VMAX VX2 Lite Test: Der bessere VX2 für die meisten?

Der VX2 Lite übernimmt Reichweite, Vollfederung und App-Komfort der größeren VX2-Modelle, bleibt aber leichter und günstiger. Im Test zeigt sich, warum besonders die 873-Wh-Version den Sweet Spot trifft.

Testvideo vom Artikel aktualisiert am

Der VMAX VX2 Lite kombiniert Vollfederung und bis zu 1.400 Watt Spitzenleistung mit zwei Akkuvarianten: 624 Wh für planbare Alltagswege oder 873 Wh für längere Pendelstrecken und Touren. Je nach Akku wiegt er 22,7 beziehungsweise 23,5 Kilogramm und bleibt damit leichter und günstiger als der VX2 Hub. Im Praxistest habe ich geprüft, wie viel vom teureren Modell im Alltag tatsächlich fehlt – und welche Akkuversion das bessere Gesamtpaket bietet.

Mein Urteil: Der VX2 Lite ist für die meisten Pendler und Tourenfahrer die vernünftigere Alternative zum teureren VX2 Hub. Vollfederung, gut dosierbarer Antrieb, Blinker an beiden Fahrzeugenden und die umfangreiche App ergeben ein komfortables und alltagstaugliches Gesamtpaket. Besonders empfehle ich die 873-Wh-Version: Für 100 Euro Aufpreis bietet sie rund 40 Prozent mehr Kapazität, nur 0,8 Kilogramm zusätzliches Gewicht und im Test etwa 70 bis 80 Kilometer realistische Reichweite. Wer regelmäßig extreme Steigungen fährt, schneller laden möchte oder eine zweite mechanische Bremse bevorzugt, findet im VX2 Hub die passendere Variante.

1.400 W
Spitzenleistung

873 Wh
meine Empfehlung

70–80 km
realistische Reichweite

23,5 kg
große Akkuversion

Einordnung: der günstige Einstieg in die VX2-Familie

Der VX2 Lite ist nicht einfach ein abgespeckter VMAX. Er übernimmt Vollfederung, große Akkuoptionen, Blinker an beiden Fahrzeugenden und die umfangreiche VMAX-App, spart aber gezielt bei Display, Ladeleistung und der hinteren mechanischen Bremse. Dadurch bleibt er günstiger und je nach Akku rund zwei bis drei Kilogramm leichter als der VMAX VX2 Hub.

VX2 Lite: der Preis-Leistungs-Tipp

1.400 Watt Peak, 624 oder 873 Wh, 22,7 bis 23,5 Kilogramm und zum Testzeitpunkt ein Preis ab 899 Euro. Er ist die vernünftigere Wahl, wenn Reichweite, Federung und ein noch handhabbares Gewicht wichtiger sind als maximale Bergleistung.

VX2 Hub: das vollständigere Paket

1.900 Watt Peak, hintere Scheibenbremse, 4,5-A-Schnellladegerät und ein 3,5-Zoll-Farbdisplay mit Navigationshinweisen. Dafür wiegt er 24,9 bis 25,9 Kilogramm und kostet deutlich mehr.

Kaufentscheidung: Auf normalen Stadt- und Tourenstrecken liefert der Lite den größeren Gegenwert. Der Hub lohnt sich vor allem bei häufigen Steigungen, kurzen Ladefenstern oder wenn eine zweite mechanische Bremse und Navigation im Display Priorität haben.

VMAX VX2 Lite Test – E-Scooter in der Gesamtansicht
Der VMAX VX2 Lite im HennTech Praxistest auf einer Brücke.

Verarbeitung, Ergonomie und Fahrwerk

Rahmen, Schutzbleche und Kabelverlegung wirkten im Test sauber verarbeitet. Der Klapphebel wird zusätzlich verriegelt; geschlossen saß die Konstruktion ohne störendes Spiel. Das etwa 46 × 17 Zentimeter große Trittbrett bietet auch bei versetzter Fußstellung ausreichend Platz, während der 55 Zentimeter breite Lenker den Scooter handlich hält.

Die 10-Zoll-Tubeless-Reifen rollen stabil und trotzdem agil. Vorn arbeitet eine Öldruck-Federgabel mit etwa 47 Millimetern Federweg, hinten ein Elastomer. Bei rund 82 Kilogramm Fahrergewicht spricht beides sichtbar an, filtert schlechte Asphaltstellen und bleibt erfreulich leise. Die Abstimmung ist komfortabel, ohne beim schnellen Richtungswechsel schwammig zu werden. Für tiefe Schlaglöcher und echten Offroad-Einsatz ist das Fahrwerk dennoch nicht gedacht.

