Testvideo vom Artikel aktualisiert am
Bei kompakten E-Scootern bedeutet geringes Gewicht häufig weniger Leistungsreserve. Der SoFlow SO One Pro der ersten Generation will genau diesen Zielkonflikt auflösen und ergänzt sein schlankes Chassis um ein ungewöhnlich umfangreiches digitales Cockpit. Im Test musste sich zeigen, ob dieser Ansatz im Pendelalltag trägt – und welche Kompromisse dafür nötig sind.
Mein Urteil: Der SoFlow SO One Pro der ersten Generation ist ein besonders passender City-Scooter für Pendler in hügeligen Städten, die ihr Fahrzeug regelmäßig tragen und überwiegend auf gutem Asphalt fahren. Der kräftige Getriebeantrieb, die kurze Ladezeit und das smarte Farbdisplay ergeben bei nur 15,3 Kilogramm ein ungewöhnlich alltagstaugliches Paket. Wer häufig Kopfsteinpflaster oder grobe Wege fährt oder einen besonders leisen Antrieb erwartet, sollte die fehlende Federung, die schmalen Schlauchreifen und das hörbare Getriebe berücksichtigen.
1.200 WSpitzenleistung
480 WhAkkukapazität
15,3 kgTestfahrzeug
3,8 mBremsweg im Test
Leicht genug, um ihn wirklich mitzunehmen
Das geringe Gewicht ist einer der wichtigsten Vorteile. Mein Testfahrzeug bringt rund 15,3 Kilogramm auf die Waage. Damit lässt es sich auch einmal eine Treppe hinauftragen oder in ein Auto heben. Das ist eine andere Größenordnung als bei den schweren vollgefederten Modellen, die sonst oft mit besonders kräftigen Motoren locken.
Der Faltmechanismus arbeitet mit Druckknöpfen, der Lenker rastet anschließend am Haken über dem hinteren Schutzblech ein. Auf- und Zuklappen gehen zügig. Die Lenkerenden lassen sich allerdings nicht einklappen und stehen im gefalteten Zustand weiter heraus. Auch dieser leichte Scooter benötigt deshalb etwas Platz beim Verstauen. Der filigrane Kunststoffständer dürfte für meinen Geschmack robuster sein.
Die geringe Masse prägt auch das Handling. Der SO One Pro wechselt leichtfüßig die Richtung, lässt sich präzise rangieren und bleibt dank gut abgestimmter Gasannahme und Bremse jederzeit berechenbar. Gerade im dichten Stadtverkehr wirkt er dadurch unkomplizierter als viele kräftige, aber deutlich schwerere Konkurrenten.
Sehr aufgeräumtes Design mit vielen kleinen Details
Am Lenker ist fast alles integriert: Bremsleitung, Blinker, Drehgasgriff und selbst der Haken für den Faltmechanismus. Das Cockpit wirkt dadurch ungewöhnlich sauber. Auch am Rahmen muss man genauer hinsehen, um überhaupt Kabel zu entdecken. Schweizer Flagge, Kreuzmuster in der Fußmatte und der bündig verschwindende Ständer setzen kleine Akzente, ohne den ruhigen Gesamteindruck zu stören.
Der Rahmen aus einer Magnesiumlegierung spart Gewicht. Farblich passende Kunststoffteile, enge Übergänge und ordentliche Schweißnähte hinterlassen einen stimmigen Eindruck. Das hintere Schutzblech ist an zwei Stellen befestigt; vorne reicht das breite Schutzblech weit nach unten. So wirkt der SO One Pro trotz seiner schlanken Bauweise sorgfältig gestaltet.
Seitliche Reflektoren sind in die Reifen integriert. An unserem Testfahrzeug waren sie stellenweise nicht ganz sauber aufgebracht. Das ist ein konkreter Kritikpunkt am Testfahrzeug, keine Aussage über jede später ausgelieferte Version. Insgesamt gefiel mir die Verarbeitung gut, besonders der konsequent integrierte Aufbau.
