SoFlow SO4 Pro GT im E-Scooter-Test: 70 Nm und Luftfederung – lohnt sich der Aufpreis?

Vom kräftigen SO4 Pro MAX zum komfortableren GT: SoFlow ergänzt Luftfederung, TFT-Display und einen großen Wechselakku. Mein Praxistest zeigt, für wen sich der Aufpreis auszahlt.

Testvideo vom Artikel aktualisiert am

Der SO4 Pro MAX ist bereits für seinen kräftigen Getriebemotor bekannt. Der SoFlow SO4 Pro GT soll aus diesem Konzept einen komfortableren E-Scooter für längere und anspruchsvollere Strecken machen. Dafür kombiniert er den bis zu 70 Nm starken Antrieb mit einstellbarer Luftfederung, einem entnehmbaren 864-Wh-Akku und einem navigationsfähigen Farbdisplay. Im Praxistest habe ich geprüft, ob diese Extras Komfort und Alltagstauglichkeit spürbar verbessern – und damit den Aufpreis tatsächlich rechtfertigen.

Mein Urteil: Der Aufpreis gegenüber dem SO4 Pro MAX lohnt sich besonders für Pendler und Tourenfahrer, die regelmäßig schlechte Radwege, Kopfsteinpflaster oder starke Steigungen bewältigen. Die einstellbare Luftfederung bringt einen echten Komfortgewinn, während der kräftige Getriebemotor und der 864-Wh-Wechselakku längere und bergige Strecken deutlich entspannter machen. Wer überwiegend kurze, ebene Asphaltwege fährt, erhält mit dem MAX weiterhin die günstigere Lösung. Wenn Fahrkomfort, Bergreserven und flexibles Laden zählen, ist der GT jedoch der deutlich komplettere E-Scooter.

1.600 WSpitzenleistung

864 WhWechselakku

70 Nmlaut Hersteller

150 kgmax. Zuladung

Technische Daten und HennTech-Messwerte

AntriebHeckmotor mit Planetengetriebe
Motorleistung500 W Nenndauerleistung, bis 1.600 W Spitze
Drehmomentbis 70 Nm laut Hersteller
Akku48 V, 18 Ah, 864 Wh, herausnehmbar
Herstellerreichweitebis 100 km unter Idealbedingungen
Laden3-A-Netzteil, ungefähr 6 Stunden
Gewichtrund 25,5 kg im Test
Zuladungbis 150 kg laut Hersteller
Maße117 × 56,8 × 126 cm (L × B × H)
Reifen10 × 2,5 Zoll, schlauchlose Luftreifen mit Pannenschutz
FederungFedergabel vorn, einstellbare Luftfederung hinten
GPS-Geschwindigkeitetwa 21,5–22 km/h
16-Prozent-Rampemit rund 80 kg Zuladung etwa 16–17 km/h
Steiler Geländetestmehr als 25 Prozent; oben ungefähr 13–14 km/h
Bremsenmechanische Scheibenbremsen vorn und hinten, gekoppelte Motorbremse
Display2,8-Zoll-TFT mit Navigationshinweisen
OrtungApple „Wo ist?“ und Samsung SmartThings laut Hersteller
Beleuchtung60-Lux-Frontlicht, Bremslicht und Blinker vorn und hinten
WasserschutzIP65
SoFlow SO4 Pro GT in der Gesamtansicht
Der SO4 Pro GT kombiniert den kräftigen SoFlow-Antrieb mit einem aufwendigeren Fahrwerk und großem Wechselakku.

Die Luftfederung macht einen echten Unterschied

Vorn arbeitet eine klassische Federgabel, hinten lassen sich zwei Luftfederelemente mit der beiliegenden Hochdruckpumpe an das Fahrergewicht anpassen. Die Drucktabelle in der Anleitung liefert passende Ausgangswerte. Genau diese Abstimmungsmöglichkeit gehört zu den wichtigsten Unterschieden zum günstigeren SO4 Pro MAX.

Der Mehrwert ist deutlich spürbar: Auf Asphalt, Waldwegen, Kopfsteinpflaster und Wiese arbeitet das Heck ruhig und frei von störendem Knarzen. Auf wechselndem Untergrund wirkt der GT dadurch reifer als viele nur straff abgestimmte Konkurrenten.

