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Zwei Bosch-Nabenmotoren, mehr als 2.600 Watt Spitzenleistung und ein 1.560-Wh-Akku: Der deutsche Teverun Blade Mini Ultra eKFV bietet mehr Antriebs- und Energiereserven als fast jedes andere Modell seiner Klasse. Im Praxistest habe ich geprüft, ob daraus kontrollierbare Traktion und echte Langstreckentauglichkeit entstehen – und wie nah der schwere Allrad-Tourer an die Marke von 80 Kilometern herankommt.
Mein Urteil: Der Blade Mini Ultra gehört zu den überzeugendsten schweren Langstrecken-E-Scootern in meinem Test. Ich empfehle ihn Tourenfahrern mit hohen Leistungs- und Reichweitenanforderungen sowie allen, die regelmäßig starke Steigungen oder lose Wege bewältigen müssen. Der fein abstimmbare Bosch-Allrad, knapp 80 Kilometer gemessene Reichweite und der serienmäßige Schnelllader ergeben ein außergewöhnlich komplettes Tourenpaket. Wer einen ebenerdigen Stellplatz besitzt und den Scooter nur selten tragen muss, erhält hier enorm viel Reichweite, Traktion und Fahrkomfort.
Wichtig zur Modellversion: Dieser Test behandelt ausschließlich den deutschen Blade Mini Ultra eKFV mit ABE, 52 Volt, 30 Ah und zwei Bosch-Motoren. International angebotene Varianten mit 60 Volt, 27 Ah und abweichender Leistung sind technisch nicht identisch.
Teverun Blade Mini Ultra: Allrad mit Feintuning
Zwei Boschmotoren liefern offiziell je 250 Watt Nennleistung und kurzfristig zusammen mehr als 2.600 Watt Peak. Über Display und App lassen sich Front-, Heck- und Allradantrieb wählen; zusätzlich kann die Stromstärke für jeden Motor und Fahrmodus getrennt eingestellt werden – von sparsamen 2 × 14 bis zu maximalen 2 × 25 Ampere. Das ist mehr als ein Leistungs-Gimmick: Der zweite Motor verbessert die Traktion und verteilt die Belastung, sodass nicht ein einzelner Antrieb dauerhaft am Limit arbeiten muss.
Bergleistung und Tempo
Per GPS fuhr der Ultra meist etwa 21,5 bis 21,8 km/h und hielt dieses Tempo auch bei Gegenwind und leichten Steigungen. Die 16-Prozent-Testrampe war kaum eine Herausforderung. Selbst die 25 bis 30 Prozent steilen „Hannoverschen Alpen“ bewältigte er mit 86 Kilogramm Zuladung souverän. Gemeint sind kurze Stresspassagen mit Auswaschungen, Gras und Schotter – kein echtes Gebirge. Gerade auf diesem losen Untergrund zahlt sich der zweite Motor aus: Neben der hohen Leistung verbessert er spürbar die Traktion.
Einordnung des Bergtests: Die Kraft ist nicht nur auf maximale Beschleunigung ausgelegt. Durch die getrennt einstellbaren Motorströme lässt sich der Allrad so dosieren, dass beide Motoren Last und Wärme teilen. Für den Alltag ist reduzierter Allrad deshalb sinnvoller als die permanente Maximalfreigabe.
Drei Antriebsmodi, drei Charaktere
Heckantrieb
Ruhiger Fahrbetrieb auf ebenen Strecken. Bei hoher Last nicht immer die effizienteste Wahl.
Allrad reduziert
Die beste Balance aus Traktion, Effizienz und kontrollierbarer Leistungsentfaltung.
Allrad maximal
Bis zu 2 × 25 Ampere für enorme Beschleunigung und Bergleistung – bei entsprechend hohem Verbrauch.