Technische Daten und Messwerte
| Getestetes Fahrzeug | SO One Pro, erste Generation; Test vom Oktober 2023 |
| Antrieb | Heckmotor mit schräg verzahntem Doppelplanetengetriebe |
| Motorleistung | 500 W Nenndauerleistung, bis 1.200 W Spitze |
| Drehmoment | Über 50 Nm laut Hersteller |
| Akku | 480 Wh, LG-Zellen, 48-V-System |
| Herstellerreichweite | Bis 65 km |
| Laden | 3-A-Ladegerät, ungefähr 3–4 Stunden |
| Gewicht des Testfahrzeugs | Rund 15,3 kg |
| Maximale Zuladung | 120 kg laut Hersteller |
| Wasserschutz | IPX5 laut Hersteller |
| Reifen | 10 Zoll, etwa 2 Zoll breit, Luftreifen mit Schlauch und Straßenprofil |
| Federung | Keine zusätzlichen Federelemente |
| Trittbrett | Nutzbar ungefähr 45 × 14 cm |
| Lenker | Etwa 1 m über dem Trittbrett; ungefähr 51 cm breit inklusive Blinker |
| GPS-Tempo im Test | Ungefähr 20 km/h beim Testfahrzeug |
| Steigungstest | 15–16 Prozent mit 85 kg: beschleunigt bis etwa 15 km/h; sehr steiler Geländeabschnitt um 11–12 km/h |
| Bremsweg | Ungefähr 3,8 m im Test |
| Bremsanlage | Trommelbremse vorne und gekoppelte, rekuperierende Motorbremse hinten |
| Smarte Ausstattung | 2,8-Zoll-Farbdisplay, Navigationshinweise, App, Apple Find My |
Getriebeantrieb am Berg: die größte Stärke
Der Hinterradmotor arbeitet mit 48 Volt und einem schräg verzahnten Doppelplanetengetriebe. SoFlow nennt mehr als 50 Newtonmeter Drehmoment. Entscheidend ist, wie sich dieser Schub nutzen lässt: Beim Anfahren setzt die Kraft kontrolliert ein und nimmt anschließend deutlich zu. Das macht den Antrieb lebendig, ohne dass er bei jeder kleinen Bewegung am Drehgasgriff sofort ruckartig loslegt.
Wie viel Substanz hinter dem kompakten Antrieb steckt, zeigt die 15 bis 16 Prozent steile Parkhausrampe: Mit meinen 85 Kilogramm beschleunigte der SO One Pro dort von ungefähr 11 auf 15 km/h. Selbst der erneute Start am Hang gelang nach einem leichten Anschub. Für hügelige Pendelstrecken ist diese tatsächlich nutzbare Kraft wichtiger als eine eindrucksvolle Spitzenzahl auf dem Datenblatt.
Auch der mehr als 25 Prozent steile Geländeabschnitt bringt den leichten SoFlow nicht aus dem Konzept: Auf schwierigem Untergrund hielt er ungefähr 11 bis 12 km/h. Für diese Gewichtsklasse ist das außergewöhnlich stark und ein gutes Beispiel dafür, warum die Abstimmung des Antriebs am Berg mehr zählt als die reine Spitzenleistung.
Die Kehrseite des Getriebes ist sein deutlich hörbares Arbeitsgeräusch. Mich störte es nach kurzer Eingewöhnung weniger. Wer besonders geräuschempfindlich ist, sollte sich die Fahraufnahmen im Video anhören. So lässt sich gut einschätzen, ob die starke Bergleistung diesen Kompromiss für den eigenen Alltag aufwiegt.
Tempo und Reichweite hängen auch von der Fahrstufe ab
Bei der GPS-Kontrolle erreichte unser Testfahrzeug ziemlich genau 20 km/h. Seine besondere Stärke zeigt sich damit vor allem an Steigungen, wo der Getriebeantrieb kräftig weiterzieht.
Die drei Fahrstufen heißen Long Range, Comfort und Sport. Long Range begrenzt die Geschwindigkeit auf 15 km/h, während Sport die volle Leistung freigibt. SoFlow nennt unter Idealbedingungen bis zu 65 Kilometer Reichweite. Im Alltag hängt der Verbrauch deutlich von Fahrstufe, Steigungen, Temperatur und Fahrergewicht ab. Zusätzlich unterstützt eine Schiebehilfe das Bewegen mit ungefähr 5 km/h.
Der Akku besitzt 480 Wattstunden und lässt sich mit dem 3-Ampere-Netzteil in ungefähr drei bis vier Stunden laden. Das ist für ein Fahrzeug dieser Klasse angenehm planbar. Die Ladebuchse sitzt dezent im Rahmen. Mehr zur realistischen Planung von Reichweite und Ladepausen findest du im Akku-Ratgeber.
Für die Stadt komfortabel, auf grobem Untergrund begrenzt
Die 10-Zoll-Luftreifen übernehmen die gesamte Federarbeit. Zusätzliche Federelemente gibt es nicht. Auf guten Wegen reicht das aus, und auch ein einfacher Feldweg lässt sich ordentlich fahren. Kleine Unebenheiten spürt man natürlich. Auf grober Wiese oder Kopfsteinpflaster gelangen deutlich mehr Stöße an Hände und Füße.
