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Der iScooter iX7Pro ist ein preislich auffälliger Dual-Motor-Scooter für steile Strecken und schwierigen Untergrund. Zwei Motoren, 720 Wh und breite Offroad-Reifen treffen auf kurze Bremswege und eine hohe angegebene Zuladung. Sein Charakter ist klar auf steile Strecken und kräftige Beschleunigung ausgerichtet. Die straffe Federung, die direkte Gasannahme und rund 30 Kilogramm Gewicht passen besonders zu Fahrern, die Bergleistung höher gewichten als maximalen Federungskomfort. Gegenüber Hitway H11 und RCB D7 MAX positioniert er sich als günstigere und leichtere Alternative.
Teststand März 2026: Getestet wurde die deutsche iX7Pro-Ausführung mit zwei Motoren in der serienmäßigen Fahrwerksabstimmung. Der Preis lag zum Testzeitpunkt bei rund 860 Euro. Die Fahr- und Bremsversuche erfolgten mit 82 Kilogramm Zuladung bei rund 17 Grad. Alle Eindrücke und Messwerte beziehen sich auf dieses Fahrzeug.
Am Berg spielt der Allradantrieb seine Stärke aus
Im iX7Pro arbeiten zwei Motoren mit jeweils 250 Watt Nenndauerleistung. Zusammen stehen damit 500 Watt bereit; als gemeinsame Spitzenleistung nennt der Hersteller 1.600 Watt. Auf ebener Strecke beschleunigt der Scooter im Dual-Modus energisch. Der Schub ist deutlich spürbar und wirkt beim ersten Anfahren beinahe zu giftig. An steilen Wegen ergibt diese Motorisierung mehr Sinn als im engen Stadtverkehr.
Die „Hannoverschen Alpen“ sind kurze, besonders anspruchsvolle Testpassagen im Raum Hannover: 25 bis 30 Prozent Steigung treffen dort auf Auswaschungen, Gras, Schotter und weitere wechselnde Untergründe. Für E-Scooter ist das ein kompromissloser Stresstest, kein gewöhnlicher Alltagsanstieg. Der iX7Pro zog auch auf diesen losen und unebenen Passagen zuverlässig bergauf. Seine breiten Zehnzollreifen erzeugten ausreichend Traktion, sodass der Antrieb beider Räder hier einen klaren praktischen Vorteil bot.
Die Leistungsabgabe war dabei nicht durchgehend gleichmäßig. Sobald ein Reifen auf Unebenheiten kurz den Grip verlor, nahm die Elektronik spürbar Leistung zurück. Der Wechsel zwischen kräftigem Zug und kurzen Unterbrechungen störte den Fahrfluss. Der iX7Pro schaffte den Anstieg, ließ bei der Feinabstimmung aber Reserven erkennen.
Antritt und GPS-Tempo: Kraft für Steigungen
Die mit GPS kontrollierte Höchstgeschwindigkeit lag bei etwa 20 bis 20,5 km/h. Der kräftige Antritt endete damit früh in der Geschwindigkeitsbegrenzung. Auf flachen Radwegen entsteht aus dem zweiten Motor vor allem zusätzliche Antriebskraft, kein höheres Reisetempo. Seinen größten Nutzen hat das Dual-System an Steigungen.
Federung im Praxistest: sehr straffe Werkseinstellung
Das Fahrwerk ist mein größter Kritikpunkt. Vorn und hinten sind zwar Federelemente vorhanden, die Abstimmung ab Werk ist aber sehr straff. Auf Schotter, Waldwegen und vor allem Kopfsteinpflaster kommen harte Schläge deutlich an den Handgelenken an. Der Scooter springt auf kräftigen Unebenheiten eher, als sie ruhig zu dämpfen. Von einer weich gleitenden Fahrt ist er weit entfernt.
Die auf bis zu 150 Kilogramm Zuladung ausgelegte Abstimmung bietet viel Reserve, bleibt für leichtere und durchschnittlich schwere Fahrer aber zu unnachgiebig. Grobe Kanten und Pflaster schlagen trotz Vollfederung deutlich bis in den Lenker durch.
Hinzu kommt ein hörbares Klappern aus dem Bereich der Akku- beziehungsweise Controllerabdeckung. Die genaue Ursache ließ sich während der Fahrt nicht eindeutig zuordnen. Zusammen mit den harten Stößen verstärkt es den groben Gesamteindruck. Die bullige Offroad-Optik weckt hier höhere Erwartungen, als der Fahrkomfort erfüllt.
