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Voll ausgestattete E-Bikes mit klassischer Rahmenform bringen häufig deutlich mehr als 20 Kilogramm auf die Waage. Das Geero FLEX will trotz Wechselakku, Gepäckträger und Systembeleuchtung angenehm leicht und fahrradtypisch bleiben. Im Test musste sich zeigen, wie gut dieses Konzept im Pendelalltag funktioniert – und welchen Einfluss die einfache PAS-Motorsteuerung auf das Fahrgefühl hat.
Mein Urteil: Das Geero FLEX ist besonders für Stadtfahrer und Pendler geeignet, die ein leichtes, klassisch gestaltetes E-Bike mit kompletter Alltagsausstattung suchen und überwiegend auf gutem Asphalt fahren. Rund 19 Kilogramm, die präzise Shimano-XT-Schaltung und 70 Kilometer Praxisreichweite ergeben ein überzeugendes Gesamtpaket mit direktem Fahrradcharakter. Auf schlechten Wegen fährt das ungefederte FLEX allerdings straff, während die PAS-Steuerung weniger fein auf den eigenen Krafteinsatz reagiert als ein guter Drehmomentsensor.
rund 19 kgFahrzeuggewicht
70 kmPraxisreichweite
444 WhAkkukapazität
11 GängeShimano XT
Mein Testrad: Copper, Diamantrahmen und gerader Lenker
Das Testrad kombiniert einen 54er-Diamantrahmen aus Aluminium mit geradem Lenker und LC-Farbdisplay. Die Farbe Copper schimmert je nach Lichteinfall in unterschiedlichen Kupfertönen. Akku und Hinterradmotor fügen sich unauffällig in die klassische Form ein. Die sichtbaren Schweißnähte passen zu diesem sachlichen Auftritt; das Kabelgewirr am Lenker stört dagegen die klare Linie.
Geero bietet sechs Farben mit Pulverbeschichtung aus der Steiermark an. Dazu kommen unterschiedliche Lenker und Displays sowie schwarze oder braune Griffe mit passendem Sattel. Aus diesen Optionen ergeben sich laut Hersteller 96 Konfigurationen. Wichtiger als die Zahl ist die Wahl der Sitzposition: Sie verändert den Charakter des FLEX spürbarer als jede Lackierung.
Mit dem geraden Lenker sitze ich leicht nach vorne geneigt und fahre aktiver. Das gibt bei höherem Tempo ein stabiles Gefühl. Die gebogene Alternative ist für eine aufrechtere Haltung gedacht. Wer hauptsächlich kurze Stadtwege fährt und es entspannter mag, sollte diese Variante bei einer Probefahrt mit betrachten.
Warum sich 19 Kilogramm im Alltag bemerkbar machen
Schon beim Anheben zeigt sich der Vorteil des geringen Gewichts. Trotz Schutzblechen, Licht und Gepäckträger konnte ich das FLEX gut allein bewegen. Die ausgewogene Gewichtsverteilung hilft dabei: Das Rad kippt nicht unangenehm zu einer Seite. Wer es regelmäßig einladen oder über ein Hindernis heben muss, profitiert davon ebenso wie im engen Fahrradkeller.
Das Rad kam unbeschädigt und überwiegend in Karton verpackt an. Die Endmontage von Vorderrad, Lenker, Sattel, Pedalen sowie Schutzblech und Lampe dauerte mit Anleitung weniger als eine Stunde. Die Shimano-XT-Schaltung arbeitete anschließend ohne Nachjustieren sauber.
Auf der Straße setzt sich dieser handliche Eindruck fort. Das FLEX reagiert direkt auf Lenkimpulse und lässt sich auch in engen Situationen leicht dirigieren. Im Stadtverkehr wirkt es dadurch weniger behäbig als viele schwerere E-Bikes.
Technische Daten und Testergebnisse
| Getestete Konfiguration | 54er-Diamantrahmen, Copper, gerader Lenker, LC-Farbdisplay; Mai 2026 |
| Rahmen | Aluminium, pulverbeschichtet |
| Gewicht | Rund 19 kg mit Alltagsausstattung |
| Motor | Dezenter Hecknabenmotor, 250 W, rund 40 Nm |
| Sensorik | PAS-Sensor für Pedalumdrehungen |
| Unterstützung | 5 Stufen mit jeweils begrenzter Unterstützungsgeschwindigkeit |
| Akku | 444 Wh laut Hersteller, herausnehmbar und abschließbar |
| Praxisreichweite | Gute 70 km im Mix aus Stadtverkehr und einigen Hügeln |
| Herstellerreichweite | Rund 80 km |
| Ladezeit | Ungefähr 3–4 Stunden |
| Schaltung | Shimano XT, 11 Gänge |
| Bremsen | Hydraulische Scheibenbremsen |
| Reifen | Schwalbe Marathon |
| Federung | Keine Federgabel; gefederte Sattelstütze optional |
| Alltagsausstattung | Systembeleuchtung, Aluschutzbleche und Gepäckträger für passende Racktime-/Vaude-Lösungen |
Viel Rückenwind, aber kein Drehmomentsensor
Der Hinterradmotor liefert 250 Watt und rund 40 Newtonmeter. Seine Kraft gelangt direkt ans Rad, ohne die Kette zu belasten. Die Shimano XT ergänzt ihn mit elf präzise und schnell wechselnden Gängen. Auch bei kräftigerem Pedaldruck blieb die Schaltung im Test angenehm ruhig.