Die ungefähr 2 Zoll breiten Reifen mit Straßenprofil boten auf den glatten Flächen unseres Parcours guten Halt. Verbaut sind klassische Luftreifen mit Schlauch, ohne selbstabdichtende Schicht. Regelmäßige Luftdruckkontrolle gehört damit zum Alltag mit diesem Scooter.
Das Trittbrett bietet ungefähr 45 Zentimeter Länge und 14 Zentimeter Breite. Der Lenker steht rund einen Meter darüber und neigt sich leicht zum Fahrer. Diese kompakte Geometrie passt gut zu Stadtfahrten und kurzen Wegen zwischen Bahn, Wohnung und Arbeitsplatz. Wer regelmäßig lange Strecken über Kopfsteinpflaster fährt, profitiert dagegen von einem Modell mit zusätzlicher Federung.
Farbdisplay mit Navigation und genauer Akkuanzeige
Das 2,8-Zoll-Farbdisplay startet schnell und zeigt die wichtigsten Informationen klar an. Besonders hilfreich finde ich den Akkustand in Prozent. Hinzu kommen Geschwindigkeit, Fahrstufe, Licht- und Blinkerstatus sowie weitere Daten aus der App. Bei Sonne bleibt der wesentliche Inhalt erkennbar, die Oberfläche spiegelt allerdings etwas.
Die Navigation zeigt Abbiegehinweise direkt auf dem Display. Dadurch kann das Smartphone während der Fahrt in der Tasche bleiben. Das ist im Alltag ein spürbarer Mehrwert gegenüber einer reinen Geschwindigkeitsanzeige. Die App bietet außerdem Angaben zu Strecke, Fahrtdauer und gesammelten Flowmiles. Die Fahrstufe lässt sich dort oder etwas fummelig per Doppelklick am Einschaltknopf wechseln.
Apple Find My ergänzt die Ausstattung. Darüber lässt sich der Scooter innerhalb des Apple-Netzwerks wiederfinden und als verloren markieren. Eine elektronische Wegfahrsperre blockiert bei Bewegung das Hinterrad und gibt ein Signal ab. Diese Funktionen helfen beim Wiederfinden beziehungsweise erschweren das Wegschieben. Ein mechanisches Schloss bleibt für das Abstellen sinnvoll.
Bremsen, Licht und Blinker im Alltag
Ein Bremshebel auf der linken Seite betätigt die vordere Trommelbremse und die elektrische Bremse im Hinterradmotor. Die Motorbremse setzt kurz nach der mechanischen Verzögerung ein. Das ist spürbar, hat mich aber nicht gestört. Positiv finde ich, dass hier trotz Getriebeantrieb eine rekuperierende elektrische Bremse vorhanden ist.
Aus rund 20 km/h stand das Testfahrzeug nach ungefähr 3,8 Metern. Die Verzögerung blieb auch im Gefälle gut kontrollierbar, und die gekoppelte Bedienung hält das Cockpit angenehm übersichtlich. Eine separat dosierbare E-Bremse würde das Konzept dennoch abrunden, besonders für sanftes Verzögern und Ausrollen.
Das vollständig integrierte Frontlicht ist mit 60 Lux angegeben und ordentlich hell. Auch der Reflektor fügt sich sauber in das Design ein. Hinten gibt es ein helles Rücklicht mit Bremslicht. Die Lenkerblinker sind bei Tageslicht gut sichtbar und werden akustisch sowie im Display bestätigt. Eine Wippe oder ein Schiebeschalter wäre mir beim Bedienen lieber als die vorhandenen Tasten.
Ein zusätzliches Blinkerpaar am Heck fehlt. Gerade bei einem breiteren Fahrer können die Lenkerblinker aus manchen Blickwinkeln verdeckt werden. Gut gefallen hat mir dagegen die elektronische Hupe: Sie ist deutlich hörbar, ohne so aufdringlich zu wirken wie bei einigen anderen Scootern.
Nachfolger SO ONE PRO 3: Was hat sich geändert?
Bewährtes Konzept, breitere Reifen: Mit dem SO ONE PRO 3 führt SoFlow die Idee eines leichten City-Scooters mit Getriebeantrieb fort. Der 48-Volt-Antrieb und der 480-Wh-Akku bleiben die Basis, eine zusätzliche Federung gibt es weiterhin nicht. Die auffälligste Änderung steckt in den Rädern: Statt der schmaleren Schlauchreifen der ersten Generation kommen nun 10 × 2,5 Zoll große Tubeless-Reifen zum Einsatz. Mit einem angegebenen Gewicht von 16 Kilogramm bleibt der Nachfolger nah an den 15,3 Kilogramm unseres Testfahrzeugs. Auch bei den Ortungsfunktionen legt SoFlow nach: Neben Apple Find My unterstützt die dritte Generation Android Find Hub.