Die vordere Gabel ist anders als beim MAX nicht einstellbar, wirkt dafür solide und arbeitet ebenfalls leise. Zusammen mit den schlauchlosen 10 × 2,5-Zoll-Reifen entsteht ein komfortables, kontrolliertes Fahrgefühl. Das Straßenprofil bietet guten Halt und verträgt auch gelegentliche Schotterpassagen.

Einstellbare Luftfederung am Heck des SoFlow SO4 Pro GT
Die hintere Luftfederung lässt sich mit der mitgelieferten Hochdruckpumpe an das Fahrergewicht anpassen.

Im Parcours agiler, als das Gewicht vermuten lässt

Mit rund 25,5 Kilogramm ist der GT schwer, kaschiert seine Masse beim Fahren aber überzeugend. Überschaubarer Wendekreis, sicherer Reifengrip und geräumiges Trittbrett ergeben ein berechenbares, für diese Gewichtsklasse erstaunlich agiles Handling.

Bei 1,80 Meter Körpergröße passte die feste Lenkerhöhe gut. Gasannahme und Bremsen harmonieren und lassen sich sauber dosieren, auch wenn hochwertige Direktantriebe noch etwas feiner reagieren. Für seine Größe bleibt der GT erfreulich unkompliziert.

Der rechte Gasdrehgriff entlastet auf längeren Strecken den Daumen, passt aber nicht zu jeder Handhaltung. Ein separater Hebel für die elektrische Bremse fehlt; sie wird ausschließlich über die Bremshebel zugeschaltet.

Der Getriebemotor schiebt auch am steilen Berg weiter

Das Planetengetriebe stellt bereits bei niedriger Geschwindigkeit viel nutzbares Drehmoment bereit. SoFlow nennt bis zu 70 Newtonmeter und 1.600 Watt Spitzenleistung bei 500 Watt Nenndauerleistung. Der hohe Spitzenwert beschreibt kurzfristige Reserven – nicht eine dauerhaft abgegebene Leistung.

Auf der 16-Prozent-Rampe hielt der GT mit rund 80 Kilogramm Zuladung im Sportmodus etwa 16 bis 17 km/h. Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Weniger passend zum kräftigen Antrieb ist der nötige Anschub auf ungefähr 3 km/h, bevor der Motor einsetzt.

In den 25 bis 30 Prozent steilen „Hannoverschen Alpen“ blieb der GT ebenfalls souverän. Gras, Schotter und Auswaschungen bilden dort einen kurzen, anspruchsvollen Stresstest; oben standen noch etwa 13 bis 14 km/h an. Gegenüber dem MAX war der GT rund fünf Sekunden schneller – kein Klassenunterschied, aber eine spürbare Reserve.

Die eigentliche Qualität zeigt sich bei sinkendem Tempo: Der Getriebemotor arbeitet kräftig weiter, statt früh einzubrechen. Diese Beharrlichkeit macht den GT zu einem besonders souveränen Bergfahrer.

Auf ebener Strecke lagen laut GPS etwa 21,5 bis 22 km/h an. Der Long-Range-Modus begrenzt auf 15 km/h, die stärkeren Fahrstufen unterscheiden sich vor allem in der Leistungsabgabe; Sport liefert die volle Beschleunigung. Ein Fußgängermodus ergänzt das Angebot.

Das Getriebegeräusch bleibt Teil des Konzepts. Der Antrieb klingt kultivierter und weniger schrill als ältere SoFlow-Generationen, ist aber weiterhin deutlich hörbar. Geräuschempfindliche Fahrer sollten ihn vor dem Kauf selbst erleben.

Der Wechselakku erleichtert das Laden erheblich

Das elektronisch entriegelte Trittbrett gibt einen 48-Volt-Akku mit 18 Ah beziehungsweise 864 Wh frei. Er lässt sich separat in der Wohnung laden, während der 25,5-Kilogramm-Scooter am Stellplatz bleibt. Für den Stadtalltag ist das ein entscheidender Vorteil.

Eine LED zeigt den Ladestand direkt am entnommenen Akku. Führungsschienen erleichtern das Einsetzen, und eine Sperre verhindert das vollständige Schließen ohne Batterie. Das Deck blieb während der Fahrt stabil und leise; beim Zuklappen verlangt die schwere Abdeckung dennoch etwas Aufmerksamkeit.

