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Ein Faltrad mit 20-Zoll-Vorderrad, kompaktem Heck und einem Rahmen ohne mittiges Scharnier: Das STEEREON B25 verfolgt eine ungewöhnlich klare Idee. Es soll sich stabiler fahren als ein typischer Kompakt-Falter und trotzdem in Auto oder Wohnmobil passen. Mein erster Fahrtermin mit dem Vorserienrad zeigt, wie stimmig dieses Konzept funktioniert und für wen das stabile 22-Kilogramm-Faltrad mit seinem speziellen Faltvorgang besonders interessant ist.
Mein Testumfang: Dieser Artikel dokumentiert meinen ersten Termin mit einem Vorserienfahrzeug auf einer kurzen, teilweise ruppigen Messe-Teststrecke. Beurteilen kann ich hier deshalb Konzept, Bedienung und den ersten Fahreindruck. Einen vollumfänglichen Praxistest habe ich inzwischen nachgeholt; der ausführliche Test folgt in Kürze.
22 kg
fahrbereit; etwa 18 kg ohne Akku
2 Gänge
automatisch schaltende Hinterradnabe
25 km/h
Pedelec-Unterstützung per Heckmotor
Konzept: ein Faltrad ohne Rahmenknick
Die Silhouette erklärt das Konzept fast von selbst: Vorn rollt ein 20-Zoll-Rad, hinten ein 16-Zoll-Rad. Das größere Vorderrad bringt mehr Ruhe in die Lenkung, während das kompakte Heck den besonderen Faltmechanismus ermöglicht. Weil der Hauptrahmen nicht mittig geknickt wird, wirkt das B25 beim Fahren weniger nachgiebig als viele klassische Falträder.
Dieser Ansatz ist mehr als ein Designtrick. Das B25 möchte Tourenrad-Stabilität und kleines Transportmaß verbinden – eine Kombination, die vor allem für Camper, Wohnmobilfahrer und Menschen mit begrenztem Stellplatz interessant ist. Entwickelt und montiert wird das Rad nach Herstellerangaben in Köln.
Modellstand 2026: Das B25 wird weiterhin angeboten. Das aktuelle Serienmodell behält Zweigangautomatik, Riemenantrieb und das Grundgewicht von 22 Kilogramm bei; als Akku nennt STEEREON inzwischen 655 Wh und bis zu 100 Kilometer Reichweite. Die Eindrücke in diesem Artikel beziehen sich auf das gezeigte Vorserienrad; mein inzwischen absolvierter Volltest erscheint separat.
Motor und Automatik: überraschend souverän
Im Hinterrad arbeitet ein 250-Watt-Motor mit Unterstützung bis 25 km/h. Die spannendere Komponente ist jedoch die Zweigangautomatik: Sie wechselt die Übersetzung selbstständig und kommt ohne Schalthebel aus. Auf der kurzen Runde fällt sie vor allem dadurch positiv auf, dass sie kaum auffällt. Antreten, Unterstützungsstufe wählen, fahren – genau so unkompliziert sollte eine Automatik wirken.
Der Antrieb setzt kräftig und gut kontrollierbar ein. Auch die ruppige Rampe der Messefläche nimmt das 22 Kilogramm schwere Rad ohne erkennbaren Kampf. Das ist noch kein belastbarer Bergtest, vermittelt aber einen stimmigen Ersteindruck: Das B25 möchte nicht sportlich provozieren, sondern im Alltag möglichst wenig Aufmerksamkeit verlangen.
Riemenantrieb: leise, sauber, alltagstauglich
Statt einer öligen Kette überträgt ein Riemen die eigene Tretkraft. Das hält Hosenbeine sauber, reduziert Laufgeräusche und passt zum wartungsarmen Anspruch des Fahrrads. Schaltwerk, Umwerfer und klassische Schaltzüge entfallen; die Automatik sitzt gekapselt in der Hinterradnabe.
