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Der Ausom L1 ABE kombiniert einstellbare Vollfederung, einen 748,8-Wh-Akku und eine große Standfläche mit einem vergleichsweise günstigen Preis. Getestet habe ich die 15,6-Ah-Version auf Asphalt, schlechten Wegen und an Steigungen; zusätzlich habe ich Bremsweg und Ladezeit gemessen. Entscheidend ist, ob daraus ein überzeugender Alltags-Tourer entsteht – und für wen sich stattdessen der größere 20,8-Ah-Akku lohnt.
Mein Urteil: Der Ausom L1 ABE ist ein überzeugender Preis-Leistungs-Tipp für Pendler und Tourenfahrer, die viel Federung, Platz und Akkukapazität für ihr Geld suchen. Auf schlechten Wegen fährt er angenehm ruhig, das große Trittbrett bietet viel Bewegungsfreiheit und der gemessene Bremsweg von 2,2 Metern schafft Reserven. Besonders gut passt er zu Fahrern mit ebenerdigem Stellplatz und ausreichend Zeit zum Laden. Die Gasannahme wirkt weniger fein abgestimmt als bei teureren Modellen; am insgesamt starken Komfortpaket ändert das wenig.
15,6 oder 20,8 Ah: Welche Version passt?
Getestet: 15,6 Ah. Meine Fahreindrücke beziehen sich auf diese Ausführung. Die größere 20,8-Ah-Version habe ich nicht selbst getestet. Reichweite und Gewicht in dieser Übersicht sind Herstellerangaben.
| 15,6 Ah – Testmodell | 48 V / 748,8 Wh · bis 70 km · 28,4 kg |
| 20,8 Ah – größere Variante | 48 V / 998,4 Wh · bis 90 km · 29,6 kg |
Der größere Akku bietet rechnerisch ein Drittel mehr Energie bei 1,2 Kilogramm zusätzlichem Herstellergewicht. Das ist vor allem für längere Strecken interessant. Wie viel zusätzliche Reichweite daraus in der Praxis entsteht, habe ich mit der 20,8-Ah-Version nicht getestet.
Großes Trittbrett, stabile Verarbeitung und NFC
Beim Ausom L1 ABE stehen Komfort und Platz im Vordergrund. Rahmen und Geometrie wirken stabil. Außerdem bieten das große Trittbrett und der breite, höhenverstellbare Lenker auch größeren Fahrern viel Raum. Gemessen am Preis zum Testzeitpunkt finde ich die Verarbeitung solide.
Am Cockpit zeigt sich der Sparansatz vor allem in der wenig intuitiven Bedienung. Praktisch ist dagegen die NFC-Entriegelung mit drei Karten.
748,8 Wh
Testmodell
28,4 kg
laut Hersteller
130 kg
max. Zuladung
10,5 h
Laden: 10–100 %
Einstellbare Vollfederung: Wie komfortabel fährt der L1?
Die einstellbare Vollfederung und die 10 × 2,75 Zoll großen, schlauchlosen Reifen machen sich auf schlechten Wegen deutlich bemerkbar. Harter Asphalt, Risse und gröbere Unebenheiten gelangen weniger ungefiltert an Hände und Knie als bei einem ungefederten City-Scooter. Die Abstimmung bleibt dennoch kontrolliert und macht aus dem L1 keinen weich schaukelnden Offroader.
Die Federvorspannung lässt sich an Fahrergewicht und Untergrund anpassen. Das lohnt sich: Eine zu straffe Einstellung verschenkt Komfort, eine zu weiche Abstimmung kostet auf schnellen Richtungswechseln Ruhe. Zusammen mit der 515 × 187 Millimeter großen Standfläche vermittelt der L1 viel Platz und ein sattes Fahrgefühl.
Weniger überzeugend finde ich den doppelt gesicherten Klappmechanismus. Er verriegelt stabil, verlangt beim Öffnen und Schließen aber mehr Aufmerksamkeit und Nachdruck als typische Pendlerlösungen. Mit 28,4 Kilogramm beim getesteten 15,6-Ah-Modell ist der L1 ohnehin eher ein Scooter zum Fahren als zum täglichen Tragen.