Die wichtigste Einordnung: Der iX7Pro bietet überzeugende Bergleistung und ein bewusst straffes Fahrwerk, das stärker auf Kontrolle als auf weichen Offroad-Komfort ausgelegt ist. Auf schlechten Wegen bleibt die serienmäßige Abstimmung sehr direkt.
iScooter iX7Pro Test: Technik und Praxiswerte
| Getestetes Modell | iScooter iX7Pro mit zwei Motoren, deutsche Ausführung |
| Antrieb | 2 × 250 W Nenndauerleistung; gemeinsam bis 1.600 W Spitze laut Hersteller |
| GPS-Tempo | Etwa 20–20,5 km/h |
| Akku | 48 V / 15 Ah / 720 Wh, fest eingebaut |
| Reichweite | 70–80 km Herstellerangabe unter Laborbedingungen |
| Ladegerät | 54,6 V / 2 A; 6–7 Stunden Herstellerangabe |
| Gewicht | 30 kg laut Hersteller |
| Zuladung | Bis 150 kg laut Hersteller |
| Maße | 117 × 65 × 130 cm ausgeklappt; 117 × 65 × 55 cm gefaltet |
| Reifen | 10 Zoll, schlauchloses Offroad-Profil |
| Federung | Vorn und hinten; im Test sehr straff abgestimmt |
| Bremsen | Mechanische Scheibenbremsen an beiden Rädern mit Motorabschaltung |
| Bremsversuch | Aus rund 20 km/h: vorn 2,2 m, hinten 4,2 m, beide Bremsen 1,8 m; 82 kg Zuladung, rund 17 °C |
| Licht und Blinker | Front- und Rücklicht sowie Lenkerendenblinker; am Testfahrzeug keine Bremslichtfunktion festgestellt |
| Wasserschutz | IP54 laut aktueller technischer Herstellerübersicht |
| ABE | P668 |
| Diebstahlschutz | Elektronische Wegfahrsperre mit akustischem Alarm |
| Preis beim Test | Rund 860 Euro im März 2026 |
Dual-Motor-Vergleich: iX7Pro, Hitway H11 oder RCB D7 MAX?
Der ähnlich benannte iX7 ist mit nur einem Heckmotor kein direkter Gegenspieler. Näher am iX7Pro liegen der Hitway H11 und der RCB D7 MAX: Beide besitzen ebenfalls zwei Motoren, setzen mit größeren Akkus und höherem Gewicht aber andere Schwerpunkte.
iScooter iX7Pro
- 720 Wh
- 30 kg laut Hersteller
- bis 1.600 W Peak
- günstigster und leichtester der drei
- im Test sehr hart gefedert
Hitway H11
- 1.217 Wh im Testmodell
- 33,5 kg
- damals 3.200 W Peak beworben
- 70–80 km Praxisreichweite
- mehr Tourenreserve, aber sperriger
RCB D7 MAX
- rund 1.404 Wh
- 37 kg
- bis 3.600 W Peak / 90 Nm
- Hydraulikbremsen und sehr gutes Fahrwerk
- stärkstes Tourenpaket, aber am schwersten
Meine Einordnung: Der iX7Pro punktet vor allem mit Preis und vergleichsweise moderaten 30 Kilogramm. Der H11 ist interessanter, wenn Reichweite wichtiger als Transportfreundlichkeit ist. Der D7 MAX legt bei Fahrwerk, Akku und Bremsanlage noch einmal nach, verlangt mit 37 Kilogramm aber zwingend einen ebenerdigen Stellplatz.
Großes Trittbrett und kräftige Gasannahme
Das große Trittbrett ermöglicht einen breiten, sicheren Stand, während der ebenfalls breite Lenker viel Kontrolle vermittelt. Der iX7Pro fährt stabil und lässt sich in weiten Kurven sauber führen. Enge Richtungswechsel verlangen wegen der rund 30 Kilogramm jedoch deutlichen Körpereinsatz. Agilität gehört nicht zu seinen Stärken; gegenüber leichten Pendelmodellen wirkt er erheblich träger.
Noch störender ist die Dosierung am Daumengas. Zwischen wenig Vortrieb und einem kräftigen Schub liegt gefühlt kaum ein gut nutzbarer Bereich. Beim langsamen Zirkeln fehlt dadurch das Feingefühl. Gerade weil der Allradantrieb so energisch anziehen kann, wäre eine sanftere Kennlinie im unteren Bereich hilfreich. Die griffigen Reifen bringen auf Asphalt außerdem hörbare Abrollgeräusche und leichte Vibrationen mit.