STEEREON nennt unter günstigen Bedingungen eine mögliche Riemenlebensdauer von mehr als 20.000 Kilometern. Das ist keine im Kurztest überprüfbare Zusage, zeigt aber die Richtung: Im Reisealltag sollen sich Wartungsarbeiten weitgehend auf Reifen und Bremsen beschränken.
Faltmechanismus: stabiler Rahmen, mehr Handgriffe
Das B25 verzichtet auf das übliche Scharnier in der Rahmenmitte. Stattdessen wird das kleine Hinterrad an den Hauptrahmen geschwenkt. Das erklärt die überzeugende Steifigkeit beim Fahren, kostet beim Zusammenlegen aber mehr Handgriffe als ein klassischer Mittelfalter.
Der Faltablauf in Kurzform
- Arretierung am Hinterbau öffnen.
- Hinterrad seitlich schwenken und den Riemen entspannen.
- Riemen aus der Antriebsposition nehmen und in die vordere Aufnahme setzen.
- Rad anheben, Hinterbau vollständig einklappen und wieder arretieren.
- Lenker absenken und Faltpedale einklappen.
- Sattel ganz absenken oder für ein noch kleineres Paket entnehmen.
Ein Handgriff wie bei einem klassischen Mittelfalter ist das nicht. Dafür entsteht ein schmales Paket, das sich für Kofferraum, Wohnmobil oder Abstellkammer eignet. Beim häufigen Verladen bleiben 22 Kilogramm dennoch spürbar. Der integrierte Griff hilft, macht aus dem B25 aber kein Leichtgewicht.
Akku und Reichweite: heute 655 Wh
Zur Vorstellung wurden noch Varianten mit 556 und 655 Wh genannt. Das aktuelle Serienmodell führt STEEREON mit einem entnehmbaren 655-Wh-Akku und bis zu 100 Kilometern Reichweite. Für die Praxis ist vor allem die zentrale Position im Rahmen sinnvoll: Der Akku lässt sich separat laden und vor dem Verladen herausnehmen.
Reichweite nicht selbst gemessen: Die genannten 100 Kilometer sind eine Herstellerangabe. Der kurze Messetermin war für einen belastbaren Reichweitentest ungeeignet; eine eigene Praxisreichweite leite ich daraus ausdrücklich nicht ab.
Ohne Akku sinkt das Gewicht laut Hersteller auf rund 18 Kilogramm. Das ist beim Einladen deutlich angenehmer, macht das B25 aber noch nicht zum Rad, das man täglich gern über mehrere Etagen trägt.
Display, App und Ausstattung
Das Bafang-Farbdisplay ist gut ablesbar und zeigt die üblichen Fahrdaten übersichtlich an. Über Bluetooth lässt sich das System mit Bafang Go+ verbinden; die App bietet unter anderem Navigation und Fahrdaten. Bei diesem kurzen Termin habe ich die Verbindung allerdings nicht ausführlich genug geprüft, um Bedienung und Zuverlässigkeit abschließend zu bewerten.
Zur Grundausstattung gehören Schutzbleche, eine Lichtanlage mit Bremslicht und hydraulische Scheibenbremsen. Zusätzlich wurden Gepäckträger, Blinker, GPS-Tracker, Taschen, Körbe, verschiedene Rahmenfarben und eine gefederte Sattelstütze genannt. Damit lässt sich das B25 stärker auf Camping, Pendelstrecke oder Stadtverkehr zuschneiden als viele einfache Falträder.
Fahrkomfort und Bremsen
Das ungewöhnliche Radformat fährt sich auf der kurzen Strecke erstaunlich stabil. Selbst die grobe Rampe bringt wenig Unruhe in den Rahmen. Eine Federgabel fehlt allerdings. Unebenheiten gelangen deshalb direkter an Lenker und Arme, als es das tourenartige Fahrgefühl zunächst vermuten lässt. Wer häufig über Kopfsteinpflaster oder schlechte Wege fährt, sollte die optionale gefederte Sattelstütze zumindest mitdenken.