Welche Akkuversion ist die richtige?

624 Whgünstiger und 0,8 kg leichter; bis 70 km Herstellerangabe
873 Wh249 Wh bzw. rund 40 % mehr Kapazität für 100 € Aufpreis
Meine Wahl873 Wh – deutlich mehr Reserve bei kaum Mehrgewicht

Technische Daten im Überblick

Preis zum Testzeitpunktab 899 € (624 Wh), 999 € (873 Wh)
MotorHeckmotor, bis 1.400 W Peak
Akku624 oder 873 Wh, fest verbaut
Hersteller-Reichweitebis 70 bzw. 90 km
Praxis-Reichweite im Testrund 70–80 km mit großem Akku; 82 kg Zuladung, 24 °C, eher flaches Streckenprofil, viel Sportmodus
Gewicht22,7 bzw. 23,5 kg
Reifen10 Zoll, schlauchlos
Federungvorn Öldämpfer, ca. 47 mm; hinten Elastomer
BremsenTrommelbremse vorn, elektronische Rekuperationsbremse hinten
Zuladungbis 130 kg
SchutzIPX6

Motor und Steigfähigkeit

Per GPS lagen im Test rund 21 bis 21,5 km/h an; das Display zeigte 22 km/h. Die Gasannahme lässt sich fein dosieren und passt damit auch zum Zero Start: Ist die Funktion in der App aktiviert, fährt der Lite kontrolliert aus dem Stand an. Im Stop-and-go, an Ampeln und beim Anfahren an einer leichten Steigung ist das spürbar bequemer als der serienmäßige Kickstart.

Steigungstest: Die 16-Prozent-Parkhausrampe bewältigte der VX2 Lite mit etwa 13 bis 14 km/h. An den mehr als 25 Prozent steilen kurzen Testpassagen der „Hannoverschen Alpen“ musste er passen. Gemeint sind besonders steile Abschnitte im Raum Hannover – kein Gebirge, sondern ein Härtetest für den Antrieb.

Die beworbenen 28 Prozent sind ein Maximalwert, der stark von Fahrergewicht, Untergrund, Akkustand und Anlauf abhängt. Für typische Stadtanstiege reichen die 1.400 Watt Peak gut aus; wer regelmäßig extreme Rampen fährt, erhält mit dem VX2 Hub deutlich mehr Reserve.

Bremsen und Sicherheitsausstattung

VMAX kombiniert eine mechanische Trommelbremse vorn mit einer separat bedienbaren elektronischen Hinterradbremse. Die Rekuperationsbremse allein braucht viel Weg; zusammen kam der Scooter aus rund 22 km/h nach etwa 2,5 bis 2,85 Metern zum Stehen. Gemessen wurde bei 24 °C auf glattem, trockenem Untergrund. Dazu kommen ein 60-Lux-Frontlicht, Rück- und Bremslicht sowie gut sichtbare Blinker vorn und hinten mit akustischer Erinnerung. Der IPX6-Schutz ist im Pendelalltag ebenfalls ein Plus.

VMAX VX2 Lite Frontlicht mit 60 Lux
Nahaufnahme des Frontlichts am VMAX VX2 Lite.
VMAX VX2 Lite Trommelbremse am Vorderrad
Vorderrad mit Trommelbremse und Kabelzug am VMAX VX2 Lite.

Akku, Reichweite und App

VMAX nennt bis zu 70 Kilometer für 624 Wh und bis zu 90 Kilometer für 873 Wh. Im Test mit 82 Kilogramm Zuladung, 24 °C, eher flachem Streckenprofil und viel Sportmodus waren mit dem großen Akku etwa 70 bis 80 Kilometer realistisch. Der Akku bleibt im Fahrzeug; geladen wird mit 2 Ampere. Das dauert ungefähr 6,5 Stunden beim kleinen und rund 9 Stunden beim großen Akku. Wer nicht am Abstellplatz laden kann, sollte diesen Punkt vor dem Kauf ernst nehmen.

VMAX-App: mehr als Akkustand und Fahrmodus

Die App koppelte im Test problemlos und gleicht das schlichte Scooter-Display teilweise aus. Sie zeigt Akkuprozent, Restreichweite und Fahrzeugstatus, schaltet Fahr- und Startmodi, Motorsperre sowie Licht und zeichnet Touren auf. Für längere Strecken besonders nützlich ist die Navigation: Sie kann Reichweite und Höhenprofil in die Planung einbeziehen, Karten speichern und GPX-Routen importieren. Sinkt die Reichweitenprognose unterwegs stärker als erwartet, lässt sich die Route neu berechnen.