Verarbeitung und Ausstattung: stabiler Aufbau, praktische Details
Optisch fällt der Scooter mit Carbondekor, silbernen Akzenten und roten Felgenringen auf. Das Dekor ist eine optische Gestaltung; der Rahmen besteht aus Aluminium. Das integrierte Frontlicht passt gut zur massiven Gestaltung. Die Schweißnähte wirken sauber, die Konstruktion insgesamt stabil. Die vom Hersteller genannte Zuladung von 150 Kilogramm macht das Modell grundsätzlich auch für Menschen interessant, die bei anderen Scootern an die Belastungsgrenze kommen.
Das hintere Schutzblech mit Kennzeichenhalter musste ich selbst montieren. Es ist nicht durchgängig geschlossen; durch eine Lücke kann Schmutz in Richtung des hinteren Fahrwerks gelangen. Die Ladeanschlüsse sitzen im Spritzbereich, haben aber ordentliche Schutzkappen. Eine kleine Tasche gehört zum Lieferumfang. Solche Details zeigen, dass das günstige Paket brauchbar ausgestattet ist, aber nicht überall durchkonstruiert wirkt.
Am Cockpit sind die Leitungen ordentlich geführt. Tasten mit klaren Druckpunkten und gummierte Bremshebel hinterlassen einen guten Eindruck. Der Lenker ist weder höhenverstellbar noch an den Enden klappbar. Das Display sitzt mittig und zeigt Geschwindigkeit, Modus und Akkustand. In direkter Sonne ist es jedoch nur eingeschränkt ablesbar; eine Prozentanzeige für den Akku fehlt.
Die M-Taste verlangt etwas Eingewöhnung
Mit der M-Taste wechselt man die Fahrstufe. Die Abfolge Eco, Race und Sport ist nicht besonders selbsterklärend. Ein Doppeldruck wechselt zwischen einem und zwei Motoren. Im Test war das Timing heikel: Statt des gewünschten Antriebsmodus änderte sich mitunter die Anzeige von Kilometern auf Meilen. Eine eigene Taste für die Motorwahl wäre im Fahralltag eindeutiger. Ein USB-Ladeanschluss ist dagegen eine praktische Zugabe.
Kurzer Bremsweg und gut sichtbare Lenkerblinker
Die mechanischen Scheibenbremsen an beiden Rädern packen ordentlich zu. Bei meinen Bremsversuchen aus rund 20 km/h benötigte die vordere Bremse 2,2 Meter, die hintere 4,2 Meter. Mit beiden Bremsen zusammen stand der iX7Pro nach nur 1,8 Metern. Gemessen wurde mit 82 Kilogramm Zuladung bei rund 17 Grad. Das ist ein sehr gutes Ergebnis für diesen Test. Die gummierten Hebel liegen sicher in der Hand. Mechanische Bremsen brauchen etwas Handkraft und müssen passend eingestellt bleiben, haben sich hier aber keineswegs als grundsätzliche Schwachstelle erwiesen.
Die Blinker an den breiten Lenkerenden sind gut erkennbar und werden bei meiner Haltung kaum von Kleidung verdeckt. Ein zusätzliches Blinkerpaar am Heck würde ich trotzdem begrüßen. Am Testfahrzeug stellte ich außerdem keine Bremslichtfunktion fest. Front- und Rücklicht deckten die Grundausstattung ab, doch gerade beim Verzögern fehlte mir hinten ein zusätzliches Signal.
Abweichende Herstellerangabe: Die aktuelle Produktseite nennt ein Bremslicht am Heck (geprüft am 29. September 2026). Das weicht von unserer Beobachtung am Testfahrzeug ab. Ob dahinter eine Änderung der Ausstattung oder eine fehlerhafte Angabe steht, ist nicht geklärt. Die Kritik bezieht sich deshalb ausdrücklich auf das getestete Exemplar.
720-Wh-Akku und App mit Wegfahrsperre
Der fest eingebaute 720-Wh-Akku ist für diese Preisklasse groß. Die beworbenen 70 bis 80 Kilometer entstehen laut Hersteller bei 70 Kilogramm Zuladung und 15 km/h. Wer beide Motoren nutzt, oft beschleunigt oder Steigungen fährt, sollte diese Laborangabe deshalb nicht als feste Tourenreichweite einplanen.
Das mitgelieferte 2-A-Netzteil ist eher auf Laden über Nacht als auf kurze Zwischenstopps ausgelegt. Der Hersteller nennt sechs bis sieben Stunden für eine vollständige Ladung. Wie stark Temperatur, Fahrweise und Streckenprofil die Reichweite verändern, erläutert der Akku-Ratgeber.