Teverun Blade Mini Ultra Test: technische Daten
| Testversion | Blade Mini Ultra eKFV mit deutscher ABE |
| Antrieb | 2 × 250 W Bosch-Nabenmotoren; Front-, Heck- oder Allradbetrieb |
| Spitzenleistung | mehr als 2.600 W |
| Akku | 52 V / 30 Ah / 1.560 Wh, DMEGC-Zellen im Format 21700 |
| Reichweite laut Hersteller | bis zu 90 km |
| Reichweite im Test | knapp 80 km bei 86 kg Zuladung und ungefähr 15 °C |
| Ladegerät | 58,8 V / 6 A; rund 5 Stunden im Test |
| Bremsen | hydraulische Scheibenbremsen vorn und hinten plus separater E-Brake-Button |
| Federung | Federdämpfer vorn und hinten |
| Reifen | 10 × 3 Zoll, schlauchlos |
| Display und Sicherheit | LCD, App, NFC-Freigabe und Fernbedienung |
| Gewicht | 32,8 kg |
| Maximale Zuladung | 150 kg |
| Lenkerbreite | 70 cm |
| Faltmaß laut Anbieter | 126,9 × 58 × 70 cm |
Fahrwerk, Reifen und Ergonomie
Die mechanische Federung nimmt harten Kanten zuverlässig die Spitze und bleibt dabei angenehm leise. An die fein einstellbare High-End-Dämpfung des teureren Fighter Mini Pro reicht sie jedoch nicht heran. Ergonomische Griffe und schlauchlose 10-Zoll-Reifen ergänzen den guten Langstreckenkomfort. Weniger überzeugend ist das dicht belegte Cockpit: Fahrmodi, Motorwahl und separater E-Bremsknopf verlangen Eingewöhnung, zumal die elektronische Bremse mit einer kurzen Verzögerung reagiert.
Knapp 80 Kilometer: Reichweite im Teverun-Test
Der 52-Volt-Akku mit 30 Ah und 21700-Zellen kam im Test bei 86 Kilogramm Zuladung und ungefähr 15 Grad auf knapp 80 Kilometer. Damit liegt die Praxisreichweite bemerkenswert nah an den beworbenen 90 Kilometern, obwohl Temperatur und gewählte Motorleistung das Ergebnis deutlich beeinflussen. Das serienmäßige 6-Ampere-Ladegerät füllte den großen Akku in rund fünf Stunden. Sein Lüfter ist zeitweise hörbar, verkürzt die Ladepause gegenüber üblichen Standardladegeräten aber erheblich.
Blade Mini Ultra: Bremsen, Display und App
Die hydraulischen Scheibenbremsen vorn und hinten sind kräftig und gut dosierbar; der separate E-Brake-Button ergänzt sie um eine verschleißarme Verzögerung. In der Teverun-App lassen sich die Motorleistung getrennt abstimmen, Fahrparameter verändern und Systemdaten kontrollieren. NFC-Chips und Fernbedienung machen die Freigabe unkompliziert. Das LCD erfüllt seinen Zweck, wirkt neben den umfangreichen App-Funktionen aber schlicht. Insgesamt bietet das Cockpit viele Möglichkeiten, ordnet sie jedoch nicht besonders übersichtlich.
Transport und Alltag
Mit 32,8 Kilogramm, 70 Zentimeter breitem Lenker und großem Packmaß ist der Ultra eher ÖPNV-Ersatz als ÖPNV-Begleiter. Der Faltmechanismus verriegelt sicher, doch längeres Tragen ist kaum praktikabel. Auch beim Abstellen braucht er einen passenden Platz: Der Seitenständer hält den Scooter sehr aufrecht und steht auf unebenem Boden nicht immer vertrauenerweckend.
So würde ich den Allrad im Alltag einstellen
Die drei Antriebsprofile sind im Alltag tatsächlich sinnvoll nutzbar. Auf trockenen, flachen Strecken genügt häufig der Heckmotor. Reduzierter Allrad ist meine bevorzugte Toureneinstellung, weil beide Motoren die Arbeit teilen und zugleich viel Traktion bereitsteht. Die maximale Freigabe lohnt sich vor allem an langen Steigungen, bei hoher Zuladung oder auf losem Untergrund. Neue Einstellungen sollte man behutsam ausprobieren: Mit hohen Strömen reagiert der Scooter sehr kräftig.
Wichtig ist, die Einstellungen nicht während der ersten Meter blind zu verändern. Der Scooter reagiert auf hohe Ströme sehr kräftig, und der breite Lenker täuscht nicht darüber hinweg, dass auf nassem Untergrund physikalische Grenzen gelten. Wer sich schrittweise herantastet, kann Leistung und Reichweite deutlich besser ausbalancieren.
Blade Mini Ultra oder Fighter Mini Pro?