SoFlow nennt unter günstigen Bedingungen bis zu 100 Kilometer Reichweite. Zuladung, Temperatur, Strecke, Reifendruck und Fahrstufe können den Alltag deutlich verkürzen. Ein zweiter Wechselakku erweitert den Tourenradius, ohne den Scooter selbst zum Ladeplatz bewegen zu müssen.

Das 3-Ampere-Ladegerät benötigt rund sechs Stunden – für ein GT-Modell eher gemächlich. Auch der tief sitzende Ladeport überzeugt nicht: Der dreipolige Stecker passt nur in einer Ausrichtung und lässt sich hinter der kleinen Klappe fummelig einsetzen. Hinweise zu Akkupflege und Ladeplanung bündelt der Akku-Ratgeber.

Geöffnetes Akkufach im Trittbrett des SoFlow SO4 Pro GT
Das Akkufach öffnet sich unter dem Trittbrett. Die Batterie lässt sich zum Laden herausnehmen.

Das Farbdisplay ist mehr als eine hübsche Anzeige

Das 2,8-Zoll-TFT bleibt auch bei Sonne gut ablesbar und bietet deutlich mehr Informationen als die Anzeige des MAX. Neben Akkustand in Prozent, Tempo, Fahrstufe und Licht erscheinen Blinkrichtung, Tageskilometer, Leistungsabgabe, Rekuperation und eine fahrstufenabhängige Reichweitenschätzung.

Die Bluetooth-App zeichnet Fahrten auf, wechselt Fahrstufen und steuert die Wegfahrsperre. Besonders nützlich ist die Navigation: Abbiegehinweise erscheinen direkt auf dem TFT, sodass das Smartphone auf bekannten Alltagswegen in der Tasche bleiben kann.

Die Wegfahrsperre blockiert das Hinterrad, löst einen Alarm aus und schützt die elektronische Akkuentriegelung. Apple „Wo ist?“ und laut Hersteller Samsung SmartThings ergänzen den Diebstahlschutz, ersetzen aber kein belastbares mechanisches Schloss.

Kräftige Bremsen und eine vollständige Blinkerausstattung

Mechanische Scheibenbremsen an beiden Rädern werden beim Hebelzug von der rekuperierenden Motorbremse unterstützt. Auch bei einer Gefahrenbremsung aus Höchstgeschwindigkeit verzögert das System kräftig und kontrollierbar.

Für sanftes Verzögern wäre ein separater Regler der Motorbremse komfortabler. Die offen liegenden Scheiben verdienen regelmäßige Kontrolle auf Schmutz und Verschleiß; an ihrer überzeugenden Wirkung ändert diese Wartungsanforderung nichts.

Das 60-Lux-Frontlicht sitzt sauber im Lenkerkopf, hinten arbeitet ein ausreichend helles Rücklicht mit Bremsfunktion. Ein zweites Blinker-Paar am Heck hält die Richtungsanzeige auch dann sichtbar, wenn Körper oder Kleidung die Lenkerenden verdecken.

Die linke Wippe ist intuitiv, ein einzelner Ton bestätigt die Aktivierung ohne dauerhaftes Piepen. Tageslichttaugliche Helligkeit und umlaufende Reifenreflektoren runden die Sichtbarkeit ab.

Leuchtender Heckblinker des SoFlow SO4 Pro GT
Zusätzliche Blinker am Heck ergänzen die Richtungsanzeiger an den Lenkerenden.

Solider Rahmen und ein praktischer Faltmechanismus

Farbverlauf und grüne Akzente tragen klar die SoFlow-Handschrift. Das Cockpit wirkt aufgeräumt, die gummierten Tasten besitzen einen guten Druckpunkt und bis auf die Bremsleitungen bleiben Kabel weitgehend verborgen. Rahmen und hintere Schutzblechabstützung machen einen stabilen Eindruck.

Weniger überzeugend sind einzelne Spaltmaße an der Unterseite und der kratzempfindliche Lack. Das bewegliche Frontschutzblech blieb im Fahrtest zwar geräuscharm, bei einem Modell dieser Preisklasse fallen solche Details dennoch stärker auf.