Der Haken liegt nicht in der App, sondern im Cockpit: Abbiegehinweise erscheinen beim Lite nicht direkt auf dem Scooter-Display. Dafür braucht es weiterhin das Smartphone. Genau hier bietet der VX2 Hub mit seinem Farbdisplay den größten Komfortgewinn.

VMAX VX2 Lite Display und Cockpit im Test
Das zentrale Display und die Bedienelemente des VMAX VX2 Lite.

Alltag und Transport

Mit 22,7 beziehungsweise 23,5 Kilogramm ist der VX2 Lite für einen vollgefederten Tourenscooter vergleichsweise leicht. Für einzelne Treppen oder das Verladen ins Auto geht das noch, als täglicher Begleiter in Bus und Bahn ist er wegen Gewicht und nicht einklappbarer Griffe aber nur bedingt geeignet. Der fest verbaute Akku setzt außerdem eine Steckdose am Abstellplatz voraus.

Warum ich die große Akkuversion empfehle

Im direkten Verhältnis aus Mehrpreis, zusätzlicher Kapazität und Gewicht überzeugt mich die 873-Wh-Ausführung deutlich stärker. Sie kostet nur 100 Euro mehr, bringt aber rund 40 Prozent zusätzliche Energie mit und erhöht das Fahrzeuggewicht kaum. Gerade im Winter, bei Gegenwind oder auf Strecken mit vielen Steigungen schafft diese Reserve mehr Ruhe, weil nicht jede Tour bis auf den letzten Akkubalken geplant werden muss. Wer nur kurze Stadtwege fährt und sicher am Abstellplatz laden kann, kommt auch mit 624 Wh aus. Für regelmäßige Pendelstrecken und Wochenendtouren würde ich persönlich aber immer die große Version nehmen. Der langsame 2-Ampere-Lader bleibt dann zwar ein Geduldsspiel, lässt sich mit einer festen Laderoutine über Nacht jedoch gut in den Alltag integrieren.

Stärken und Schwächen im Überblick

Vorteile

  • Komfortable, leise Vollfederung mit stabiler Abstimmung.
  • Bis zu 873 Wh bei nur 23,5 kg Fahrzeuggewicht.
  • Kräftiger, gut dosierbarer Antrieb mit praktischem Zero Start.
  • Starke App mit Navigation, GPX-Import und Reichweitenplanung.

Nachteile

  • Einfaches, spiegelndes Display ohne Navigationshinweise.
  • Fest eingebauter Akku verlangt einen Ladeplatz am Scooter.
  • Langsames 2-Ampere-Ladegerät mit bis zu rund neun Stunden Ladezeit.
  • Keine mechanische Hinterradbremse; häufiges Tragen bleibt mühsam.

Für wen lohnt sich das Modell?

Der VX2 Lite passt zu Pendlern und Tourenfahrern, die viel Akkukapazität, Vollfederung und eine gute App möchten, aber keinen besonders schweren Powerscooter bewegen wollen. Die 624-Wh-Version genügt für planbare Stadtwege mit regelmäßiger Lademöglichkeit. Für längere Pendelstrecken und Wochenendtouren ist die 873-Wh-Version wegen ihres geringen Mehrpreises und nur 0,8 Kilogramm Mehrgewicht der bessere Kauf.

Wer häufig Treppen oder lange Wege im ÖPNV bewältigt, sollte leichter suchen. Der VX2 Hub passt besser, wenn maximale Bergleistung, ein Schnellladegerät, eine zweite mechanische Bremse und Navigation im Display wichtiger sind als Preis und Gewicht.

Fazit: der vernünftige Tourer der VX2-Familie

Der VX2 Lite trifft für mich den Sweet Spot aus Reichweite, Gewicht und Komfort. Gegenüber dem deutlich teureren Hub fehlen vor allem Spitzenleistung, Schnellladen, Farbdisplay und eine zweite mechanische Bremse – auf normalen Stadt- und Tourenstrecken wiegt der Preisvorteil jedoch schwerer. Bei der Akkuwahl bleibt die 873-Wh-Version trotz 100 Euro Aufpreis meine klare Empfehlung.

Weitere unabhängige Messungen und Vergleiche findest du bei den E-Scooter-Tests und in der HENNTECH E-Scooter-Bestenliste.

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Henne

Ich bin Henne und bei HennTech dreht sich alles um E-Scooter, E-Bikes und das passende Zubehör. Ich probiere aus, wie sich die Fahrzeuge im Alltag schlagen und ob sie wirklich halten, was die Hersteller versprechen. Kommt mit!