Display und Bedienung im Alltag
Das 4,5-Zoll-LCD zeigt Tempo, Fahrmodus und Akkubalken groß an. Bei direkter Sonne ist es nur mäßig ablesbar, eine Prozentanzeige fehlt. Die drei NFC-Karten entsperren den Scooter dagegen schnell und unkompliziert – gerade bei gemeinsam genutzten Fahrzeugen ist das praktischer als eine reine App-Lösung.
Technische Daten des Testmodells
| Preis zum Testzeitpunkt | rund 500 € |
| Motor | 500 W Nennleistung, bis 930 W Peak, 29 Nm |
| Akku | 48 V / 15,6 Ah / 748,8 Wh |
| Hersteller-Reichweite | bis 70 km |
| Reifen | 10 × 2,75 Zoll, schlauchlos |
| Federung | vorn und hinten, einstellbar |
| Bremsen | mechanische Scheibenbremsen vorn/hinten plus E-ABS |
| Bremsweg aus 22 km/h | vorn 3,3 m · hinten 3,9 m · kombiniert 2,2 m |
| Schutz | IP54 |
| Besonderheiten | höhenverstellbarer Lenker, NFC-Entsperrung |
| Ladezeit im Test | 10,5 Stunden von 10 auf 100 % beim 15,6-Ah-Modell |
| Gewicht Testmodell | 28,4 kg laut Hersteller |
| Zuladung | bis 130 kg |
| Lenker | 69 cm breit, 113–133 cm hoch |
| Trittbrett | 51,5 × 18,7 cm |
| Maße ausgeklappt | 125 × 69 × 139,2 cm |
| Faltmaß | 125 × 69 × 56 cm |
930 Watt Peak: Wie kräftig fährt der Ausom L1 ABE?
Der Heckmotor leistet laut Hersteller 500 Watt dauerhaft, bis zu 930 Watt in der Spitze und 29 Nm. Für normale Pendelstrecken und moderate Steigungen reicht das aus; die Abstimmung des Controllers bleibt jedoch hinter der Hardware zurück.
Beim Beschleunigen wechselt der Schub leicht zwischen Anschieben und Nachlassen, statt gleichmäßig einzusetzen. Hinzu kommt eine kleine Tachovoreilung: Bei angezeigten 22 km/h lagen real meist etwa 20,5 bis 21 km/h an. Im direkten Vergleich mit fein abgestimmten Modellen wirkt der L1 dadurch weniger souverän.
Die gefahrenen Geschwindigkeiten der Steigungspassagen sind im oben eingebetteten Testvideo direkt eingeblendet.
Bremsen und Bremsscheiben: 2,2 Meter im Test
Vorn und hinten arbeiten mechanische Scheibenbremsen, ergänzt durch E-ABS. Gemeinsam verzögert das System sehr kurz und gut kontrollierbar; in den Einzelmessungen arbeitet die Vorderradbremse wirkungsvoller als die hintere. Weil beide mechanischen Bremsen offen aufgebaut sind, gehören eine saubere Einstellung und gelegentliche Kontrolle der Beläge zum Alltag – besonders nach Transport oder den ersten Fahrten.
2,2 m
Beide Bremsen
3,3 m
Vorderradbremse
3,9 m
Hinterradbremse
Messbedingungen: 22 km/h Ausgangstempo, 82 kg Zuladung sowie ein ebener, glatter und trockener Untergrund. Der Reaktionsweg ist nicht enthalten.
Frontlicht, Rücklicht und Bremslicht gehören ebenfalls zur Ausstattung. Die Blinker sitzen gut sichtbar an den Lenkerenden; hinten gibt es dagegen keine separaten Fahrtrichtungsanzeiger. Die seitlichen Lichtausschnitte des Frontscheinwerfers verbessern die Wahrnehmbarkeit im Querverkehr. Der Scooter ist mit IP54 angegeben – Spritzwasser ist damit abgedeckt, dauerhafte Nässe oder die Reinigung mit Hochdruckreiniger nicht.
Akku und Ladezeit: 748,8 oder 998,4 Wh?
Mit 748,8 Wh bietet das getestete 15,6-Ah-Modell viel Akkukapazität in seiner Preisklasse. Ausom nennt dafür bis zu 70 Kilometer Reichweite; beim 998,4-Wh-Akku sind es bis zu 90 Kilometer. Wie weit der L1 im Alltag kommt, hängt unter anderem von Gewicht, Steigungen, Temperatur, Reifendruck und Fahrstil ab.