Die Motorsteuerung erkennt die Pedalumdrehungen. Sie misst also nicht, wie viel Kraft ich aufbringe. Jede der fünf Unterstützungsstufen begrenzt neben der Hilfe auch die Geschwindigkeit, bis zu der der Motor mitarbeitet. Stufe 1 unterstützt sanft bis etwa 9 km/h, die mittleren Stufen passen zu entspanntem Fahren um 19 km/h. Erst Stufe 5 gibt die volle Unterstützung bis in den Bereich der vorgesehenen 25 km/h frei.
Auf der Ebene genügt in einer hohen Stufe lockeres Mittreten, um zügig voranzukommen. Für einen Arbeitsweg ohne große Anstrengung ist das bequem. Bei wechselndem Pedaldruck passt sich die Motorhilfe jedoch weniger fein an als bei einem guten Drehmomentsensor. Wer aktiv fahren und die Unterstützung über die eigene Kraft dosieren möchte, bekommt hier nicht dieselbe Rückmeldung.
Zwei unterschiedliche Eindrücke: Das leichte Fahrwerk wirkt direkt und fahrradnah. Die Motorhilfe ist dagegen eher auf entspanntes Mitrollen ausgelegt. Beides kann gut zusammenpassen, sollte aber nicht mit einer kraftabhängigen Unterstützung verwechselt werden.
Die Unterstützung läuft weich aus; ein abrupter Widerstand war am Übergang zur reinen Muskelkraft nicht zu spüren. Laut Display lag dieser Punkt bei ungefähr 26,5 bis 27 km/h. Eine GPS-Messung liegt dazu nicht vor, die Anzeige erlaubt also keine genaue Aussage über die tatsächliche Geschwindigkeit.
Städtische Steigungen schafft das FLEX ordentlich
Auf unserer kurzen, von mir auf etwa 16 bis 18 Prozent eingeschätzten Rampe half der Heckmotor in Stufe 5 deutlich mit. Ich konnte im Sattel bleiben und kam ohne große Anstrengung nach oben. Einzelne kräftige Anstiege im Stadtverkehr sind damit gut machbar. Für dauerhaft extreme oder lange Bergstrecken würde ich eher zu einem passend übersetzten Mittelmotor-Rad greifen.
Auch ohne Motor lässt sich das FLEX gut fahren. Nach dem etwas kraftaufwendigeren Anfahren erreichte ich auf der Ebene zügig 20 bis 25 km/h und konnte weiter beschleunigen. Bei höherem Tempo begrenzte eher die Trittfrequenz als ein schwerfälliger Antrieb das Fortkommen. Die Weiterfahrt mit leerem Akku bleibt damit praktikabel. Weitere Unterschiede erläutert mein Ratgeber zu E-Bike-Motoren.
70 Kilometer Praxisreichweite und ein gut versteckter Wechselakku
Gute 70 Kilometer erreichte das FLEX mit rund 82 Kilogramm Fahrergewicht, bei etwa 20 Grad und auf einem überwiegend flachen Profil mit einzelnen Hügeln. Für ein derart schlankes Rad ist das ein überzeugendes Ergebnis. Geero nennt bis zu rund 80 Kilometer; wie nah man daran kommt, hängt vor allem von Unterstützungsstufe, Gegenwind, Temperatur und Streckenprofil ab.
Der 444-Wh-Akku lässt sich im Rad oder separat laden; dafür sind ungefähr drei bis vier Stunden einzuplanen. Die Entnahme ist ein wichtiger Alltagsvorteil: Steht das Rad im Keller, kann der Akku zum Laden mit in die Wohnung oder ins Büro.
Der Preis für die versteckte Integration ist die Entnahme nach unten. Dort sammelt sich Straßenschmutz, und entsprechend können auch die Hände schmutzig werden. Schloss und Ladebuchse sind durch eine magnetische Klappe geschützt. Der Akku selbst wird mit einem Schloss gesichert. Hinweise zu Pflege und realistischer Reichweitenplanung findest du im Akku-Ratgeber.