Die hydraulischen Scheibenbremsen passen zum hohen Fahrzeuggewicht und zum Premiumanspruch. Eine abschließende Bewertung von Dosierbarkeit und Bremsweg lässt die kleine Testfläche nicht zu. Positiv ist dennoch, dass STEEREON an dieser sicherheitsrelevanten Stelle nicht auf eine einfache mechanische Lösung ausweicht.
Preis und Service: ein Spezialist im Premiumsegment
Das B25 tritt nicht gegen günstige Klappräder an, sondern gegen hochwertige, individuell konfigurierbare Kompakt-E-Bikes. Der aktuelle Preis hängt von Ausstattung und Aktionen ab; entscheidend ist deshalb weniger ein kurzfristiger Angebotsbetrag als die Frage, ob Faltkonzept, Automatik und Kölner Montage den Aufpreis im eigenen Alltag rechtfertigen.
Gerade bei der eigenständigen Hinterradkonstruktion ist erreichbarer Service ein echtes Kaufargument. STEEREON nennt den direkten Kontakt zum eigenen Team sowie ein Händler- und Servicenetz. Vor dem Kauf würde ich trotzdem prüfen, welcher Ansprechpartner in der eigenen Region tatsächlich verfügbar ist.
Stärken und Schwächen des STEEREON B25
Stärken
- Stabiles Fahrgefühl ohne mittiges Rahmenscharnier.
- Unauffällig arbeitende Zweigangautomatik.
- Leiser und sauberer Riemenantrieb.
- Entnehmbarer 655-Wh-Akku.
- Hydraulische Scheibenbremsen.
- Viele Konfigurationsmöglichkeiten.
Schwächen
- 22 Kilogramm erschweren häufiges Tragen.
- Faltvorgang komplexer als bei Mittelfaltern.
- Langes Faltmaß; für das kleinste Paket muss das Vorderrad heraus.
- Hohes Preisniveau.
- Keine Federgabel.
- App und Reichweite in diesem Erstkontakt nicht bewertet.
Für wen lohnt sich das STEEREON B25?
Das B25 richtet sich an Menschen, die ein vollwertigeres Fahrgefühl als bei kleinen 16- oder 20-Zoll-Falträdern suchen, aber trotzdem wenig Transport- und Stellfläche haben. Besonders plausibel wirkt das Konzept für Camper, Wohnmobilfahrer und Pendler, die nicht jeden Tag mehrere Treppen mit dem Rad bewältigen müssen.
Weniger passend ist es für Preisjäger, tägliches Bahn-Pendeln mit häufigem Tragen oder sehr schlechte Wege. Dort fallen Gewicht, aufwendigerer Faltablauf und fehlende Frontfederung stärker ins Gewicht. Individualisten erhalten dagegen ein eigenständiges Fahrzeug, das nicht an jeder zweiten Fahrradampel steht.
Das B25 im Detail
Mein Urteil: eigenständig, aber nicht für jeden
Das B25 löst seinen wichtigsten Anspruch schon beim ersten Kontakt ein: Es fährt sich stabiler und erwachsener, als die ungewöhnliche Silhouette erwarten lässt. Automatik, Riemen und der steife Rahmen greifen überzeugend ineinander. Für Auto, Wohnmobil oder einen knappen Stellplatz ist das ein bemerkenswert eigenständiges Konzept.
Seine Grenzen sind ebenso klar. Mit 22 Kilogramm ist es kein leichtes Pendler-Faltrad, und der Faltvorgang verlangt mehr Übung als ein einfacher Mittelknick. Dazu kommt der Preis eines Spezialisten. Wer das Rad häufig tragen muss, findet leichtere Lösungen. Wer dagegen wenig Stellfläche hat, im Fahrbetrieb aber möglichst wenig Faltrad-Kompromiss möchte, sollte das B25 auf die Probefahrt-Liste setzen. Dieser Artikel bleibt bewusst beim damaligen Vorserien-Eindruck; den inzwischen absolvierten Volltest veröffentliche ich in Kürze. Wie sich Front-, Mittel- und Heckantrieb unterscheiden, erklärt mein E-Bike-Motoren-Vergleich. Weitere Praxistests findest du im Test-Hub.
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