In meiner Lademessung benötigte das getestete 15,6-Ah-Modell 10,5 Stunden von 10 auf 100 Prozent. Mit dem 1,5-Ampere-Netzteil musst du also ein langes Ladefenster einplanen. Zwischen einer späten Heimkehr und einer frühen Abfahrt kann es knapp werden; für kurze Ladepausen unterwegs eignet sich das Konzept kaum.
Herstellerwerte richtig einordnen: Ausom ermittelt die Maximalreichweite unter anderem bei höchstens 75 Kilogramm Last, 20 bis 25 °C, 50 PSI, trockener ebener Strecke und konstant maximal 15 km/h. Bei realem Tempo, Wind und Steigungen fällt die Reichweite entsprechend niedriger aus.
Stärken und Schwächen im Überblick
Vorteile
- sehr große Akkukapazität fürs Geld
- einstellbare Vollfederung mit spürbarem Komfortgewinn
- großes Deck und höhenverstellbarer Lenker
- NFC, Tubeless-Reifen und umfangreiche Grundausstattung
- hervorragende 2,2 m kombinierter Bremsweg
- zwei Akkuvarianten für unterschiedliche Fahrprofile
Nachteile
- Controller nicht ganz sauber abgestimmt
- real etwas unter angezeigten 22 km/h
- sehr langsames 1,5-Ampere-Netzteil
- einfaches Display und umständlicher Faltmechanismus
- mit mindestens 28,4 kg kaum tragetauglich
Für wen lohnt sich das Modell?
Der Ausom L1 ABE passt zu Pendlern, die überwiegend fahren statt tragen, regelmäßig über schlechten Asphalt rollen und über Nacht laden können. Dann spielen die einstellbare Federung, das geräumige Trittbrett und die hohe Akkukapazität ihre Stärken aus.
Weniger gut passt er zu häufigen Treppen, kurzen Ladefenstern oder Fahrern, die eine besonders fein abgestimmte Gasannahme erwarten. Vor den ersten Fahrten empfiehlt sich außerdem eine Kontrolle von Luftdruck, Schraubverbindungen und der Einstellung beider Scheibenbremsen.
Weitere unabhängige Messungen und Vergleiche findest du bei den E-Scooter-Tests und in der HENNTECH E-Scooter-Bestenliste.
Vergleich mit dem ePowerFun ePF-2 Pro
Beide Modelle kombinieren Vollfederung, große Akkus und eine hohe Alltagstauglichkeit, setzen aber unterschiedliche Prioritäten. Der L1 bietet besonders viel Akku und Platz fürs Geld. Der ePowerFun ePF-2 Pro wirkt bei Motorsteuerung und Verarbeitung ausgereifter und punktet mit einem entnehmbaren Akku.
Ausom L1 ABE
Mehr Akku und Standfläche pro Euro; passend für ebenerdiges Abstellen und Laden über Nacht.
ePF-2 Pro
Die passendere Wahl, wenn du den Akku zum Laden entnehmen möchtest und Wert auf einen fein abgestimmten Antrieb legst.
Fazit: Viel Komfort und Akku fürs Geld
Der Ausom L1 ABE verbindet spürbaren Federungskomfort, viel Platz und eine hohe Akkukapazität mit einem überzeugenden Bremsweg. Gerade auf unebenen Alltagsstrecken entsteht daraus ein angenehm ruhiger Touren-Scooter.
Controller, Display und das langsame Ladegerät erreichen nicht dasselbe Niveau; auch 28,4 Kilogramm sprechen gegen regelmäßiges Tragen. Wer ebenerdig abstellt, über Nacht lädt und Komfort höher gewichtet als perfekte Bedienung, erhält dennoch ein starkes Gesamtpaket fürs Geld. Für sehr hügelige Strecken und deutlich mehr Antriebsreserve ist der Hitway H11 mit Dualmotor und 70–80 Kilometern Testreichweite die kräftigere, aber nochmals schwerere Alternative.
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Ausom L1 ABE
Wahlweise 15,6 oder 20,8 Ah
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