Präzise auf Asphalt, deutlich straffer auf schlechten Wegen
Auf gutem Asphalt fährt das FLEX ruhig, leicht und präzise. Die Schwalbe-Marathon-Reifen rollen angenehm und passen zum direkten Charakter. Sobald der Untergrund schlechter wird, gelangen Unebenheiten allerdings deutlich zum Fahrer. Eine Federgabel gibt es nicht, und auch der Rahmen ist auf ein unmittelbares Fahrgefühl ausgelegt.
Auf glatten Stadtwegen passt diese direkte Abstimmung. Regelmäßige Fahrten über Kopfsteinpflaster oder ruppigen Belag legen ihre Grenzen jedoch offen. Die optional erhältliche gefederte Sattelstütze wäre deshalb eine sinnvolle Ergänzung der Grundausstattung.
Die hydraulischen Scheibenbremsen überzeugen mit klarem Druckpunkt und gut dosierbarer Verzögerung. Auch kräftigere Bremsmanöver blieben im Test kontrollierbar.
Display, Licht und Gepäckträger sind sinnvoll integriert
Das LC-Farbdisplay am Testrad zeigt Geschwindigkeit, Akkustand und Unterstützungsstufe sowie Fahrzeit und Tagesstrecke. Die Informationen sind direkt am Lenker erreichbar. Über das separate Bedienteil am Griff lässt sich die Unterstützung wählen, ohne zur Anzeige greifen zu müssen.
Die fest installierte Beleuchtung wird aus dem Antriebssystem versorgt. Vorne nennt Geero mehr als 30 Lux, hinten sitzt ein integriertes COB-Rücklicht. Das erspart das separate Laden von Leuchten. Reflektierende Reifenflanken ergänzen die Sichtbarkeit, Aluschutzbleche machen das Rad auch für nasse Alltagswege brauchbar.
Der Gepäckträger nimmt passende Lösungen von Racktime und Vaude auf. So lassen sich Laptop oder Einkauf transportieren, ohne das leichte Stadtrad erst aufwendig nachzurüsten. Zusammen mit Wechselakku, Beleuchtung und Schutzblechen ergibt sich eine alltagstaugliche Ausstattung.
Stärken und Schwächen im Überblick
Vorteile
- Rund 19 Kilogramm trotz kompletter Alltagsausstattung.
- Präzise Shimano-XT-Schaltung mit elf Gängen.
- 70 Kilometer Praxisreichweite unter den genannten Testbedingungen.
- Agiles, direktes Fahrgefühl; auch ohne Motor gut nutzbar.
- Entnehmbarer Akku, Systemlicht und sinnvoller Gepäckträger.
Nachteile
- PAS-Sensor reagiert weniger natürlich als ein guter Drehmomentsensor.
- Straffe Abstimmung gibt Unebenheiten deutlich weiter.
- Für lange, sehr steile Bergstrecken nicht die erste Wahl.
- Nach unten entnommener Akku kann an schmutzigen Tagen unpraktisch sein.
Fazit: Leicht, ausdauernd – aber nicht für jeden Fahrstil
Das Geero FLEX überzeugt mich vor allem als ungewöhnlich leichtes, voll alltagstaugliches E-Bike. Es lenkt präzise, lässt sich gut rangieren und fährt auch bei leerem Akku nicht wie ein schwerer Fremdkörper. Die Shimano-XT-Schaltung ist mehr als ein schönes Datenblattdetail: Ihre elf sauber abgestuften Gänge tragen wesentlich zum fahrradnahen Charakter bei. Dazu kommen ein entnehmbarer Akku und starke 70 Kilometer in meinem Reichweitentest.
Die entscheidende Einschränkung bleibt die PAS-Steuerung. Sie macht entspanntes Pendeln leicht, bildet den eigenen Krafteinsatz aber weniger fein ab als ein Drehmomentsensor. Auf schlechtem Asphalt kommt die straffe Konstruktion hinzu. Für überwiegend befestigte Stadt- und Pendelwege passt das Konzept sehr gut; bei viel Kopfsteinpflaster oder langen Bergstrecken würde ich anders wählen.
Als Alternativen lohnt sich mein Test des TENWAYS CGO600 Pro: Es ist ähnlich leicht und bietet einen Drehmomentsensor sowie einen leisen Riemenantrieb, verzichtet dafür aber auf eine Schaltung. Wer mehr Komfort und eine Automatik sucht, findet im ADO Air 28 Pro das entspanntere, aber schwerere Konzept. Beim FLEX würde ich vor dem Kauf besonders Motoransprache, Sitzposition und schlechten Asphalt probefahren.
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Geero FLEX
Konfigurierbares Urban-E-Bike
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