Urteil: Wer selten trägt und Komfort höher gewichtet als maximale Kompaktheit, bekommt einen starken Allrounder mit überzeugendem Tourencharakter. Die größten Abstriche liegen beim Gewicht, beim einfachen Display und bei der sehr weichen, nicht einstellbaren Federung.
Wichtig für die Einordnung bleibt die Ausführung: Nur die 20-km/h-Variante mit deutscher Straßenzulassung gehört auf öffentliche Wege. Eine 25-km/h-Version darf in Deutschland ausschließlich auf Privatgelände genutzt werden.
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