Der doppelt gesicherte Faltmechanismus lässt sich unkompliziert bedienen und verriegelt den Lenker zuverlässig am Heck. Nicht einklappbare Lenkerenden und 25,5 Kilogramm begrenzen die Transportfreundlichkeit dennoch deutlich.

Der Kunststoffständer erfüllt seinen Zweck, häufige Treppen passen jedoch nicht zum GT. Der Wechselakku entschärft nur das Laden, nicht das Tragen. Für Bus und Bahn sollte zudem vorab die Regelung des jeweiligen Betreibers geprüft werden.

SO4 Pro GT oder SO4 Pro GT 2?

Der SO4 Pro GT 2 behält 1.600 Watt Spitzenleistung, bis zu 70 Nm, den 864-Wh-Wechselakku, zwei Scheibenbremsen und 150 Kilogramm Zuladung bei. Der Mehrwert des Nachfolgers liegt vor allem in Fahrwerk, Bereifung und Vernetzung.

SO4 Pro GT im Test

  • 10 × 2,5 Zoll große Luftreifen
  • Federgabel vorn, einstellbare Luftfederung hinten
  • Start nach kurzem Anschieben
  • Apple „Wo ist?“ und Samsung SmartThings
  • rund 25 bis 25,5 Kilogramm

Aktueller SO4 Pro GT 2

  • breitere 11 × 3-Zoll-Luftreifen
  • einstellbare Front- und Doppel-Luftfederung hinten
  • Zero Start
  • Apple „Wo ist?“ und Android Find Hub
  • TFT-Navigation und rund 26 Kilogramm

Besitzer des ersten GT erhalten mit dem Nachfolger keinen Leistungssprung. Bei einer Neuanschaffung machen breitere Reifen, das vollständig einstellbare Luftfahrwerk, Zero Start und Android Find Hub den GT 2 jedoch zum runderen Gesamtpaket.

Stärken und Schwächen im Überblick

Vorteile des SoFlow SO4 Pro GT

  • sehr kräftiger Getriebeantrieb an steilen Anstiegen
  • komfortable und leise Luftfederung mit einstellbarem Luftdruck
  • großer 864-Wh-Wechselakku zum separaten Laden
  • gut ablesbares Farbdisplay mit Navigationshinweisen
  • kräftige Bremsen und Blinker vorn und hinten
  • hohe Zuladung bis 150 Kilogramm

Nachteile des SoFlow SO4 Pro GT

  • rund 25,5 Kilogramm und nicht einklappbare Lenkerenden
  • Getriebeantrieb bleibt deutlich hörbar
  • tief sitzender Ladeanschluss etwas fummelig
  • Lack vergleichsweise kratzempfindlich
  • kein separater Hebel für die Motorbremse

Fazit: Der Aufpreis lohnt sich vor allem für Fahrwerk und Motor

Der SO4 Pro GT verbindet kräftige Bergleistung mit einem spürbar hochwertigeren Fahrwerk als der MAX. Wechselakku, übersichtliches TFT und vollständige Blinkerausstattung machen ihn zu einem überzeugenden Tourer für anspruchsvolle Alltagsstrecken.

25,5 Kilogramm und das hörbare Getriebe schließen Leichtgewicht und Flüsterbetrieb aus. Zum Testzeitpunkt im Mai 2025 lag der GT bei rund 1.200 Euro. Der Aufpreis gegenüber dem MAX ist durch Luftfederung, größeren Akku und besseres Display nachvollziehbar – sofern genau diese Vorteile genutzt werden.

Wer Komfort und Bergleistung priorisiert, erhält mit dem GT das stimmigere Paket. Preisbewusste Fahrer sollten den SO4 Pro MAX Test zum Vergleich heranziehen. Weitere Alternativen bündelt die E-Scooter-Bestenliste.

Für wen passt er? Für Fahrer, die starke Bergleistung, ein anpassbares Fahrwerk, lange Tourentauglichkeit und einen Wechselakku höher gewichten als geringes Gewicht und leisen Motorlauf.

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Henne

Ich bin Henne und bei HennTech dreht sich alles um E-Scooter, E-Bikes und das passende Zubehör. Ich probiere aus, wie sich die Fahrzeuge im Alltag schlagen und ob sie wirklich halten, was die Hersteller versprechen. Kommt mit!