In der deutschen Ausführung setzen beide Modelle auf zwei Bosch-Motoren und mehr als 2.600 Watt Spitzenleistung. Die Entscheidung fällt deshalb nicht über die reine Kraft: Der Blade Mini Ultra bietet den größeren Akku und das stärkere Verhältnis aus Reichweite und Preis. Der Fighter Mini Pro rechtfertigt seinen Aufpreis vor allem mit dem aufwendigeren KKE-Fahrwerk, TFT-Display und smarterem Batteriemanagement.
| Kriterium | Blade Mini Ultra | Fighter Mini Pro |
|---|---|---|
| Charakter | reichweitenstarker Preis-Leistungs-Tourer | technisch aufwendiger Premium-Cruiser |
| Akku des Testmodells | 1.560 Wh | rund 1.274 Wh |
| Testreichweite | knapp 80 km bei 86 kg und etwa 15 °C | 72 km bei etwa 82 kg |
| Fahrwerk | klassische Federdämpfer | hydraulische, einstellbare KKE-Dämpfer |
| Cockpit | LCD und einfachere Elektronik | TFT, Smart-BMS und umfangreichere Assistenz |
| Gewicht | 32,8 kg | 34,6 kg beim getesteten Modell |
| Meine Einordnung | bessere Wahl für maximale Reichweite zum niedrigeren Preis | bessere Wahl für maximalen Federungskomfort und Premium-Ausstattung |
Kurz entschieden: Wer vor allem weit fahren und das Fahrzeug selten tragen möchte, bekommt mit dem Blade Mini Ultra das rationalere Paket. Wer häufig über schlechtes Pflaster fährt und das fein einstellbare KKE-Fahrwerk wirklich nutzt, sollte den Aufpreis zum Fighter Mini Pro prüfen.
Stärken und Schwächen im Überblick
Das spricht dafür
- Enorme, getrennt konfigurierbare Allrad-Bergleistung.
- Knapp 80 km Praxisreichweite bei 86 kg und etwa 15 °C.
- Großer 1.560-Wh-Akku und serienmäßiges 6-A-Schnellladegerät.
- Hydraulische Scheibenbremsen und 150 kg maximale Zuladung.
- App, NFC-Freigabe und Fernbedienung serienmäßig.
Das solltest du wissen
- 32,8 kg und breiter Lenker erschweren Tragen und Transport.
- Cockpit und Bedienung wirken überladen.
- Die separat bedienbare E-Bremse reagierte im Test leicht verzögert.
- Der Seitenständer stellt den Scooter sehr aufrecht ab.
- Federung weniger fein abstimmbar als beim Fighter Mini Pro.
Fazit: Für wen lohnt sich der Blade Mini Ultra?
Der Blade Mini Ultra passt zu Vielfahrern, die lange oder bergige Strecken zurücklegen, hohe Zuladung benötigen und ebenerdig abstellen können. Gegenüber dem Fighter Mini Pro verzichtet er auf das aufwendigere Fahrwerk und einen Teil der Premium-Elektronik, bietet dafür den größeren Akku, etwas weniger Gewicht und für mich das bessere Verhältnis aus Reichweite und Preis.
Ich würde vor der Bestellung außerdem die tatsächliche Breite von Türen, Kofferraum und Abstellplatz messen. Der 70 Zentimeter breite Lenker und fast 33 Kilogramm fallen im Alltag stärker ins Gewicht als auf einem Produktfoto. Passt die Infrastruktur, wirkt der Ultra dagegen wie ein sehr kompletter Ersatz für viele kurze Autofahrten.
Weitere unabhängige Messungen und Vergleiche findest du bei den E-Scooter-Tests und in der HENNTECH E-Scooter-Bestenliste.
Der Blade Mini Ultra ist kein Scooter für jede Lebenslage, sondern ein überzeugender Spezialist für lange und steile Strecken. Knapp 80 Kilometer Praxisreichweite, enorme Bergreserven und der serienmäßige Schnelllader ergeben ein außergewöhnlich starkes Tourenpaket. Fast 33 Kilogramm, der breite Lenker und das dicht belegte Cockpit verlangen jedoch einen ebenerdigen Stellplatz und etwas Eingewöhnung. Wer überwiegend fährt und nur selten trägt, erhält sehr viel Reichweite und Allradleistung fürs Geld. Der Hitway H11 ist die etwas leichtere Budgetalternative; der RCB D7 MAX setzt noch stärker auf Fahrkomfort, Bremsreserven und sehr hohe Zuladung.
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Teverun Blade Mini Ultra
Allrad und großer 30-Ah-Akku
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