Die iScooter-Club-App koppelte und arbeitete im Test problemlos. Nach der Registrierung verbindet sie sich zügig per Bluetooth. Sie zeigt Fahrdaten und den Akkustand in Prozent, zeichnet Routen auf und erlaubt unter anderem Licht-, Fahrmodus- und Sperrfunktionen. Am nützlichsten ist die elektronische Wegfahrsperre: Sie blockiert die Räder gegen Wegrollen und löst bei Manipulation einen lauten Alarm aus. Das erzeugt Aufmerksamkeit, ersetzt aber kein stabiles mechanisches Schloss.
Transport: besser aus der Garage als die Treppe hinauf
Der Klappmechanismus ist massiv und doppelt gesichert. Er lässt sich recht zügig bedienen. Beim Einhaken des Lenkers am hinteren Kotflügel musste ich allerdings nachhelfen, weil der Haken knapp bemessen ist. Sitzt er richtig, hält die Verbindung fest. Vor dem Anheben sollte man das Einrasten deshalb bewusst prüfen.
Kompakt wird der iX7Pro dadurch trotzdem nicht. Der breite, nicht klappbare Lenker braucht Platz, und rund 30 Kilogramm machen Treppen zum Kraftakt. Für tägliches Umsteigen mit Tragepassagen wäre er mir zu sperrig. Sein passender Stellplatz liegt möglichst ebenerdig: herausrollen, losfahren und am Ziel wieder sicher abstellen.
Stärken und Schwächen im Überblick
Vorteile
- Kräftiger Allradantrieb mit sehr guter Traktion auf steilen und losen Passagen.
- Sehr kurzer Bremsweg: 1,8 Meter mit beiden Bremsen aus rund 20 km/h.
- Großes Trittbrett, breiter Lenker und stabiler Stand.
- Bis zu 150 Kilogramm Zuladung laut Hersteller.
- Gut sichtbare Lenkerendenblinker und griffige Bremshebel.
- App mit Akkuprozent, Wegfahrsperre und lautem Alarm.
Nachteile
- Sehr straffe Federung mit wenig Komfort auf schlechten Wegen.
- Ruppige Gasannahme und kurze Leistungsunterbrechungen bei Gripverlust.
- Hörbares Klappern im Bereich der Akku- beziehungsweise Controllerabdeckung.
- 30 Kilogramm Gewicht und nicht klappbarer breiter Lenker.
- Display in direkter Sonne schwach; M-Taste unnötig kompliziert belegt.
Für wen lohnt sich der iScooter iX7Pro?
Der iX7Pro passt zu dir, wenn du regelmäßig starke Steigungen oder lose Wege fährst, viel Standfläche möchtest und den Scooter ebenerdig abstellen kannst. Dann liefern Dual-Antrieb, breite Reifen und der große Akku einen echten praktischen Mehrwert.
Ein anderes Modell passt besser, wenn du den Scooter häufig tragen musst, hauptsächlich auf flachem Asphalt unterwegs bist oder besonderen Wert auf eine weich arbeitende Federung und fein dosierbare Beschleunigung legst. Innerhalb der Baureihe ist dann bereits der leichtere iX7 die vernünftigere Wahl.
Die Angebotsseite führt den iX7 mit Heckantrieb und den iX7Pro mit zwei Motoren. Dieser Test bezieht sich ausschließlich auf den iX7Pro. Achte im Shop auf die gewählte Variante; maßgeblich sind die aktuelle Ausstattung und der Preis im Warenkorb.
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iScooter iX7Pro
iX7Pro mit Dual-Motor, 720 Wh und deutscher ABE
Fazit: Ein günstiges Arbeitstier für Steigungen
Der iScooter iX7Pro ist ein Spezialist für steile Strecken: Der Allradantrieb liefert viel Traktion, die Bremsen verzögern sehr wirksam und das Preis-Leistungs-Verhältnis fällt angesichts der Ausstattung stark aus.
Auf flachen Pendelstrecken ohne große Steigungen spielen leichtere, komfortorientierte Modelle ihre Vorteile besser aus. Die harte Federung, das schwer dosierbare Daumengas und rund 30 Kilogramm Gewicht fallen dort und bei Tragepassagen stärker auf. Wer einen ebenerdigen Stellplatz besitzt und regelmäßig anspruchsvolle Steigungen oder lose Wege fährt, erhält jedoch einen ungewöhnlich kraftvollen Dual-Motor-Scooter fürs Geld.
Mein Urteil: Wer den Allradantrieb wirklich braucht und mit der straffen Abstimmung leben kann, bekommt sehr viel Bergleistung fürs Geld. Für flache Alltagsstrecken ist der leichtere iX7 sinnvoller; für steile Wege ist der iX7Pro die deutlich spannendere Variante.
Weitere unabhängige Messungen und Vergleiche findest du bei meinen Tourer-Tests und in der HennTech E-Scooter-Bestenliste.
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