Das Konzept bleibt damit besonders für Pendler auf hügeligen Stadtstrecken interessant. Viele Eindrücke aus unserem Test liefern auch für den Nachfolger eine gute Orientierung – etwa zur handlichen Bauweise und zum Verzicht auf eine Federung. Im Detail lohnt sich dennoch der Blick auf die neue Ausstattung: SoFlow nennt nun 45 Nm Drehmoment und sieben bis acht Stunden Ladezeit. Die hier ermittelten Fahr- und Bremswerte gelten für die erste Generation.
Welche SoFlow-Alternative passt besser?
Der SO One Pro bleibt die leichte Wahl für steile Stadtwege. Innerhalb der SoFlow-Familie gibt es jedoch drei sinnvoll abgestufte Alternativen:
SO ONE Lite Pro
Die günstigere City-Alternative mit 1.000 Watt Spitze und 374 Wh. Ebenfalls agil und bergstark, aber mit weniger Akku- und Leistungsreserve.
SO4 Pro MAX
Mit Vollfederung, 576-Wh-Wechselakku und 1.300 Watt Spitze deutlich komfortabler und tourentauglicher, dafür mit rund 24 Kilogramm erheblich schwerer.
SO4 Pro GT
Die Premium-Wahl mit 864-Wh-Wechselakku, Luftfederung und bis zu 1.600 Watt. Ideal für lange, anspruchsvolle Strecken – aber kein Scooter zum häufigen Tragen.
Fazit: Besonders spannend für hügelige Stadtwege
Die Kombination aus geringem Gewicht und starker Bergleistung ist das überzeugendste Argument für den SoFlow SO One Pro. Ich kann ihn vergleichsweise gut tragen und bekomme trotzdem einen Antrieb, der auf anspruchsvollen Steigungen kräftig weiterzieht. Das aufgeräumte Design, die Navigation und die genaue Akkuanzeige passen zu einem modernen Pendlerfahrzeug.
Besonders gut passt der SO One Pro zu Pendlern, die ihren Scooter gelegentlich tragen und unterwegs kräftige Unterstützung am Berg brauchen. Auf überwiegend befestigten Wegen kommen seine Wendigkeit und die alltagstaugliche Ausstattung zur Geltung. Das hörbare Getriebe und der begrenzte Komfort auf grobem Untergrund sollte man einplanen. Für hügelige Stadtwege ist die Kombination aus geringem Gewicht, starkem Antrieb und smartem Cockpit ausgesprochen reizvoll. Weitere kompakte Modelle findest du in den Kompakt-Tests und der E-Scooter-Bestenliste.
Stärken und Schwächen im Überblick
Vorteile
- Sehr kräftiger Getriebeantrieb: An der 15–16-Prozent-Rampe beschleunigte der Scooter mit 85 Kilogramm Fahrergewicht weiter.
- Mit rund 15,3 Kilogramm vergleichsweise gut zu tragen.
- Wendig und gut kontrollierbar im Hindernisparcours.
- Aufgeräumtes Design mit weitgehend integrierten Leitungen.
- Farbdisplay mit Abbiegehinweisen und Akkustand in Prozent.
- Apple Find My, Wegfahrsperre, helle Beleuchtung und sichtbare Lenkerblinker.
Nachteile
- Das Getriebe ist während der Fahrt deutlich hörbar.
- Ohne Federung kommen Stöße auf Kopfsteinpflaster und groben Wegen deutlich an.
- Lenkerblinker können verdeckt werden; zusätzliche Heckblinker fehlen.
- Die elektrische Bremse lässt sich nicht unabhängig bedienen.
- Nicht einklappbare Lenkerenden brauchen beim Verstauen Platz; der Ständer wirkt filigran.
Preis und Gutschein, geprüft am 1. Oktober 2026: Im SoFlow-Shop kostet der SO ONE PRO 3 aktuell 599 €. Mit dem Code henntech wurden im Warenkorb 5 % Rabatt abgezogen: 569,05 €. Preis und Gutscheinbedingungen können sich ändern.
Werbung – Affiliate-Links: Wenn du über einen der folgenden Angebotslinks einkaufst, kann ich eine Provision erhalten. Für dich ändert sich der Preis nicht. Meine Auswahl und Einschätzung bleiben davon unabhängig.
SoFlow SO ONE PRO 3
Aktueller Nachfolger – nicht Gegenstand dieses Tests
Kommentar hinzufügen